Brände

Rund 170 Waldbrände seit Saisonstart: Regen fehlt

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dpa
Ein Löschfahrzeug der Feuerwehr fährt zu einem Einsatz.

Ein Löschfahrzeug der Feuerwehr fährt zu einem Einsatz.

Foto: dpa

Immer wieder brennt es in den Wäldern Brandenburgs. Ausreichender Niederschlag ist derzeit nicht in Sicht, im Land ist es schon lange zu trocken. Und die Waldbrandsaison dauert noch einige Zeit.

Potsdam. Die Zahl der Waldbrände in Brandenburg hat sich seit Saisonbeginn auf rund 170 erhöht. Betroffen sind insgesamt rund 30 Hektar Waldfläche. Das teilte der Waldbrandschutzbeauftragte des Landes, Raimund Engel, am Sonntag mit. Seinen Angaben zufolge brannte es am Samstag in Kolkwitz (Spree-Neiße). Dort war ein Holzstapel in Brand geraten, das Feuer breitete sich schnell auf 1200 Quadratmeter Waldboden aus. Immer wieder mussten Kräfte nachgefordert werden, berichtete Engel.

Mehrere kleinere Feuer gab es auch am Sonntag, darunter bei Ludwigsfelde (Teltow-Fläming) und im Kreis Potsdam-Mittelmark. Nähere Angaben dazu lagen zunächst nicht vor. Die Feuerwehren seien noch beschäftigt, erläuterte Engel.

Am Freitag loderte Feuer an zwei Orten in der Gemeinde Heidesee (Dahme-Spreewald) - auf einer Waldfläche von 2600 Quadratmetern und auf 500 Quadratmeter. Auch bei Drebkau (Spree-Neiße) brannten 1600 Quadratmeter Waldboden. Bei Kampehl im Kreis Ostprignitz-Ruppin griff der Brand eines Bauwagens auf Waldboden über und breitete sich aus auf eine Fläche von 100 Quadratmetern.

"Die Waldbrandgefahr bleibt landesweit weiter hoch", betonte Engel. Ausreichend Regen sei nicht in Sicht. Niederschlag werde aller Vorrausicht nach nur lokal fallen und wenn, dann in geringen Mengen.

Nach Angaben des Umweltministeriums galt am Sonntag in fast allen Landkreisen die zweithöchste Gefahrenstufe 4, in den Kreisen Märkisch-Oderland und Oderspree die Waldbrandwarnstufe 3. Die Stufen werden unter anderem anhand von Niederschlag, Luftfeuchte, Windgeschwindigkeit und Temperatur berechnet. Zwei Waldbrandzentralen überwachen das Geschehen ab Gefahrenstufe 3. Neben Zossen im Süden gibt es den Standort Eberswalde (Barnim).

105 optische Sensoren auf ehemaligen Feuerwachtürmen, Aussichtstürmen und Mobilfunkmasten reagieren als Frühwarnsystem "Fire Watch" auf beginnende Feuer. Allein 53 von ihnen sind im Süden installiert und über Richtfunk miteinander verbunden. Sie scannen alle sechs Minuten 360 Grad für Panoramabilder ab. Die Waldbrandsaison hat nach Angaben des Waldbrandbeauftragten 214 Tage. Davon gelte durchschnittlich an 10 bis 20 Tagen die höchste Gefahrenstufe 5.

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( dpa )