Tierschutz

Neue Verordnung: Das müssen Katzenhalter in Berlin beachten

| Lesedauer: 3 Minuten
Hauskatzen in Berlin dürfen ab 9. Juni nur noch unter bestimmten Voraussetzungen Freilauf erhalten.

Hauskatzen in Berlin dürfen ab 9. Juni nur noch unter bestimmten Voraussetzungen Freilauf erhalten.

Foto: Soeren Stache / dpa

Am 8. Juni tritt Berlins neue Katzenschutzverordnung in Kraft. Damit kommen strengere Regeln für Freigänger in der Stadt.

Berlin. In Berlin gelten künftig strengere Regeln für den Freigang von Hauskatzen. Hintergrund ist die neue Katzenschutzverordnung, die bereits im vergangenen Jahr vom Senat beschlossen wurde und am 8. Juni, also am kommenden Mittwoch, in Kraft trifft. Ziel dieser ist es, freilebende Katzen besser zu schützen, indem deren unkontrollierte Vermehrung eingedämmt werden soll – weshalb auch Hauskatzen nur noch unter bestimmten Voraussetzungen draußen unterwegs sein dürfen.

Ab 9. Juni – einen Tag nach Inkrafttreten der neuen Schutzverordnung – dürfen nur noch kastrierte und durch einen Chip gekennzeichnete Tiere freien Auslauf erhalten, erklärt die zuständige Senatsverwaltung für Verbraucherschutz. Die Katzen müssen zudem bei einer von der Verwaltung anerkannten Stelle registriert sein, dazu zählen Tasso, Findefix und IFTA.

Im Umkehrschluss heißt das: Halter von fortpflanzungsfähigen Katzen dürfen diese im gesamten Stadtgebiet nicht mehr unkontrolliert nach draußen lassen. Erlaubt bleibt es, diese an einer Leine auszuführen oder ihnen in einem umzäunten Gebiet Freigang zu ermöglichen.

Katzenschutzverordnung: „Wichtiger Schritt“ für Tierschutz in Berlin

Die Senatsverwaltung erklärt die Regelung damit, dass nicht kastrierte Hauskatzen mit Freigang „in erheblichem Maß zur Erhöhung der Population freilebender Katzen beitragen“. In Berlin sei aber die Zahl der fortpflanzungsfähigen Streuner, die teils in Kolonien zusammenleben, bereits sehr hoch. „Diese Tiere sind durch Nahrungsknappheit, Revierkämpfe, Krankheiten und Verletzungen erheblichen Leiden ausgesetzt, was mit den Zielen des Tierschutzes nicht in Einklang zu bringen ist“, schreibt die Verwaltung.

Markus Kamrad, Staatssekretär für Verbraucherschutz, nennt die neue Verordnung deshalb auch einen „wichtigen Schritt“. „Viele Menschen, die sich dem Wohl der Tiere verpflichtet fühlen, haben sich dafür eingesetzt“, so Kamrad.

Berliner Tierschutzverein unterstützt die neuen Reglungen

Dass Hauskatzen mit Freilauf nicht nur kastriert, sondern auch registriert und gechippt sein müssen, begründet die Verwaltung damit, dass nur so feststellbar sei, ob ein Tier tatsächlich kastriert ist und wer der Halter ist. Zugleich werde es erleichtert, entlaufene Katzen mithilfe des Chips wieder nach Hause zu bringen.

Wird eine entlaufene Katze aufgegriffen, deren Halter in den kommenden fünf Tagen nicht ermittelt werden kann, dürfen die Behörden das Tier auf Kosten des Besitzers kastrieren lassen, heißt es in der Verordnung.

Unterstützt wird die neue Katzenschutzverordnung vom Tierschutzverein für Berlin. „Es hat lange gedauert, die Politik von der Notwendigkeit zu überzeugen – wir sind froh, dass dieses wichtige Ziel endlich erreicht ist“, erklärte die Vereinsvorsitzende Eva Rönspieß in einer Mitteilung. Dafür, dass diese Verordnung auch in der Hauptstadt eingeführt wird, habe man lange gekämpft. Ähnliche Regelungen gelten bereits in diversen anderen Bundesländern, etwa in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Niedersachsen.

Alle Informationen zur Katzenschutzverordnung gibt es auf der Internetseite der Senatsverwaltung für Verbraucherschutz.