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"Schwarz bringt Glück": Besseres Image für schwarze Tiere

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dpa
Berlins Umweltsenatorin Bettina Jarasch hält Hund Wasti aus dem Tierheim Berlin in den Armen.

Berlins Umweltsenatorin Bettina Jarasch hält Hund Wasti aus dem Tierheim Berlin in den Armen.

Foto: dpa

Berlin. Schwarze Tiere haben in Deutschlands Tierheimen schlechtere Chancen vermittelt zu werden, als Tiere mit hellem Fell. Die Berliner Schornsteinfeger wollen daran etwas ändern - und zwar mit der Aktion "Schwarz bringt Glück". Schwarze Tiere bringen Pech, Schornsteinfeger bringen Glück - so der verbreitete Mythos. "Schwarze Tiere rufen scheinbar bei vielen immer noch Assoziationen hervor, die dafür sorgen, dass die Tiere so unglaublich stigmatisiert sind", sagte Beate Kaminski, Sprecherin des Tierschutzvereins Berlin der Deutschen Presse-Agentur.

Ob Aberglaube, Vorurteile, Angst - die Schornsteinfeger wollen als "Glückspaten aus Solidarität von Schwarz zu Schwarz" fungieren, erklärte die Schornsteinfeger-Innung in Berlin. Die Glücksbringer stehen mit den schwarzen Tieren vor der Kamera - und die entstandenen Bilder werden anschließend auf Kalenderblätter gedruckt.

Seit drei Jahren werden Kalender dieser Art bereits produziert. Ab September sollen sie mit den neuen Fotos für 2023 verschickt werden. Der Erlös aus dem Kalenderverkauf geht unter anderem an das Tierheim Berlin. Von 2020 bis 2022 sei aus dem Verkaufserlös über 31.000 Euro gespendet worden.

"Wir brauchen jedes Jahr zehn Millionen Euro, um den Betrieb hier aufrecht zu erhalten", sagte Kaminski. Das Tierheim werde durch Spenden finanziert und bekomme keine staatliche Unterstützung.

Laut einer Umfrage des Deutschen Tierschutzbundes unter 313 befragten Tierheimen in Deutschland im Jahr 2020 haben 55 Prozent der Tierheime bestätigt, dass schwarze Hunde schwerer ein neues Zuhause finden als andersfarbige Tiere. Bei Katzen waren es 48 Prozent.

Aktionen wie "Schwarz bringt Glück" von den Schornsteinfegern lenkten auf jeden Fall die Aufmerksamkeit auf dieses Thema, sagte Lea Schmitz, Pressesprecherin des Deutschen Tierschutzbundes. "Ziel war und ist es vor allem, Menschen darüber aufzuklären, dass die Fellfarbe keine Rolle spielt und die ganze Problematik einfach mal anzusprechen. Ich denke, das ist auch gelungen."

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( dpa )