Öffentlicher Nahverkehr

Jarasch kündigt U-Bahn-Bau für diese Legislatur an

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BVG-Tickets werden automatisiert, Fahrscheinentwerter, Passanten im U-Bahnhof Brandenburger Tor., fotografiert am 21. Januar 2022 in Berlin. Foto: Maurizio Gambarini/Funke Foto Services

BVG-Tickets werden automatisiert, Fahrscheinentwerter, Passanten im U-Bahnhof Brandenburger Tor., fotografiert am 21. Januar 2022 in Berlin. Foto: Maurizio Gambarini/Funke Foto Services

Foto: Maurizio Gambarini / FUNKE Foto Services

U3 soll von Krumme Lanke bis Mexikoplatz verlängert werden - Verkehrssenatorin will schnell vorankommen.

Berlin. In Berlin soll sich in Sachen neuer U-Bahn-Strecken in den kommenden Jahren etwas tun. „Wir werden in dieser Legislatur noch anfangen, eine U-Bahn zu bauen“, kündigte Verkehrssenatorin Bettina Jarasch (Grüne) am Mittwoch im Mobilitätsausschuss des Abgeordnetenhauses an. Klar ist aber auch: Nicht bei allen Verlängerungen, die sich die rot-grün-rote Regierung in ihren Koalitionsvertrag geschrieben hat, wird sie in den verbliebenen viereinhalb Jahren dieser Wahlperiode soweit kommen.

Wenn man sich vornehme, immer mehr zu planen und zu untersuchen, bedeute das nicht, dass man schneller ins Umsetzen komme. „Wir müssen priorisieren, nur dann kommt auch etwas auf – oder in diesem Fall unter – die Straße“, sagte Jarasch. „Deswegen werden wir mit der U3 beginnen und ich glaube, dass wir dann auch wirklich sehr schnell vorankommen können.“ Mit den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) sei man in intensiven Gesprächen, damit die Projektgesellschaft, die die U5 fertiggestellt hat, ihre Arbeit fortsetzen könne.

Ausbau der U3 gilt als verhältnismäßig einfach

Vorgesehen ist, die Linie U3 von der derzeitigen Endhaltestelle Krumme Lanke bis zum Mexikoplatz auszubauen, um dort auch einen direkten Umsteigepunkt zur S-Bahn zu schaffen. Weil die Verlängerung relativ kurz ist – es geht um eine Tunnelstrecke von voraussichtlich weniger als 700 Metern – wird das Vorhaben als verhältnismäßig einfach umsetzbar eingestuft, auch die Kosten sind entsprechend geringer als bei anderen U-Bahn-Projekten.

Im nächsten Schritt steht für den Ausbau der U-Bahn-Strecke eine Nutzen-Kosten-Analyse an, die notwendig ist, um Fördermitteln beim Bund zu beantragen. Hierfür hat die Mobilitätsverwaltung, nach der an Nummer 1 priorisierten U3, noch zwei weitere Verlängerungen im Blick. „Wir werden die U7 in beide Richtungen angehen, und damit sind wir erst einmal gut beschäftigt“, sagte Jarasch. Bei der U7 geht es einerseits um den Ausbau in Richtung Heerstraße in Spandau, andererseits um die – nicht unumstrittene – Verlängerung über Rudow hinaus zum Flughafen BER.

CDU bezweifelt U-Bahn-Bau noch in dieser Legislatur

In ihren Koalitionsvertrag aufgenommen haben SPD, Grüne und Linke außerdem Nutzen-Kosten-Analysen für den Ausbau der U2 nach Pankow Kirche sowie der U8 in das Märkische Viertel. Diese werden aber wohl zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. „Wenn wir mehr Kapazitäten haben, machen wir die nächsten Schritte, einen nach dem anderen“, sagte Jarasch im Ausschuss.

Oliver Friederici, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, äußerte auf Nachfrage Zweifel daran, dass ein Baustart bei der U3 noch in dieser Legislaturperiode realistisch ist. „Der Senat hat im Haushalt für 2022 nur 1,1 Millionen Euro für U-Bahn-Maßnahmen vorgesehen“, sagte er. „Das reicht nicht, wenn noch vier weitere Projekte begonnen werden sollen.“ Für den U-Bahn-Bau brauche es deshalb mehr Mittel, der Senat müsse aber auch zeitgleich zu den Nutzen-Kosten-Analysen bereits Gespräche mit dem Bundesfinanz- und dem Bundesverkehrsministerium führen, um Fördermittel zu sichern. Geschehe alles nacheinander, reiche die Zeit nicht, so Friederici. Er rechne mit einem Baubeginn unter aktuellen Voraussetzungen deshalb nicht vor 2027 oder 2028.