Demonstrationen

Polizei: Ruhiger 1. Mai wegen Teilnehmern und Strategie

dpa
Einsatzkräfte der Polizei stehen während der "Revolutionären 1. Mai-Demo" auf der Sonnenallee.

Einsatzkräfte der Polizei stehen während der "Revolutionären 1. Mai-Demo" auf der Sonnenallee.

Foto: dpa

Berlin. Die Berliner Polizei führt den vergleichsweise friedlichen Verlauf der Demonstrationen zum 1. Mai auch auf ihre Einsatztaktik zurück. "Sicherlich liegt es auch an den Teilnehmern der 18-Uhr-Demo", sagte Polizeipräsidentin Barbara Slowik am Montag im RBB24-Inforadio. Zudem habe die Polizei vorab intensiv mit den Veranstaltern gesprochen und habe bei der Route auch deren Interessen berücksichtigt. "Gleichzeitig haben wir mit sehr strengen Auflagen sehr klar gemacht: Wir werden auch eindeutig durchgreifen und auflösen." Zudem habe es gute Konzepte für den neuralgischen Punkt gegeben, das Kottbusser Tor.

In den Straßen entlang der Demo-Route begannen am Montagmorgen die Aufräumarbeiten. "Es war in den Vergleich zu den Vorjahren und gerade auch vor zehn Jahren wirklich relativ friedlich insgesamt", sagte Slowik. Dabei waren nach offiziellen Angaben rund 6000 Polizeikräfte aus mehreren Bundesländern im Einsatz. Ob es im nächsten Jahr einen ähnlich großen Einsatz geben werde, ließ Slowik offen. "Das ist jedes mal neu zu bewerten."

Die Polizei prüft noch, ob es antisemitische Äußerungen bei den Demonstrationen gegeben hat. Es habe einen Block von etwa 200 pro-palästinensischen Demonstranten gegeben. "Ich habe im Netz einzelne israelfeindliche Videos natürlich wahrgenommen", sagte Slowik. Die Polizei arbeite das auf.

"Null Toleranz bei antisemitischen Äußerungen", bekräftigte Slowik. Zugleich betonte sie: "Bei 14.000 Teilnehmern können wir es nicht gewährleisten, dass sozusagen gar kein Sprechchor irgendwo mal entsteht." Ob wie vor dem 1. Mai weitere Demonstrationen von pro-palästinensischen Gruppen verboten werden, ließ sie offen.

© dpa-infocom, dpa:220502-99-122475/4

( dpa )