Lauf-Event

7000 Sportler beim S25-Lauf durch Berlin

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Julia Lehmann
Rund 7000 Läuferinnen und Läufer gingen am Sonntag beim S25 in Berlin an den Start.

Rund 7000 Läuferinnen und Läufer gingen am Sonntag beim S25 in Berlin an den Start.

Foto: Julia Lehmann

Kinder, Kostüme, gute Stimmung: 7000 Sportler waren am Sonntag beim S25-Lauf durch Berlin unterwegs.

Berlin. Der Wind habe ihm auf der zweiten Hälfte der Strecke Probleme bereitet, sagte Vincent Kiprotich. Trotzdem beendete der 23-jährige Kenianer mit einer Zeit von 01:17:24 als schnellster die 25 Kilometer lange Strecke beim S25-Lauf am Sonntag. „It was good“ – es war gut, resümierte der Langstreckenläufer knapp sein Ergebnis. Platz zwei und drei holten Nic Ihlow und Fabian Clarkson. Schnellste unter den Frauen (25 Kilometer) wurde die Ukrainerin Mariia Mazurenko, die aus ihrem Heimatland geflohen war und nun in Düsseldorf lebt. Mit einer Zeit von 1:28:31 war Mazurenko mehr als eine Minute schneller als Marathonläuferin Deborah Schöneborn. Die Berlinerin kam nach ihrem Zieleinlauf ins Schwärmen: „Es ist so ein tolles Erlebnis, durch die Straßen Berlins zu laufen. Man wird von den Leuten getragen.“

Am Sonntag stand Berlin ganz im Zeichen des Laufsports. Gut 7000 Läuferinnen und Läufer nahmen beim S25-Lauf durch den Westteil der Stadt teil. Gelaufen wurden neben 25 Kilometern auch Distanzen von 21,1 (Halbmarathon), zehn Kilometer und 5x5-Kilometer-Staffel. Der Startschuss für die Sportler fiel um 10 Uhr auf dem Vorplatz des Olympiastadions – und ein kunterbuntes Meer aus Sportlern setzte sich in Bewegung – vorbei an Sehenswürdigkeiten wie Siegessäule und Brandenburger Tor.

Auch 500 Kinder zwischen fünf bis 13 Jahren waren dabei

Für den Lauf mussten etliche Straßen für einige Stunden für den Verkehr gesperrt werden. Als besondere Belohnung führte der Zieleinlauf über die berühmte blaue Bahn des Olympiastadions, vorbei an der Hertha-Fankurve. Auf den Tribünen hatten vereinzelt Besucher Platz genommen. Am Zielpunkt warteten vor allem Mütter und Väter, die die Jüngsten unter den Läufern in Empfang nahmen. Mit 500 Kindern zwischen fünf und 13 Jahren nahmen so viele Nachwuchsläufer am S25 teil wie nie zuvor. Knapp zwei Kilometer war ihre Strecke lang.

Im Zieleinlauf gab es nicht nur für alle Teilnehmenden die verdiente Medaille. Dort war außerdem der Einfallsreichtum einiger Läuferinnen und Läufer zu sehen: Im Obelix-Kostüm schaffte es Hendrik Zanzig (24) ins Ziel. „Ich war auf einer Motto-Party und wurde dort von Freunden überredet, als Obelix an einem Lauf teilzunehmen“, sagte der Berliner. Zehn Kilometer lief er so durch die Stadt. Gestört hätten ihn die gestreiften Hosen mit Hosenträgern nicht. „Nur am Kopf war es etwas warm“, sagte Zanzig und zeigte auf seine leuchtend rote Perücke.

Nachdem der S25-Lauf – benannt nach der Berliner Sparkasse, die seit 2017 Hauptsponsor ist – im vergangenen Jahr in den Herbst verlegt werden musste und 2020 coronabedingt ganz ausfiel, fand die Veranstaltung nun wieder wie gewohnt im Mai statt. Erstmalig wurde aus dem Lauf ein „Lauf-Festival“ mit etlichen Angeboten für die Besucher. Die Bestzeiten-Glocke durfte läuten, wer sich während des Laufs steigern konnte, Stärkung gab es an diversen Foodtrucks, auf Sonnenstühlen konnte entspannt werden, in der „Kids Zone“ warteten Bewegungsspiele. Die Premiere sei ein Erfolg gewesen, so Seeber.

Und so war die Stimmung bereits ausgelassen, bevor sich die Läufer in Bewegung setzten. So auch bei Steven Bubner (26), der mit drei Freunden teilnahm. „Laufen ist seit einem Jahr meine Sportart. Und bei solchen Events sieht man, wie groß die Begeisterung dafür ist“, so der Wolfsburger. 40 bis 50 Kilometer laufe er in der Woche. Die 25-Kilometer-Distanz wollte er gleich als Trainingseinheit nutzen. Die schnellsten Halbmarathonläufer waren Lily Lißner (01:24:23) bei den Frauen sowie Malik Farhat (01:14:26) bei den Männern.