Nahverkehr in Berlin

U-Bahn: BVG will wieder Aufsichtsteams einsetzen

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Die U-Bahn Stationen, wie hier am Hauptbahnhof, funktionieren heute fast ohne Personal. Jetzt will die BVG wieder Zugabfertiger einstellen.

Die U-Bahn Stationen, wie hier am Hauptbahnhof, funktionieren heute fast ohne Personal. Jetzt will die BVG wieder Zugabfertiger einstellen.

Foto: Annette Riedl / dpa

Die BVG plant dafür 66 neue Stellen. Ein erstes Team soll im Sommer an der U8 zwischen Gesundbrunnen und Hermannstraße starten.

Berlin. Vor Jahrzehnten gehörten sie zu den U-Bahnhöfen dazu: die Zugabfertiger, die am Bahnsteig das Signal zur Abfahrt gaben und Zuspätkommende von den Türen zurückpfiffen. Schon lange wurden sie durch die Technik ersetzt. Die Fahrer können heute mit Spiegeln und Kameras den Ein- und Ausstieg am Bahnsteig beobachten. Um die Sicherheit dennoch wieder auf den Bahnsteigen zu erhöhen, wollen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) jetzt mehr Aufsichtspersonal an den Berliner U-Bahnhöfen einsetzen.

Insgesamt sollen 66 zusätzliche Bahnhofsaufsichten eingestellt werden, erklärte BVG-Sprecher Markus Falkner auf Anfrage der Berliner Morgenpost. Sie werden perspektivisch auf allen 175 U-Bahnhöfen für eine verstärkte Präsenz sorgen. Im Sommer sollen die erstenneuen Teams auf der U8 zwischen Gesundbrunnen und Hermannstraße mit ihrem Einsatz beginnen.

Das neue Aufsichtspersonal wird nicht nur dafür sorgen, dass sich kein Fahrgast bei Abfahrt des Zuges noch an der Bahnsteigkante befindet. Seine Hauptaufgabe ist nach Auskunft der BVG neben der Gewährleistung von Ordnung, Sauberkeit und Sicherheit, auch die Wahrnehmung der Verkehrssicherheitspflicht sowie Kundenservice und Fahrgastinformationen.

Kunden wünschen sich mehr Personal auf Bahnhöfen

„Mehr Personal auf U-Bahnhöfen ist ein häufig genannter Kundenwunsch, dem wir jetzt auch mit den Bahnhofsaufsichten gern nachkommen“, sagt Markus Falkner. Auch im Sicherheitsdienst sei bereits mehr Personal im Einsatz. So seien täglich etwa 250 Sicherheitskräfte – BVG-Mitarbeitende und Dienstleister – auf den Bahnhöfen unterwegs.

Das Projekt der neuen Bahnhofsaufsichten befindet sich derzeit im Aufbau. Es gab bereits zwei Ausschreibungen, bei denen 140 Bewerbungen eingegangen sind. Das anfängliche Grundgehalt beträgt etwa 2450 Euro, das mit der Zeit steigt. Hinzu kommen Zuschläge, zum Beispiel für Nacht- und Wochenenddienste. Aktuell laufen die ersten Ausbildungen, alle zwei Monate startet ein Kurs. Die Ausbildung dauert drei Monate und wird mit einer Prüfung abgeschlossen. „Wenn alles gut geht, werden in diesem Jahr rund 40 neue Kolleginnen und Kollegen an Bord sein“, sagt der BVG-Sprecher.

Jeder Stützpunkt betreut sechs U-Bahnhöfe

Im Moment sind bei der BVG bereits 136 Bahnhofsaufsichten unterwegs, die alle 175 U-Bahnhöfe betreuen. Sie bekommen jetzt eine spürbare Verstärkung. Denn mit der Neueinstellung von 66 Mitarbeitenden erhöht sich ihre Zahl um rund 50 Prozent. „Sie werden 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag für Berlin im Dreischichtsystem im Einsatz sein“, erläutert Markus Falkner. Jeder Stützpunkt betreue sechs Bahnhöfe. Die Kolleginnen und Kollegen seien also flexibel und mobil und stünden über Funk in Kontakt mit den Leitstellen.

Das Berufsbild der Bahnhofsaufsicht ist somit wesentlich umfangreicher als das der frühen Zugabfertiger, die vorrangig die Aufgabe hatten, das Einsteigen zu überwachen und das Signal zur Abfahrt zu geben. Ersetzt wurden die Zugabfertiger vor Ort, die auch für Informationen und zur Sicherheit da waren, durch Notruf- und Informationssäulen

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