Auto rast in Menschen

Scholz nach Amoktat in Berlin tief betroffen

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Jens Anker
Auto rast in Berlin in Menschenmenge: Ein Toter, mehrere Verletzte

Auto rast in Berlin in Menschenmenge: Ein Toter, mehrere Verletzte

In Berlin ist ein Auto auf einen Bürgersteig in eine Menschengruppe gefahren, bevor es in einem Geschäft zum Stehen kam. Dabei wurden nach Angaben von Feuerwehr und Polizei ein Mensch getötet und mehrere weitere verletzt.

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Eine Schülergruppe war in der Nähe der Gedächtniskirche von einem Autofahrer erfasst worden. Eine Frau starb. Das sind die Reaktionen.

Berlin. Bundeskanzler Olaf Scholz hat nach dem tödlichen Vorfall mit einem Auto nahe der Berliner Gedächtniskirche von einer Amoktat gesprochen. „Die grausame Amoktat an der Tauentzienstraße macht mich tief betroffen“, schrieb der SPD-Politiker am Mittwochabend bei Twitter. „Die Reise einer hessischen Schulklasse nach Berlin endet im Alptraum. Wir denken an die Angehörigen der Toten und an die Verletzten, darunter viele Kinder. Ihnen allen wünsche ich eine schnelle Genesung.“

Die Schülergruppe war in der Nähe der Gedächtniskirche von einem Autofahrer erfasst worden, ihre Lehrerin wurde in den Tod gerissen. 14 Menschen wurden der Polizei zufolge verletzt. Ein Verdächtiger - ein 29 Jahre alter, in Berlin lebender Deutsch-Armenier - wurde gefasst und in ein Krankenhaus gebracht.

Franziska Giffey: „Ich bin tief betroffen von diesem Ereignis“

Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) wurde bei einem Besuch der Start-up-Szene in der Zentrale des Lebensmittellieferanten „Hello Fresh“ in Kreuzberg von der Nachricht überrascht. „Ich bin tief betroffen von diesem Ereignis“, sagte sie. „Wir müssen das aufklären und die Hintergründe klären. Mein ganzes Mitgefühl geht an die Opfer und Angehörigen, die jetzt in Angst und Schrecken sind.“

Natürlich wecke der Vorfall Erinnerungen an den Dezember 2016, als ein Terrorist mit einem Lkw in den Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz gefahren war, in unmittelbarer Nähe des aktuellen Tatortes. Wenig später kam sie an den Unfallort und informierte sich bei den Einsatzkräften.

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Innensenatorin fährt sofort ins Lagezentrum der Polizei

Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) fuhr sofort ins Lagezentrum der Polizei an den Platz der Luftbrücke in Tempelhof, als sie von der Unfallfahrt erfuhr. Sie ließ sich über das Geschehen informieren. In einer ersten Reaktion zeigte sie sich „schockiert“ über den Vorfall. „Meine Gedanken und mein tiefes Mitgefühl sind bei allen Betroffenen!“, twitterte Spranger.

Auch Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne), deren Wahlkreis sich rund um den Breitscheidplatz in Charlottenburg befindet, äußerte ihr Beileid. „Ich bin erschüttert über den Vorfall, der sich heute Vormittag in der Nähe des Breitscheidplatzes ereignet hat – an einem Ort, an dem ich selbst als Charlottenburgerin häufig unterwegs bin, ist ein Mensch zu Tode gekommen und mehrere Menschen wurden teilweise schwer verletzt“, sagte Paus. „Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen der verstorbenen Person, ich trauere mit ihnen.“

Czaja: „Weckt schlimme Erinnerungen“

CDU-Landes- und Fraktionschef Kai Wegner zeigte sich ebenfalls erschüttert. „Furchtbare Bilder vom Tauentzien. Meine Gedanken sind bei den Opfern und ihren Angehörigen. Vielen Dank an Feuerwehr, Polizei und alle Einsatzkräfte“, sagte Wegner. FDP-Fraktionschef Sebastian Czaja fühlte sich sofort an die Ereignisse vor knapp sechs Jahren ganz in der Nähe erinnert. „Der Vorfall am Breitscheidplatz weckt schlimme Erinnerungen“, schrieb er auf dem Nachrichtendienst „Twitter“. „Meine Gedanken sind bei den Angehörigen des Opfers und den Verletzten.“

Die Bundesregierung zeigte sich ebenfalls betroffen. Die Regierung sei „sehr betroffen und erschüttert“, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Christiane Hoffmann. Die Gedanken und das Mitgefühl seien bei den Verletzten und ihren Angehörigen. Auch Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) drückte den Betroffenen ihr Mitgefühl aus. „Vor allen Dingen gilt unsere Hoffnung, dass die Schwerverletzten und Verletzten wieder genesen“, sagte ein Sprecher der Innenministerin am Mittwoch.

EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola zeigte sich angesichts des tödlichen Vorfalls betroffen. Sie wolle im Namen des Europaparlaments sagen, „dass unsere Gedanken bei den Angehörigen der getöteten Person und den Überlebenden sind“, sagte Metsola am Mittwoch im Straßburger Europaparlament.

Berlins GdP-Landeschef Stephan Weh teilte mit: "Wir sind schockiert über den entsetzlichen Vorfall am Tauentzien und in Gedanken bei der Toten, den Verletzten und ihren Angehörigen. Spekulationen über die Ursache sind völlig fehl am Platz. Wichtig ist, dass man Polizei und Feuerwehr vor Ort ihre Arbeit machen lässt und aus Fehlern der Vergangenheit lernt. Man sollte nicht vergessen, dass unsere Kolleginnen und Kollegen auch solche Einsätze zwar professionell bewältigen, sie aber Menschen sind, bei denen die grauenvollen Bilder auch Spuren hinterlassen. Wir erwarten, dass sämtliche Maßnahmen zur umfassenden Einsatznachbetreuung bei Polizei und Feuerwehr ergriffen werden.“