Bildung

GEW kritisiert Einsparungen bei Sonderpädagogen

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„Die wertschätzenden Worte der Pandemiezeit werden ausgehöhlt“: Der Vorsitzende der GEW Berlin, Tom Erdmann.

„Die wertschätzenden Worte der Pandemiezeit werden ausgehöhlt“: Der Vorsitzende der GEW Berlin, Tom Erdmann.

Foto: Violetta Kuhn / picture alliance / dpa

Für Schüler mit sehr hohem Förderbedarf sollen die Lehrkräftestunden pro Kind von acht auf drei reduziert werden, befürchtet die GEW.

Berlin. Die Lehrergewerkschaft GEW hat geplante Kürzungen für die Betreuung von Schülern mit besonderem Förderbedarf kritisiert. „Die wertschätzenden Worte der Pandemiezeit werden ausgehöhlt durch neue Kürzungen“, sagte Berlins GEW-Chef, Tom Erdmann. „Die Leidtragenden sind die Schülerinnen und Schüler, die die pädagogische Unterstützung am nötigsten haben, aber auch die Pädagoginnen und Pädagogen, die ihre anspruchsvolle Arbeit nicht umsetzen können.“

Wegfall von 500 Vollzeitstellen befürchtet

Für Schüler mit sehr hohem Förderbedarf – starken Beeinträchtigungen im Sehen, Hören, in der geistigen oder körperlich-motorischen Entwicklung sowie Autismus – sollen die Lehrkräftestunden für die sonderpädagogische Förderung pro Kind von acht auf drei reduziert werden, befürchtet die GEW. Fünf weitere Stunden sollen künftig von Pädagogischen Unterrichtshilfen, Erziehern oder Betreuern übernommen werden. So könnten nach Angaben der Lehrergewerkschaft bis zu 500 Vollzeitstellen für Sonderpädagogen wegfallen.

Die Bildungsverwaltung wies die Kritik am Freitag zurück. Durch die geplante Änderung sei es sogar möglich, dass die betreffenden Schüler mehr Sonderbetreuung erhalten. Der Einsatz von Betreuern und Erziehern erfolge insbesondere dann, „wenn eine Bedarfsdeckung durch sonderpädagogisch tätige Lehrkräfte nicht erfolgen kann, das heißt, wenn die vorhandenen Stunden nicht von Sonderpädagoginnen und -pädagogen besetzt werden können“, teilte der Sprecher der Verwaltung, Martin Klesmann mit. Diese Praxis werde an einigen Schulen bereits genutzt.

Nur noch 80 Prozent der personellen Ausstattung für Sonderförderung

Die GEW kritisiert darüber hinaus, dass Schulen zu Beginn des kommenden Schuljahres nur noch etwa 80 Prozent der personellen Ausstattung im Bereich der sonderpädagogischen Förderung erhalten sollen. Bis zu 20 Prozent sollen von der regionalen Schulaufsicht einbehalten und als Nachsteuerungsreserve genutzt werden. „Eine solide Planung des nächsten Schuljahres ist so nicht möglich“, kritisierte Erdmann. „Gute und inklusive Schule ist so nicht machbar.“ Eine verlässliche Grundausstattung sei nicht verlässlich, wenn sie je nach Kassenlage gekürzt werde.

Derzeit laufen die Haushaltsberatungen für die kommenden beiden Jahre. Wegen der aktuell schwierigen finanziellen Lage sind in einigen Bereichen Einsparungen möglich.

( -ker )