Demonstrationen

Ein weitgehend stilles Gedenken an das Weltkriegsende

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Ukraines Botschafter Melnyk legte einen Kranz nieder.

Ukraines Botschafter Melnyk legte einen Kranz nieder.

Foto: Getty

Die Berliner Polizei bereitet sich auf den zweiten Gedenktag am Montag vor.

Berlin. Weitgehend friedlich haben in Berlin am Sonntag Hunderte Menschen an das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa vor 77 Jahren erinnert. Mit einem Großaufgebot begleitete die Polizei Dutzende Gedenkveranstaltungen und Demonstrationen in der Hauptstadt. Hauptschauplätze waren dabei zunächst die Sowjetischen Ehrenmäler in Treptow sowie im Tiergarten. Zahlreiche Menschen legten dort Blumen und Kränze nieder.

Gegen Mittag kam der ukrainische Botschafter, Andrij Melnyk, gemeinsam mit seiner Frau zum Ehrenmal auf der Straße des 17. Juni. Einige Dutzend Menschen skandierten während des rund einstündigen Besuchs des Botschafters immer wieder „Melnyk raus“. Die Polizei hatte für 15 Gedenkorte Auflagen erlassen, unter anderem ein Verbot von russischen und ukrainischen Fahnen. Dennoch wurden vereinzelt ukrainische oder rote Flaggen mit Sowjet-Bezug gezeigt. Laut Polizeiangaben seien Beamte immer wieder eingeschritten, unter anderem beim Entrollen einer etwa 25 Meter langen Ukraine-Fahne.

Die Berliner Polizei bereitet sich unterdessen auf den zweiten Gedenktag am Montag vor. Auch da werde man wie am Sonntag wieder mit rund 1700 Kräften berlinweit im Einsatz sein, sagte ein Sprecher. Im Fokus liegt dabei vor allem eine Demonstration, die unter dem Motto „Rotarmisten-Gedächtnis-Aufzug“ mit 1300 Teilnehmenden angezeigt wurde und um elf Uhr am Brandenburger Tor starten und zum Ehrenmal im Tiergarten ziehen soll. Mitglieder des als russisch-nationalistisch geltenden Rockerclubs „Nachtwölfe“ haben im Vorfeld angekündigt, sich mit diesem Protestzug zusammentun zu wollen. Die Rocker, die dem russischen Präsidenten Wladimir Putin nahestehen, werden gegen Mittag aus Frankfurt am Main kommend in Berlin eintreffen. Die Polizei erwartet etwa 150 Personen, die vor allem mit Motorrädern anreisen werden.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat der Ukraine zum Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges weitere Unterstützung im Kampf gegen Russland zugesagt. Die Bundesrepublik habe bei ihrer Hilfe für die Ukraine erstmals überhaupt in ihrer Geschichte „Waffen in ein solches Kriegsgebiet geschickt“ und dabei „sorgfältig abwägend“ auch schweres Gerät geliefert, sagte Scholz in einer TV-Ansprache. „Das setzen wir fort.“ Für ihn stehe fest: „Putin wird den Krieg nicht gewinnen.

Die G7-Staaten haben sich gemeinsam auf den Ausstieg aus russischen Öl-Importen geeinigt. „Die G7 als Ganzes haben sich heute verpflichtet, die Einfuhr von russischem Öl zu verbieten oder auslaufen zu lassen“, teilte das Weiße Haus am Sonntag im Anschluss an eine Videokonferenz der Staats- und Regierungschefs der G7 mit.

( BM )