Goldener Boden

Warum Berliner immer länger auf Handwerker warten müssen

Wer zeitnah  einen Klempnertermin bekommt, hat Glück gehabt.

Wer zeitnah einen Klempnertermin bekommt, hat Glück gehabt.

Foto: Sebastian Kahnert / ZB

Personalmangel und Lieferschwierigkeiten machen das Warten auf einen Handwerker in vielen Fällen zu einer Geduldsprobe.

Berlin. Wer in Berlin handwerkliche Hilfe braucht, muss einen längerem Atem haben als noch vor einem Jahr. Durchschnittlich reicht das Auftragspolster der Betriebe für die nächsten 12,4 Wochen, wie eine Mitgliederumfrage der Handwerkskammer ergab. Vor einem Jahr waren es 10 Wochen. Erschwerend kommen Lieferschwierigkeiten etwa für Baumaterial hinzu. Aufträge können deshalb in einigen Bereichen nur verzögert ausgeführt werden, hieß es.

Was das Warten auf Handwerkerinnen und Handwerker noch verlängert: Die Betriebe haben weniger Personal. Seit 2019 sinke die Zahl der Beschäftigten, teilte die Kammer am Freitag mit. "Liebe Schulabgänger und Schulabgängerinnen, bewerbt euch jetzt", appellierte Kammerpräsidentin Carola Zarth. Arbeit gibt es demnach genug, etwa um Häuser für weniger Energieverbrauch umzubauen. "Die Energiewende ist ohne das Handwerk reine Theorie."

Bundesweit fehlen Leute, um etwa neue Heizungen und Fenster, Dämmung und Solardächer einzubauen. Branchenverbände und die Industriegewerkschaft Metall hatten den Mangel zuletzt auf 190.000 Fachkräfte beziffert.

Das Geschäftsklima im Berliner Handwerk hat sich indes weiter verbessert. 85 Prozent der befragten Betriebe sprechen von einer guten oder befriedigenden Geschäftslage. Die Auslastung stieg binnen Jahresfrist von 78,5 auf 84,7 Prozent.

( dpa )