Verkehrspolitik

Grüne schicken Gelbhaar in den Bahn-Aufsichtsrat

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Joachim Fahrun
Der Grünen-Verkehrsexperte Stefan Gelbhaar

Der Grünen-Verkehrsexperte Stefan Gelbhaar

Foto: Bündnis 90/ Die Grünen Berlin

Der Bundestagsabgeordnete aus Pankow und Verkehrsexperte der Fraktion besetzt einen der Plätze für die neue Ampel-Koalition.

Berlin. Die Bundestagsfraktion der Grünen hat über die Besetzung des ihr zustehenden Postens im Bahn-Aufsichtsrat entschieden. Der verkehrspolitische Sprecher und ehemalige Berliner Landesvorsitzende Stefan Gelbhaar soll künftig die Deutsche Bahn direkt mit kontrollieren. Das bestätigte der Politiker am Dienstag der Berliner Morgenpost nach der Entscheidung. Zuvor hatte Spiegel online über die Personalie berichtet.

Die drei Ampel-Fraktionen benennen je einen Vertreter für das Kontrollgremium des bundeseigenen Verkehrsunternehmens und ersetzen dort unter anderem Unions-Politiker. SPD und FDP hatten Posten schon besetzt, sie schicken Bernd Reuther (FDP) und Dorothee Martin (SPD) in den Aufsichtsrat.

Zwischendurch war spekuliert worden, dass der ehemalige Grünen-Fraktionsvorsitzende Anton Hofreiter Bahn-Aufseher werden könnte. Der Bayer verhandelte für die Grünen das Verkehrskapitel und hatte bei der Koalitionsbildung das Verkehrsministerium im Blick. Das ging aber an die FDP, Hofreiter ging als einer der wenigen Spitzengrünen in der Ampel leer aus.

Gelbhaar hat in Pankow erstmals das Direktmandat für die Grünen erobert

Inzwischen ist Hofreiter aber aus der Verkehrspolitik im Bundestag weitgehend ausgeschieden, ist auch nicht mehr Mitglied in der Fraktions-Arbeitsgruppe Mobilität. Diese leitet der Berliner Gelbhaar.

Der 45 Jahre alte Jurist sitzt seit 2017 im Bundestag und hat 2021 im Wahlkreis Pankow erstmals das Direktmandat für die Grünen erobert. Von 2011 bis 2017 war er im Berliner Abgeordnetenhaus tätig und dort unter anderem auch für die Verkehrspolitik zuständig.

Mit Gelbhaar bekommt die Bahn einen kritischen Unterstützer in ihren Aufsichtsrat, der sich klar für einen Ausbau des Bahn-Systems positioniert hat. Zuletzt benannte er seine Prioritäten diese Woche in der Debatte um Klimaschutz im Verkehrssektor: „Für uns ist klar, dass ein attraktives und leistungsfähiges öffentliches Bus- und Bahn-Angebot, eine deutliche Förderung von Rad- und Fußverkehr und Anreize, unnötige Fahrten ganz zu vermeiden, ein wesentlicher Baustein der notwendigen Verkehrswende sind.“