Tag der Befreiung

Bilanz der Polizei: 72 Festnahmen am 8. und 9. Mai in Berlin

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Andreas Gandzior

Foto: Paul Zinken / dpa

Das Gedenken am 9. Mai verlief weitgehend friedlich, so die Polizei in ihrer Bilanz. Zu Festnahmen kam es trotzdem.

Berlin. Zum Schutz des Gedenkens an die Kriegsopfer sowie die Befreiung vom Nationalsozialismus war die Polizei am vergangenen Sonntag und Montag mit insgesamt 1800 Kräften im Einsatz. Dabei wurde die Berliner Landespolizei von Kräften aus fünf anderen Bundesländern und der der Bundespolizei unterstützt.

Insgesamt betreuten die Polizistinnen und Polizisten an beiden Tagen 52 Versammlungen und Veranstaltungen. Das geht aus einer Bilanz hervor, die die Polizei am Dienstag veröffentlichte. Die Polizei nahm an beiden Veranstaltungstagen zahlreiche Personen vorläufig fest, befürchtete Auseinandersetzungen blieben aber aus. Auch das Eintreffen der Putin-nahen russisch-nationalistischen Rockergruppe „Nachtwölfe“ in Berlin verlief ohne besondere Vorkommnisse.

Am Ehrenmal im Treptower Park in Alt-Treptow fanden am Montag sieben Versammlungen statt, an denen sich etwa 330 Personen beteiligten. Am Vormittag nahmen dort der russische, der kasachische und der usbekische Botschafter an einer Gedenkveranstaltung teil. Am Ehrenmal an der Straße des 17. Juni in Tiergarten fanden drei Veranstaltungen statt, an der sich in der Spitze 720 Personen beteiligten. Gegen 11.30 Uhr begann auf dem Platz des 18. März eine Versammlung mit bis zu 500 Personen, die geschlossen zum Ehrenmal liefen. Dort kam es laut Polizei zu einer Streitigkeit mit Körperverletzung. Die Hintergründe sind noch unklar.

Frau lässt sich mit Putin-nahen Rockern und russischer Fahne fotografieren

Eine Frau entrollte dort eine russische Fahne und ließ sich mit den Rockern der „Nachtwölfe“ fotografieren. Es wurde ein Strafermittlungsverfahren eingeleitet. Am Nachmittag erreichten 27 Mitglieder des Motorradclubs die Stadtgrenze in Dreilinden mit 15 Motorrädern und fünf Pkw. Die Polizei kontrollierte die Gruppe. Ein Motorrad- und ein Autofahrer konnten keine gültige Haftpflichtversicherung nachweisen. Ihnen wurde die Weiterfahrt untersagt. Der Rest der Gruppe wurde von der Polizei zum Ehrenmal in Mitte begleitet.

Insgesamt wurden am Montag 51 Personen vorläufig festgenommen. Die Polizei leitete Ermittlungsverfahren unter anderem wegen des Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz, der Körperverletzung, der Beleidigung, des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, des Verwendens von Kennzeichen verbotener Organisationen und der versuchten Gefangenenbefreiung ein.

Am Sonntag nahm die Polizei 21 Personen vorläufig fest. Dazu wurden Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Verstoßes gegen die Luftverkehrsverordnung, des Verdachts der Bedrohung sowie des Verdachts der Beleidigung eingeleitet.