Sorbisches Museum

Ausstellung zeigt Kopfschmuck in ungewöhnlicher Kombination

dpa
Besucher stehen vor dem Sorbischen Museum Bautzen.

Besucher stehen vor dem Sorbischen Museum Bautzen.

Foto: dpa

Bautzen. Tradition trifft Moderne: Das Sorbische Museum Bautzen zeigt in einer ungewöhnlichen Schau, was eine Tracht im 21. Jahrhundert für junge Menschen noch bedeuten kann. Unter dem Titel "Party im 21. Jahrhundert" sind ab diesem Sonntag Fotos junger Frauen aus der Slowakei zu sehen, die traditionellen Kopfschmuck mit modernem Make-up kombiniert. Dabei ist der Titel zweideutig. Denn Party - die Mehrzahl von Parta - ist die slowakische Bezeichnung für diesen Kopfschmuck, den früher Bräute und Brautjungfern trugen. 53 Party aus verschiedenen Regionen der Slowakei wurden für dieses Projekt von den Fotografen Ľubomír Sabo und Zuzana Sénášiová sowie der Ethnologin Katarína Sabová in Szene gesetzt.

Die Schau war bereits in mehreren Ländern zu sehen, in Bautzen wird sie bis 4. September gezeigt. Das Thema Tracht ist für die slawische Minderheit der Sorben und Wenden im Osten von Sachsen und Süden von Brandenburg von großer Bedeutung. Schon im Kindesalter legen Mädchen bei religiösen Festen und Feierlichkeiten eine Tracht an. Ältere Frauen tragen sie mitunter auch im Alltag.

"Die Wendische und Sorbische Tracht ist das Gegenteil von fast fashion, in vielerlei Hinsicht. Zum einen wird sie oft über Generationen vererbt und stolz weiter- statt nur aufgetragen. Zum Anderen kann es einen halben Vormittag dauern, Trachten anzulegen", schrieb der Autor Cornelius Pollmer über die Bekleidung sorbischer Frauen.

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( dpa )