Geflüchtete

Tulpen machen auf afghanische Menschen aufmerksam

Tulpen im Tiergarten sollen ein Mahnmal für geduldete AfghanInnen sein.

Tulpen im Tiergarten sollen ein Mahnmal für geduldete AfghanInnen sein.

Foto: Yaar e.V.

Im Frühjahr blühten im Tiergarten viele rote Tulpen. Die Pflanzen waren schön anzusehen – und sie haben einen politischen Hintergrund.

Berlin. 1000 rote Tulpen gelangten in diesem Frühjahr nicht wie von Zauberhand in den Tiergarten. Gepflanzt wurden sie bereits im Winter, und das in mehreren Guerilla-Pflanzaktionen. Hinter der Tulpenzwiebel-"Attacke" stecken Künstlerinnen und Aktivistinnen von Yaar e.V., einem Unterstützer-Verein für afghanische Geflüchtete. Sie wollen damit ein Zeichen gegen die europäische Grenz- und Außenpolitik setzen.

Gedacht sind die Tulpen als Mahnmal für afghanische Menschen. "Auch nach der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan im August 2021 werden Asylanträge von BürgerInnen eines der unsichersten Länder der Welt routinemäßig abgelehnt", schreiben die Initiatoren. "Afghanische Geflüchtete erhalten Duldungen oder werden sogar nach Kroatien und Griechenland abgeschoben. Evakuierungen von afghanischen Ortskräften laufen nur schleppend." Die Form der Tulpe erinnere an einen Turban und gleiche damit der Kopfbedeckung, die früher in Asien getragen wurde. Im Türkischen heißt die Kopfbedeckung „Tülbent“ , im Persischen „Dulband“, woraus auch der botanische Name Tulpe „Tulipan“ abgeleitet wurde.

Die Tulpen gelten als die Nationalblumen Afghanistans. "Insbesondere die rote Tulpe ist bis heute ein fester Bestandteil der afghanischen Bildsymbolik und in den meisten Teilen Afghanistans eines der Symbole des persischen Neujahrsfestes", heißt es vom Verein Yaar.

Die Tulpen im Tiergarten sind Arten, die in Afghanistan heimisch sind.

Die Aktivistinnen und die Künstler fordern einen menschenwürdigen Umgang mit afghanischen Geflüchteten, ein sofortiges Bleiberecht für alle afghanischen Geflüchteten in Deutschland und die Evakuierung von gefährdeten Personen aus Afghanistan.