Ausstellung

Schliemann und Virchow: Sonderschau zu Freundschaft

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dpa
Vor dem Schliemann-Museum treffen die Gäste des Festaktes zum 200. Jubiläum des Archäologen Heinrich Schliemann (1822-1890) ein.

Vor dem Schliemann-Museum treffen die Gäste des Festaktes zum 200. Jubiläum des Archäologen Heinrich Schliemann (1822-1890) ein.

Foto: dpa

Der Troja-Entdecker Heinrich Schliemann und der Mediziner Rudolf Virchow waren eng befreundet. Sie unternahmen Reisen zu Ausgrabungsorten und tauschten auch gefundene Skelettteile aus. Das zeigt zum 200. Geburtstag Schliemanns eine Ausstellung.

Ankershagen/Berlin. Im Schliemann-Museum Ankershagen (Mecklenburgische Seenplatte) werden zwei prominente Ehrenbürger Berlins seit Dienstag besonders geehrt. Eine Sonderschau erinnert an die enge Beziehung und Freundschaft des Arztes Rudolf Virchow (1821-1902) mit dem Archäologen Heinrich Schliemann (1822-1890). Anlass ist der 200. Geburtstag Schliemanns, der im Jahr 2022 mit mehreren Veranstaltungen gewürdigt wird, wie die Leiterin des Schliemann-Museums Ankershagen, Undine Haase, sagte. Zugleich gab es am Dienstag einen Festakt mit Landeskulturministerin Bettina Martin (SPD).

Der Titel der Schau, die bis 9. Oktober im ehemaligen Wohnhaus der Schliemann-Familie zu sehen ist, lautet "Heinrich Schliemann und Rudolf Virchow - eine inspirierende Freundschaft". Sie basiert auf dem umfangreichen Briefwechsel beider Männer, den Haase ausgewertet hat.

Die Sonderschau zeigt, wie die Freundschaft der beiden Forscher begann, wie Schliemann wissenschaftliches Arbeiten von Virchow lernte und wie der Entdecker des antiken Trojas seinerseits vom Mediziner und Anthropologen Virchow gefördert wurde. Das führte unter anderem dazu, dass die Sammlung Schliemanns - zu der auch der "Schatz des Priamos" gehört - nach Deutschland kam und an ein Berliner Museum übergeben wurde.

"Der Weltbürger Heinrich Schliemann verband Mecklenburg und verbindet Mecklenburg-Vorpommern mit der Welt", sagte Martin. Sein Wirken beschäftige bis heute viele Wissenschaftler und Historiker. Das Museum in Ankershagen gilt als kultureller Gedächtnisort von nationaler Bedeutung.

Zu den Ausstellungsstücken gehören originale Möbel und andere Stücke aus dem Nachlass Virchows. Dokumente belegen, wie sich der Arzt von Schliemann gefundene Knochen für Forschungen schicken ließ und sich im Gegenzug auch für die Aufnahme seines Freundes als Ehrenmitglied in die Deutsche Anthropologische Gesellschaft einsetzte. Auch die Würdigung Schliemanns als 40. Ehrenbürger Berlins 1881 soll Virchow maßgeblich initiiert haben.

Schliemann wurde vor gut 200 Jahren - am 6. Januar 1822 - in Neubukow bei Rostock geboren und wuchs als Kind in Ankershagen auf. Hier soll er nach der Lektüre der Sagen die Absicht gefasst haben, die antiken Stätten einmal zu entdecken. Unter dem Motto "Schliemanns Welten" soll zudem ab 13. Mai in Berlin das vielschichtige Wirken des Kaufmannes und wissensdurstigen Mannes, dessen Methoden zu seiner Zeit aber umstritten waren, näher beleuchtet werden. (HINWEIS: Berichtigung der Meldung vom 10. Mai: 13. Mai statt 13. Oktober im letzten Satz.

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( dpa )