Ukraine-Krieg

Polizei Berlin: 139 Taten mit Bezug zum Ukraine-Krieg

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Polizeibeamte entfernen die Flagge der Ukraine von einem historischen Panzer am Sowjetischen Ehrenmal an der Straße des 17. Juni.

Polizeibeamte entfernen die Flagge der Ukraine von einem historischen Panzer am Sowjetischen Ehrenmal an der Straße des 17. Juni.

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Die Polizei registriert seit dem Krieg Anzeigen vor allem in Mitte und Treptow-Köpenick. Die meisten Fälle haben antirussischen Bezug.

Berlin. Die Polizei hat seit dem russischen Einmarsch in der Ukraine bis zum 18. März 139 Sachverhalte registriert, die offenbar im Zusammenhang mit dem Krieg stehen. Das teilte die Innenverwaltung auf Anfrage des Abgeordneten Ferat Koçak (Linke) mit.

Meist habe es sich um Sachbeschädigungen, Beleidigungen und Bedrohungen gehandelt. 64 Fälle zeigten einen anti-russischen Bezug. 15 Sachverhalte richteten sich gegen die Ukraine, 21 waren anti-belarussisch geprägt. Man gehe davon aus, dass die Zahl der Straftaten mit Fortsetzung des Krieges steigen werde, teilte die Innenverwaltung mit.

Polizei sieht bei Panzer-Verhüllung keine Straftat

Über das Ausmaß der Straftaten mit Bezug zur Invasion in der Ukraine hatte die Berliner Morgenpost berichtet. Die Innenverwaltung schlüsselte die Taten nun nach Bezirken auf. Anti-russische Taten wurden demnach vor allem in Mitte und Treptow-Köpenick registriert. In Mitte befindet sich die Russische Botschaft (Unter den Linden).

Am sowjetischen Ehrenmal an der Straße des 17. Juni wurde in der Nacht zu Mittwoch ein sowjetischer Panzer mit einer ukrainischen Fahne überzogen. Laut Polizei wurde nichts beschädigt. Eine Straftat liege nicht vor.

Auf das sowjetische Ehrenmal im Treptower Park wurden laut Polizei am Dienstag zwei Sterne in den Farben der ukrainischen Nationalfahne aufgesprüht.

Reifen bei Auto zerstochen

Eine anti-ukrainische Tat ereignete sich laut der Gesetzestreuen Jüdischen Landesgemeinde Brandenburg vor rund einer Woche vor einem Mehrfamilienhausin in Potsdam. Bei einem Auto mit ukrainischem Kennzeichen seien die Reifen zerstochen worden.

Laut Innenverwaltung kursieren auf rechtsextremen Kanälen im Internet Aufrufe „zur Ausreise und zur Teilnahme an den Kampfhandlungen auf ukrainischer Seite“. Über eine Resonanz dieser Aufrufe gebe es keine Erkenntnisse.

Der Abgeordnete Kocak, der die Anfrage gestellt hatte, zeigte sich angesichts der Taten „wütend und traurig“. Nicht Menschen mit russischen und ukrainischen Wurzeln in Berlin hätten den Krieg begonnen, „sondern die russische Regierung“. Gegen den Krieg sei „eine internationalistische Antwort“ nötig.