Kriminalität

Zahl der Messerattacken in Berlin wieder deutlich gestiegen

Messer wurden im vergangenen Jahr wieder häufiger bei Straftaten benutzt (Symbolbild).

Messer wurden im vergangenen Jahr wieder häufiger bei Straftaten benutzt (Symbolbild).

Foto: Roland Halkasch / picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Insgesamt 2777 Straftaten wurden in Berlin 2021 mit Messern begangen – der zweithöchste Wert der vergangenen elf Jahre.

Berlin. Nach einem zuletzt leichten Rückgang ist die Zahl der Messerattacken in Berlin wieder angestiegen. Insgesamt 2777 Fälle weist die jüngst vorgestellte Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2021 aus – ein Plus von 7,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2593 Fälle) und der zweithöchste Wert der vergangenen elf Jahre. Nur 2018 wurden mit 2795 Fällen etwas mehr gezählt.

Das Leben der Berlinerinnen und Berliner sowie Einsatzkräfte der Polizei sei durch Messerstecher weiter in Gefahr, sagt Bodo Pfalzgraf, Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG). „2777 Fälle, in denen Messer mitgeführt wurden oder eine Rolle gespielt haben, sind nicht akzeptabel.“ Der Staat müsse deutlich machen, dass sie nicht erwünscht seien.

Genaue Zahlen dazu, welche Straftaten mit den Messern genau verübt wurden, ergibt die PKS noch nicht, da nur ein Kurzbericht veröffentlicht wurde. Ein grobes Bild lässt sich jedoch aus einer Antwort der Innenverwaltung auf eine parlamentarische Anfrage des CDU-Innenpolitikers Frank Balzer ablesen. Sie stammt aus dem Januar und erfasst anders als die PKS mit 2783 Fällen von Messerstraftaten noch sechs mehr.

2021 starben 33 Menschen in Berlin durch Messerattacken

Mit 2735 waren der Großteil davon sogenannte Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit. Darunter fallen vor allem Raubtaten (643) und Körperverletzung (867, davon 802 eingestuft als schwere und gefährliche Körperverletzung). Sexualdelikte spielen mit neun Fällen nur eine untergeordnete Rolle. Insgesamt fanden 33 Menschen im vergangenen Jahr durch ein Messer den Tod. Die Täterinnen und Täter waren dabei längst nicht alle erwachsen. 236 waren Heranwachsende (18 bis 21 Jahre), 252 Jugendliche (14 bis 17 Jahre) und 91 waren Kinder.