Flussbad Berlin

Bezirkspolitiker setzen sich für umstrittenes Flussbad ein

Isabell Jürgens
Der Senat stellt den Bau der Freitreppe vor dem Humboldt Forum in Frage – SPD und Grüne im Bezirk Mitte fordern sie.

Der Senat stellt den Bau der Freitreppe vor dem Humboldt Forum in Frage – SPD und Grüne im Bezirk Mitte fordern sie.

Foto: © bbz landschaftsarchitekten

In einer gemeinsamen Erklärung fordern die Fraktionen von Grünen und SPD im Bezirk Mitte die Realisierung des Projektes.

Berlin. Senats- und Bezirksebene streiten um das Flussbad in Mitte: Erst kürzlich hat die Stadtentwicklungsverwaltung von Senator Andreas Geisel (SPD) offen einräumt, das Aus für die geplante Freitreppe am Humboldt Forum und damit auch des ersten Schrittes zur Realisierung der umfassenden Pläne für den Spreekanal/Kupfergraben samt Flussbad zu prüfen. Nun preschen die Fraktionsvorstände SPD und Grünen in der Bezirksverordnetenversammlung Mitte mit einer gemeinsamen Erklärung an die Öffentlichkeit.

Unter dem Titel „Ab ans Ufer, Flussbad ermöglichen!“ fordern sie, den Spree-Arm, der Jahrzehnte ein Nebendasein als grauer Verkehrskanal geführt habe, wieder für die Menschen zugänglich zu machen. „Das Flussbad ist in der Zählgemeinschaftsvereinbarung in Mitte und im Berliner Koalitionsvertrag verankert. Deshalb müssen und wollen wir einen Weg finden, die Umsetzung anzugehen und als ersten Schritt die Treppe zu realisieren“, heißt es in der Erklärung, die Katja Zimmermann, Mitglied im Fraktionsvorstand der Grünen, sowie die Vorsitzenden der SPD-Fraktion, Susanne Fischer und Dorothea Riedel, unterschrieben haben. „Wir wollen Uferzonen aktivieren und damit die sozial-ökologische Stadtentwicklung voranbringen“, so Katja Zimmermann.

Flussbad in Berlin: Dem Senator ist das Projekt zu teuer

Der rot-grün-rote Senat hatte sich Ende 2021 im Koalitionsvertrag auf den Bau der Freitreppe geeinigt. Angesichts der enormen Kostensteigerungen, die Geisel zuletzt im März auf einen zweistelligen Millionenbetrag bezifferte, ausstehenden Baugenehmigungen sowie der noch immer ungeklärten Frage, ob am Ende der Senat oder der Bezirk Mitte für den Unterhalt der Treppenanlage samt Aufzuganlage aufkommen soll, wird nun die „Sinnhaftigkeit des Projektes“ in Frage gestellt.