Gefängnis

Mehr Schlägereien zwischen Gefangenen in der JVA Heidering

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Die JVA Heidering ist eine Berliner Haftanstalt, liegt jedoch in Großbeeren im Landkreis Teltow-Fläming.

Die JVA Heidering ist eine Berliner Haftanstalt, liegt jedoch in Großbeeren im Landkreis Teltow-Fläming.

Foto: Bernd Settnik / dpa

In der JVA Heidering gab es 2020 136 Schlägereien zwischen Insassen – ein deutlicher Anstieg im Gegensatz zu anderen Anstalten.

Berlin. Während die Zahl der Schlägereien zwischen Häftlingen in Berlins Gefängnissen weitgehend konstant bleibt oder sogar zurückgeht, stieg sie in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Heidering zuletzt deutlich an. So wurden dort 2019 noch 94 Vorfälle erfasst, 2020 dann 116 und 2021 schließlich 136. In diesem Jahr wurden bereits 37 Vorfälle gezählt, die bislang meisten gab es jedoch 2020 mit 40 in der Jugendstrafanstalt.

Das geht aus einer Antwort der Senatsjustizverwaltung auf eine bislang unveröffentlichte Anfrage des CDU-Abgeordneten Alexander J. Herrmann hervor. Insgesamt betreibt das Land Berlin sieben Gefängnisse: Neben den Häusern in Moabit, Tegel, Plötzensee und Heidering gibt es das Frauengefängnis in Lichtenberg, die Jugendstrafanstalt in Charlottenburg-Nord und die auf Spandau, Reinickendorf und Zehlendorf verteilte JVA des Offenen Vollzugs.

Einzig in der Letztgenannten gab es während der vergangenen drei Jahre keine gewalttätigen Auseinandersetzungen. In allen übrigen Anstalten stieg gleichzeitig die Zahl der Angriffe auf Bedienstete. So zählte die Justizverwaltung im Jahr 2019 insgesamt 39 solcher Vorfälle, 2020 dann 43 und 2021 schließlich 55. In diesem Jahr wurden bis zum 30. April bereits zwölf Fälle von Tätlichkeiten gegen das Personal gezählt.

JVA Heidering: Am 18. April eskalierte Konflikt zwischen Gefangenen

Am Ostermontag kam es in der JVA Heidering, die vom Land Berlin betrieben wird, aber im brandenburgischen Großbeeren (Teltow-Fläming) liegt, zu einer größeren Auseinandersetzung zwischen rund 50 Gefangenen, bei der auch Bedienstete verletzt wurden. Grund sei ein bereits länger andauernder Konflikt gewesen, der während einer Freistunde eskaliert sei, heißt es in der Antwort der Justizverwaltung weiter.

Grund dafür sei gewesen, „dass eine Gruppe Gefangener versucht haben soll, eine andere Gruppe Gefangener auf einer Wohnebene der Teilanstalt II zu unterdrücken, ihnen die Benutzung der Gemeinschaftsküche zu untersagen und eigene Regeln auf der Wohnebene zu implementieren“. Die zehn Hauptverantwortlichen seien zunächst unter Verschluss genommen und später in andere Teilanstalten verlegt worden. „Der Hauptverantwortliche wurde in eine andere JVA verlegt.“ Erst 2019 konnte das Personal eine Revolte im Heidering verhindern.