Ukraine-Krise Berlin

Blog: Innensenatorin will Geflüchtete besser schützen

| Lesedauer: 105 Minuten
Die Bedeutung des Buchstaben "Z" auf russischen Panzern

Die Bedeutung des Buchstaben "Z" auf russischen Panzern

Auf russischen Panzern, Armee-Fahrzeugen und T-Shirts: Immer häufiger taucht der Buchstabe "Z" im Zusammenhang mit dem russischen Militär auf. Das steckt dahinter:

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Immer mehr Flüchtlinge aus der Ukraine erreichen Berlin. Ihre Versorgung ist eine Herausforderung. Alle Berliner Ukraine-News im Blog.

  • Berlin erwartet weiterhin Tausende Flüchtlinge aus der Ukraine.
  • Der Bedarf an regulären Unterbringungsmöglichkeiten kann Franziska Giffey zufolge bei weitem nicht gedeckt werden. Die Übernachtungsmöglichkeiten auf dem Messegelände sind ausschließlich für die kurzfristige Unterbringung gedacht.
  • In Berlin findet am Sonntag erneut eine Friedensdemonstration statt. Das Veranstalter-Bündnis meldete bei der Polizei 100.000 Teilnehmer an.
  • Geldspenden, Sachspenden, Ehrenamt: So können Sie Flüchtlingen in Berlin helfen

Berlin. Die Berliner Morgenpost berichtet über Nachrichten aus der Hauptstadt zum russischen Krieg gegen die Ukraine im Newsblog. Alle überregionalen Nachrichten zum Ukraine-Krieg lesen Sie in diesem Blog.

Ukraine-News aus Berlin am Sonnabend, 12. März: Wir starten ein neues Newsblog

9 Uhr: Alle aktuellen Nachrichten zur Auswirkung des Krieges in der Ukraine auf Berlin finden Sie im neuen Blog!

Ukraine-News aus Berlin am Freitag, 11. März:

Innensenatorin: Geflüchtete aus der Ukraine schützen

20.39 Uhr: Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) will Geflüchtete aus der Ukraine vor zwielichtigen Hilfsangeboten schützen. „Es ist besonders perfide und an Skrupellosigkeit nicht zu übertreffen, wenn versucht wird, die Notlage der Menschen und dieser für sie schrecklichen Situation auszunutzen“, teilte Spranger am Freitagabend mit. Angesichts von „unseriösen oder kriminellen Hilfs- und Unterbringungsangeboten“ an Frauen und Kindern hätten Sicherheitskräfte sofort reagiert.

„Der Polizei Berlin ist bekannt, dass am Hauptbahnhof männliche Personen aufgefallen sind, die sich gegenüber weiblichen Geflüchteten aufdringlich verhalten und offensiv Schlafplätze angeboten haben“, teilte Sprangers Verwaltung mit. Selbst wenn es nach aktuellem Kenntnisstand glücklicherweise bei Versuchen geblieben sei, sei es notwendig, sofort zu handeln und präventive Schutzmaßnahmen zu treffen.

Ukraine-Krieg: Polizei registriert 100 Beleidigungen und Schmierereien

17.04 Uhr: Zwei Wochen nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine hat die Berliner Polizei rund 100 Straftaten wie Beleidigungen und Schmierereien zu dem Krieg registriert. Die meisten Taten seien anti-russisch, ein kleinerer Teil aber auch gegen die Ukraine gerichtet, sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Auch Farbbeutelwürfe seien bekannt geworden, Gewalttaten hingegen bislang nicht. In der Nacht zu Freitag hatten unbekannte Täter ein Feuer an einer deutsch-russischen Schule gelegt.

Spendenaktion für jüdische Waisenkinder

17.01 Uhr: Die BR Volleys haben mit ihrem Titelsponsor Berlin Recycling und weiteren Netzwerkpartnern ein Crowdfunding-Projekt für Flüchtlingskinder aus der Ukraine gestartet. Die Spenden werden gesammelt für den Verein Chabad Lubawitsch Berlin e.V., der sich um die Aufnahme von Kindern und Jugendlichen sowie deren Begleiter aus einem Waisenhaus in Odessa kümmert. Mehr dazu lesen Sie hier.

Impfaktion für ukrainische Geflüchtete

16.55 Uhr: In Zusammenarbeit mit der ukrainischen Botschaft sind am Donnerstag in Mitte 133 Geflüchtete gegen das Coronavirus geimpft worden. In der Ukraine sind weniger als 40 Prozent der Menschen gegen das Virus geimpft.

Berlins Innenverwaltung bittet Bundeswehr um Hilfe

16.09 Uhr: Berlin hat wie angekündigt ein Amtshilfeersuchen ans Verteidigungsministerium gestellt und die Bundeswehr um Unterstützung bei der Flüchtlingsaufnahme gebeten. Das teilte die Innenverwaltung auf Anfrage am Freitag mit. Der Antrag auf Amtshilfe sei beim Landeskommando Berlin eingegangen, bestätigte ein Sprecher des Kommandos Territoriale Aufgaben. Er werde nun geprüft. In Berlin kommen infolge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine täglich Tausende Flüchtlinge an, der Senat rechnet auch in den nächsten Tagen jeweils mit etwa 15.000 Menschen.

Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey hatte das offizielle Amtshilfeersuchen bereits am Mittwochabend nach einer Sondersitzung des Senats in Aussicht gestellt. Berlin sei in einer Notlage, hatte Innensenatorin Iris Spranger (beide SPD) erklärt. Sie sprach von etwa 40 Helfenden, die vielleicht benötigt würden.

Das Hilfegesuch stößt teils auf Kritik. So hatte etwa Marie-Agnes Strack-Zimmermann, FDP-Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, am Donnerstag bei Twitter geschrieben: „Damit muss endlich mal Schluss sein. Die #Bundeswehr ist kein erweitertes Hilfswerk.“ Gerade jetzt werde die Bundeswehr für ihre Kernaufgaben gebraucht. „Nicht nur Berlin muss mal aus Gemütlichkeit rauskommen. Für sowas gibt es u.a. zivilen Katastrophenschutz.“

PR-Fachfrau und gebürtige Russin warnt vor aufkeimendem Russen-Hass

15 Uhr: Elena Budinstein lebt seit rund 25 Jahren in Berlin. Aufgewachsen ist sie in St. Petersburg. In Berlin und Moskau berät sie mit ihrer PR-Agentur große Marken dabei, sich auf den russischsprachigen Märkten zu präsentieren. Zudem ist sie Trainerin für Interkulturelle Kompetenzen und Lehrbeauftragte für internationale Verhandlungen und interkulturelles Management. Lesen Sie im Interview mehr darüber, warum es falsch ist, jetzt jegliches Russische zu boykottieren und wie das Verhältnis zu Russen vernünftig bleiben kann.

Senatorin bei Kindern in Flüchtlingzelt - GdP warnt vor Kriminellen

14.45 Uhr: Berlins Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse (SPD) hat das große Zelt für die ankommenden ukrainischen Flüchtlinge am Hauptbahnhof besucht. Besonders ging es dabei am Freitag um Gespräche mit Flüchtlingen, Helfern und dem Team für Kinderschutz und Jugendhilfe, das seit Kurzem dort arbeitet. Das Team soll sich um minderjährige Flüchtlinge ohne Begleitung kümmern und sie auch vor Menschenhändlern, Zuhältern und sexueller Belästigung und Ausbeutung schützen. Zu sehen waren am Freitag in dem Zelt auffällig viele Kinder, darunter auch zahlreiche Kleinkinder und Babys in Kinderwagen, die überwiegend mit ihren Müttern angekommen waren. Sie schliefen zum Teil erschöpft und müde, aßen, ruhten sich aus, malten oder spielten.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) warnte, es sei zu erwarten, dass in den nächsten Wochen „sicher auch zahlreiche Pädophile, andere
Sexualstraftäter und Zuhälter versuchen, die Not von Hilfsbedürftigen schamlos auszunutzen“. Sie könnten sich unter die engagierten Helfer mischen, „um im Deckmantel der weitreichenden Solidarität eigene Absichten zu verfolgen“. Die Polizei sei entsprechend aufmerksam und werde auch vorbeugend aktiv.

Lederer: Bei Ukraine-Flüchtlingen nicht ausreichend Unterstützung

14.38 Uhr: Berlin fühlt sich bei der Aufnahme und Verteilung von Ukraine-Flüchtlingen noch zu sehr allein gelassen. „Wir sind derzeit nicht in der Situation, dass wir uns vom Bund wirklich unterstützt fühlen, was die Steuerung der Unterbringung der Menschen in ganz Deutschland anbetrifft“, sagte Kultur- und Europasenator Klaus Lederer (Linke). Die Situation sei nicht gut.

Es gebe „keine vernünftige Weiterleitung im Bundesgebiet“, und das in einer Lage, in der in Berlin jeden Tag mehr Menschen ankämen. Die Lage sei schwieriger als in den Jahren 2015 und 2016, als Hunderttausende Menschen aus dem Bürgerkriegsland Syrien flohen. „Es ist vom Umfang der Herausforderung kein Vergleich“, sagte Lederer. „Nichts, was wir kennen, unsere Generation, ist mit dem vergleichbar, was wir augenblicklich erleben, auch 2015/2016 nicht.“

Berlin sucht weiter Flüchtlingsunterkünfte - Messe nur für den Notfall

14.05 Uhr: Die Übernachtungsplätze auf dem Messegelände sind ausschließlich für die kurzfristige Unterbringung ukrainischer Kriegsflüchtlinge gedacht. Sie sollen für Menschen zur Verfügung stehen, die keinen Platz in einer regulären Unterkunft bekommen haben, sagte Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) nach einem Besuch der Messehalle 11.1. Dort wurden in der vergangenen Nacht 360 Flüchtlinge untergebracht. Dabei gehe es darum zu verhindern, Menschen gar keinen Schlafplatz anbieten zu können.

Der Bedarf an Unterbringungsmöglichkeiten kann Giffey zufolge bei weitem nicht gedeckt werden. „Wir werden schlicht vom Geschehen überholt“, sagte sie. Deswegen sei entscheidend, dass Berlin Unterstützung des Bundes bekomme - sowohl für die Registrierung der ukrainischen Flüchtlinge als auch mit Blick auf die bundesweite Verteilung. Die bisherigen Hilfen reichten noch nicht aus. „Wir gehen davon aus, dass jeden Tag weitere 15 000 Menschen in Berlin ankommen.“ Es habe sich gezeigt, dass die Flüchtlinge versuchten, in die bekanntesten deutschen Städte zu kommen. „Berlin ist das beliebteste Ziel.“

Giffey kündigte an, die Stadt werde deshalb weitere Unterkünfte für Flüchtlinge in Betrieb nehmen. Fünf sind bereits fest geplant. Es werde auch überlegt, das alte Terminal SXF am Hauptstadtflughafen BER im brandenburgischen Schönefeld als Notfallunterbringungsmöglichkeit zu nutzen. Auch der ehemalige Flughafen Tempelhof werde in Betracht gezogen.

Giffey betonte erneut, es sei noch nicht der Zeitpunkt, in Berlin den Katastrophenfall auszurufen. „Es gibt noch einige Schritte, die man gehen kann.“ Zunächst müssten die vorhandenen Möglichkeiten genutzt werden, sagte die SPD-Politikerin - aber auch: „Ich schließe ausdrücklich nichts aus.“

Landkreis schickt Flüchtlinge wieder zurück nach Berlin

13.50 Uhr: Der Landkreis Fallingbostel in Niedersachsen hat Flüchtlinge aus der Ukraine wieder nach Berlin zurückgeschickt. In einer E-Mail an Berlins Sozialsenatorin Katja Kipping (Linke) begründeten die Behörden diesen Schritt mit der ungeklärten Rechtslage, was Registrierung und Verteilung der Kriegsflüchtlinge betrifft. Vereinzelt habe es weitere solcher Fälle gegeben, sagte Kipping der Morgenpost. Die meisten Kommunen und Bundesländer seien aber sehr hilfsbereit.

Brandenburg will mehr zentrale Anlaufstellen für Ukraine-Flüchtlinge

13:32 Uhr: Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) dringt auf mehr zentrale Aufnahmestellen für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine. „Angesichts der Lage halte ich es für unverzichtbar, zusätzliche zentrale Anlauf- und Registrierungsstellen unter Leitung des Bundes im Bundesgebiet einzurichten“, sagte Woidke am Freitag am Rande einer Sitzung des Bundesrates. „Auch mit Blick auf die anhaltende Corona-Pandemie ist ein geordneter Aufnahmeprozess wichtig.“

Woidke wollte sich mit Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) am Freitag in Frankfurt (Oder) die Registrierung der Geflüchteten durch die Bundespolizei ansehen. Brandenburg ist neben Berlin die erste Anlaufstelle für zahlreiche Flüchtlinge aus der Ukraine.

Innenminister Michael Stübgen (CDU) forderte mehr Unterstützung des Bundes. „Wir werden für die humanitäre Aufnahme der Flüchtlinge aus der Ukraine noch viel Kraft und Ausdauer aufbringen müssen“, teilte er mit. „Deshalb ist es unabdingbar, dass die Bundesregierung die Länder schnell mit personellen und finanziellen Ressourcen unterstützt.“

Jüdische Gemeinde organisiert Aufnahme von Ukraine-Flüchtlingen

13.25 Uhr: Die Berliner jüdische Gemeinde hat eine eigene Erstaufnahme für Flüchtlinge aus der Ukraine eröffnet und bereits bis zu 200 Menschen Unterstützung und Unterkunft vermittelt. Im großen Saal des Gemeindezentrums in der Fasanenstraße bekommen die Geflüchteten eine warme Mahlzeit sowie Kleidung, Zahnbürste und Duschzeug. Die Gemeinde hat zudem Zimmer in Hotels angemietet und vermittelt private Unterkünfte. Auch nichtjüdische Ankommende bekomen eine Erstausstattung.

In der Ukraine lebten sehr unterschiedlichen Schätzungen zufolge vor dem russischen Angriff 50 000 bis 250 000 Menschen mit jüdischen Wurzeln, wie der Gemeindevorsitzende Gideon Joffe sagte. Etwa 3500 von ihnen seien seit Kriegsbeginn nach Deutschland gekommen, davon rund 500 nach Berlin. Joffe warb dafür, die Jüdinnen und Juden nicht über ganz Deutschland zu verteilen, sondern sie in Großstädten wie Berlin, München, Frankfurt oder Köln wohnen zu lassen, damit sie Anschluss an die jüdischen Gemeinden finden könnten.

Krieg gegen die Ukraine darf nicht ungestraft bleiben

12.55 Uhr: Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) hat gefordert, der russische Angriff auf die Ukraine müsse rechtliche Konsequenzen haben. „Der völkerrechtswidrige Krieg gegen die Ukraine darf nicht ungestraft bleiben, sagte Giffey am Freitag anlässlich des Nationalen Gedenktags für die Opfer terroristischer Gewalt. „Bombardements der Zivilbevölkerung, Beschuss von Nuklearanlagen und Streubomben auf Krankenhäuser sind terroristische Akte im Krieg und gehören vor den internationalen Strafgerichtshof“, erklärte die SPD-Politikerin.

„Ich rufe alle Menschen ukrainischer und russischer Abstammung in Berlin auf, diese Auseinandersetzung nicht auf unseren Straßen zu führen, sondern friedlich miteinander umzugehen“, sagte Giffey. „Setzen wir gemeinsam ein Zeichen für Frieden und Völkerverständigung in unserer Stadt, im Berlin der Freiheit.“

Mit Blick auf den Nationalen Gedenktag sagte Giffey: „Die zahllosen Terroranschläge der letzten Jahre, in Berlin am Breitscheidplatz und in Partnerstädten sowie an vielen Orten der Welt, haben uns alle erschüttert.“ Hass, Gewalt und Terror dürften niemals die Oberhand gewinnen. „Wir werden alles unternehmen, um solche Taten zu verhindern.“

Zum Gedenktag ist an Bundesgebäuden in Deutschland Trauerbeflaggung angeordnet. Das Datum knüpft an den Europäischen Gedenktag für die Opfer des Terrorismus an, der nach den islamistisch motivierten Bombenanschlägen in Madrid vom 11. März 2004 ins Leben gerufen wurde. Damals starben 191 Menschen. Der Europäische Gedenktag wurde erstmals 2005 begangen.

Berlin wirbt bei Ukrainern für andere Bundesländer

12.40 Uhr: Das Berliner Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten(LAF) wirbt bei den Geflüchteten aus der Ukraine dafür, in andere Bundesländer zu gehen. Dort gäbe es mehr Chancen auf Wohnraum und schnelleren Zugang zu Leistungen und medizinischer Versorgung, heißt es in einem Tweet des LAF in ukrainischer Sprache. Berlin sei nur für 5 Prozent der Menschen zuständig. Wer sich im Ankunftszentrum in Reinickendorf registrieren lasse, werde in andere Länder weiterverteilt

Bezirksamt Mitte hilft mit Feldbetten aus

12.25 Uhr: Das Bezirksamt Mitte stellt seine Reserve für Katastrophenfälle zur Verfügung. 945 Feldbetten wurden am Freitag für die Errichtung einer Massenunterkunft bereitgestellt. „Wir haben unsere Reserve für Katastrophenfälle zur Verfügung gestellt, sind jetzt aber selber blank", erklärt der Bezirksstadtrat für Soziales und Bürgerdienste, Carsten Spallek.

Menschenkette in Friedrichshain und Kreuzberg

11.40 Uhr: In Friedrichshain und Kreuzberg wollen Friedensaktivisten mit einer Menschenkette gegen den Krieg in der Ukraine protestieren. Die Kette soll von der Emanuel-Lasker-Schule an der Corinthstraße über die Modersohnstraße, Stralauer Allee, Oberbaumbrücke und Oberbaumstraße bis zur Refik-Veseli-Schule an der Skalitzer Straße reichen. Start der Aktion ist um 12 Uhr. Angemeldet sind mehrere Hundert Teilnehmer. Die Verkehrsinformationszentrale (VIZ) rechnet in dem Bereich bis 13.30 Uhr mit Verkehrseinschränkungen.

Mehr Ukraine-Flüchtlinge kommen in Erstaufnahme in Brandenburg

11.25 Uhr: Die Zahl der Geflüchteten aus der Ukraine, die in die Erstaufnahmeeinrichtungen nach Brandenburg kommen, steigt weiter. Seit Beginn des Krieges vor rund zwei Wochen seien bisher 1859 Menschen aus der Ukraine in der Zentralen Ausländerbehörde in Eisenhüttenstadt und an den Standorten Frankfurt (Oder), Doberlug-Kirchhain und Wünsdorf registriert worden, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Am Donnerstag seien 243 Flüchtlinge hinzugekommen Die Kapazitäten in der Erstaufnahme stoßen allerdings allmählich an Grenzen, deshalb will das Land sie ausbauen.

Broemme hofft auf Hilfe durch die Bundeswehr

11.15 Uhr: Der Berliner Koordinator für die Unterbringung von Ukraine-Flüchtlingen, Albrecht Broemme, hofft auf Hilfe durch die Bundeswehr. Jeder müsse nun seinen Beitrag leisten, sagte der ehemalige Leiter des Technischen Hilfswerks (THW) dem RBB. Er sehe die Bundeswehr derzeit nicht überfordert. Natürlich müssten aber zunächst das THW, die Feuerwehr und das Deutsche Rote Kreuz (DRK) zum Einsatz kommen, so Broemme. Es werde nicht alles auf die Bundeswehr abgeschoben, sie sei aber ein wichtiger Ansprechpartner in der Krise.

Länder fordern dringend mehr Engagement vom Bund

11.05 Uhr: Die Bundesländer haben die Bundesregierung dringend aufgefordert, schnell für eine verbindliche Verteilung und Registrierung der Geflüchteten aus der Ukraine zu sorgen. Mehrere Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten betonten am Freitag im Bundesrat ihre Bereitschaft, Menschen aufzunehmen, beklagten aber Mängel in der bundesweiten Organisation. Was Franziska Giffey sagte und was in der Nacht passiert, lesen Sie hier.

Brandanschlag auf deutsch-russische Schule in Marzahn

9 Uhr: Auf die deutsch-russische Lomonossow-Schule in Berlin-Marzahn ist in der Nacht zu Freitag ein Brandanschlag verübt worden. Wie eine Sprecherin der Berliner Polizei sagte, kam es gegen 3.20 Uhr im Eingangsbereich der Schulturnhalle an der Allee der Kosmonauten zu einem Feuer. Die Feuerwehr konnte den Brand löschen. Verletzt wurde niemand. Alle Details zu dem Brandanschlag in Marzahn lesen Sie hier.

"Harter Tag" im Ankunftszentrum Reinickendorf

8.50 Uhr: Das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) beschreibt bei Twitter einen "harten Tag" im Ankunftszentrum Reinickendorf. Sieben Busse hätten am Donnerstag Flüchtlinge aus der Ukraine nach Rostock und nach Herford (Nordrhein-Westfalen) gebracht. Das LAF schrieb: "Nur 5% der Ukrainer bleibt in Berlin. Ca 95 % werden verteilt. So der Königsteiner Schlüssel".

Sigmar Gabriel dankt Zugpersonal der Deutschen Bahn

8.45 Uhr: Der ehemalige SPD-Chef Sigmar Gabriel dankt dem Zugpersonal der Deutschen Bahn für ihren Umgang mit den Flüchtlingen aus der Ukraine. Am Freitag schrieb er bei Twitter: "Ich ärgere mich oft über das Chaos bei der Bahn. Ganz anders gestern: im letzten Zug von Berlin nach Westen saßen viele ukrainische Frauen und Kinder. Es war toll zu sehen, wie zugewandt das Zugpersonal sich um sie kümmerte. Danke an alle, die in diesen Tagen ihre Herzen öffnen."

Berlin sucht Lehrer für Willkommensklassen

8.40 Uhr: Die Senatsbildungsverwaltung sucht Lehrerinnen und Lehrer für Willkommensklassen, in denen aus der Ukraine geflüchtete Kinder und Jugendliche ihre Deutschkenntnisse verbessern und den deutschen Schulalltag kennenlernen sollen. Die Bewerbungen erfolgen über das Karriereportal des Landes.

BVG sieht sich vorerst gegen steigende Dieselpreise abgesichert

6 Uhr: Der rasante Anstieg der Dieselpreise macht den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) vorerst nicht besonders zu schaffen. „Wir haben uns über eine Preissicherungsstrategie gegen kurzfristige Schwankungen bei den Dieselpreisen abgesichert und so den Bedarf für 2022 größtenteils, für 2023 ebenfalls schon zu guten Teilen gedeckt“, erklärte ein Sprecher. „Der Krieg hat also auf die Preise kurzfristig für uns nur übersichtliche Auswirkungen.“ Die BVG beobachte die Entwicklung am Energiemarkt aber genau.

Das landeseigene Unternehmen hat eine Flotte von mehr als 1500 Bussen, die meisten davon mit Dieselantrieb. Inwiefern die hohen Spritpreise zu höheren Fahrpreisen führen, ist noch offen. Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg entscheidet üblicherweise im Spätsommer darüber und passt die Preise dann zum Jahreswechsel an. Energiekosten spielen dabei eine wichtige Rolle.

Erster Zug der „Schienenbrücke“ fährt in die Ukraine

5.39 Uhr: Ein erster Zug der sogenannten Schienenbrücke mit Hilfsgütern für Menschen in der Ukraine ist in der Nacht zu Freitag bei Berlin abgefahren. Der Zug der Deutschen Bahn mit 15 Containern verließ den Güterbahnhof Seddin. Geladen hat er 350 Tonnen Hilfsgüter - Schlafsäcke, Isomatten, Windeln, Lebensmittelkonserven, Trinkwasser, Kleidung und Babynahrung. Auch medizinische Produkte wie Spritzen, Pflaster, Mullbinden und Kanülen sind an Bord. Beteiligt sind neben DB Cargo und ihrer polnischen Tochter die internationale Spedition DB Schenker und DB Transa sowie die ukrainische Eisenbahn. Spenden werden in Deutschland mit Lastwagen gesammelt und mit Containerzügen in die Ukraine gefahren. Einzelspenden nehmen Sammelstellen an den Messezentren in Köln, Hannover und München entgegen.

Ukraine-News aus Berlin am Donnerstag, 10. März: Mindestens 18.000 Ukraine-Flüchtlinge in Berlin untergebracht

22 Uhr: Seit dem Kriegsausbruch vor zwei Wochen sind in Berlin nach Zahlen der Berliner Sozialgenossenschaft Karuna und des Senats mehr als 18.000 Ukraine-Flüchtlinge untergebracht worden. 9000 Menschen seien allein über die vom Senat unterstützte Bettenbörse vom Träger Karuna an Freiwillige vermittelt worden, sagte Vorstand Jörg Richert dem „Tagesspiegel“. Weitere etwa 9000 seien in Unterkünften des Landes Berlin untergekommen, wie der Senat am Donnerstag erklärt habe. Hinzu komme eine nicht genau erfassbare Zahl von Menschen, die bei Freunden und Bekannten in der Stadt Obdach fanden, hieß es.

Die Vergabe von Schlafplätzen solle künftig noch sicherer gemacht werden, sagte Richert. Nach Berichten über teils unseriöse oder möglicherweise kriminelle Schlafangebote vor allem für Frauen und Kinder sei reagiert worden. So gebe es am Hauptbahnhof kein direktes Aufeinandertreffen von Familien mit Unterkunft und Flüchtlingen mehr, sagte Richert dem „Tagesspiegel“ weiter. Ein mehrfach prüfbarer Sicherungsprozess bei der Verteilung der Schlafplätze mit Hilfe von Mitarbeitern werde angestrebt.

Bischof: Gemeinden und Helfer leisten großartige Hilfe

19.13 Uhr: Angesichts der vielen aus der Ukraine geflüchteten Menschen in Berlin hat sich der evangelische Bischof Christian Stäblein dankbar für die Hilfsbereitschaft der Gemeinden, Ehrenamtlichen und aller anderen Menschen gezeigt. Er sei „absolut beeindruckt von der großartigen Hilfe“, sagte der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) in Berlin.

Stäblein besuchte in mehreren Gemeinden kirchliche Unterkünfte für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine. Die Situation bleibe extrem bedrückend - im Gespräch mit den geflüchteten Menschen werde das Ausmaß ihres Kummers und ihrer Angst deutlich, sagte er. Man müsse weiterhin das Möglichste tun, „um ihnen zu helfen und auch eine Perspektive zu geben“.

Brandenburg will auch Lehrkräfte aus der Ukraine einsetzen

16.47 Uhr: Für den Unterricht für Flüchtlingskinder will das Brandenburger Bildungsministerium auch geflüchtete Lehrkräfte aus der Ukraine einsetzen. Wenn sich entsprechende Kräfte fänden, sei dies eine gute Möglichkeit, den Unterricht für die Kinder aus der Ukraine zu gewährleisten, sagte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) am Donnerstag im Bildungsausschuss des Landtags. Die Lehrkräfte aus der Ukraine könnten auch als Seiteneinsteiger oder als Aushilfskräfte eingestellt werden.

Bei mangelnden deutschen Sprachkenntnissen könnte der Unterricht in Einzelfällen zunächst auch in ukrainischer Sprache und mit entsprechenden Lehrmitteln stattfinden, sagte die Ministerin. Dies sei besser als kein Unterricht. Das Ministerium prüft auch, ehemalige Russisch-Lehrer für den Unterricht zu aktivieren. Damit die Kinder schnell Deutsch lernen, seien auch Willkommensklassen möglich, sagte Ernst.

Für geflüchtete Kinder und Jugendliche ruht die Schulpflicht laut Ministerium für mehrere Wochen. Für diejenigen, die in einer Stadt oder in einem Landkreis aufgenommen werden, trete sie nach sechs Wochen in Kraft. Für Kinder und Jugendliche in einer Aufnahmeeinrichtung ruhe sie drei Monate nach der dortigen Unterbringung. An allen Aufnahmestandorten gebe es das Angebot freiwilliger Sprachkurse. Wenn die Kinder an einer Schule noch nicht genug Deutschkenntnisse hätten, erhielten sie zusätzliche Förderung.

Innensenatorin: Amtshilfeersuchen geht heute raus

15.46 Uhr: Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hat angekündigt, Berlin werde noch am Donnerstag ein Amtshilfeersuchen ans Bundesverteidigungsministerium stellen und um Unterstützung der Bundeswehr bitten. Sie halte es für richtig, auf die Bundeswehr zurückzugreifen, sagte die SPD-Politikerin am Donnerstag im Abgeordnetenhaus. Berlin sei in einer Notlage, sagte Spranger.

„Andere Bundesländer helfen uns“, sagte Spranger. „Aber wenn ich mir die Zahlen anschaue, was in Berlin an Flüchtlingen ankommt, die alle unsere Hilfe benötigen und bekommen, dann ist es mehr als gut, wenn die Bundeswehr ähnlich wie 2015 mit Einsatzkräften für uns tätig wird.“ Deshalb habe Berlin diese Möglichkeit erneut in Betracht gezogen. „Und das wird heute auch noch passieren.“ Zur Größenordnung sagte die Innensenatorin: „Wir haben die Anzahl ungefähr von 40 Helfenden, die wir vielleicht benötigen.“

Unterstützung für behinderte Flüchtlinge

15.36 Uhr: Brandenburgs Behindertenbeauftragte Janny Armbruster sieht in der Betreuung von Ukraine-Flüchtlingen mit Behinderungen eine große Herausforderung für die Länder und Kommunen. Sie sehe aber auch, dass wie überall viele Freiwillige im Einsatz seien, sagte Armbruster am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Sie sei beeindruckt von dem Engagement der ehrenamtlichen Helfer und Helferinnen. „In Deutschland angekommen, ist es wichtig zu erkunden, welche Beeinträchtigungen die Menschen haben und welche besondere Hilfe sie benötigten. Denn die ist eben davon abhängig, ob es sich um Einschränkungen der Mobilität oder um Gehörlosigkeit oder auch geistige und seelische Probleme handelt“, sagte Armbruster.

Die Behindertenbeauftragten des Bundes und der Länder hatten diese Woche appelliert, Geflüchtete mit Behinderungen und deren Bedarf direkt bei der Ankunft in Erfahrung zu bringen. Zudem sollten sie bedarfsgerecht untergebracht werden. Hilfsmittel sollen, soweit erforderlich, bereitgestellt werden.

Verteidigungsministerium: Bislang noch kein Antrag für Amtshilfe eingegangen

15.25 Uhr: Wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums gegenüber der Berliner Morgenpost sagte, sei bislang noch kein Antrag für Amtshilfe bei der Flüchtlingsaufnahme in Berlin beim Verteidigungsministerium eingegangen. Er betonte allerdings, dass die Bundeswehr bei einem entsprechenden Antrag grundsätzlich im Rahmen der verfügbaren Kapazitäten zur Verfügung stünde.

Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) hatte am Mittwoch bei einer Sondersitzung des Senats angekündigt, dass es ein offizielles Amtshilfeersuchen des Landes an die Bundesverteidigungsministerin geben werde. Allerdings ruderte sie am Donnerstag im Berliner Abgeordnetenhaus zurück und relativierte ihre Aussage. Sie sagte ein Einsatz der Bundeswehr könnte "gegebenenfalls sein".

Notunterkunft auf dem Messegelände entsteht in Halle 11.1

15.18 Uhr: Auf dem Berliner Messegelände soll in den nächsten Tagen eine neue Notunterkunft für Geflüchtete aus der Ukraine entstehen. Diese werde nach Angaben eines Messe-Berlin-Sprechers zufolge in der Halle 11.1 entstehen. Die Halle ist Teil des sogenannten Funkturminnenrings und sei für Frühjahrsveranstaltungen wie die Fruchthandelsmesse Fruit Logistica nicht gebucht, so der Sprecher weiter.

Zunächst war als Ort für die Notunterkunft auf dem Messegelände auch die Halle 26 ins Auge gefasst worden. Dort war bis zum vergangenen Sommer die Corona-Notfallklinik des Landes untergebracht, die aber nie gebraucht wurde. Das Belegen der Halle hätte jedoch Auswirkungen auf die Wiederaufnahme des eigentlichen Geschäfts der Messe Berlin gehabt. Für die Fruit Logistica etwa sind auch die Flächen in der Halle 26 vorgesehen. Bei dem Landesunternehmen hatte man deshalb am Donnerstagvormittag nach anderen Lösungen gesucht.

Wie die Morgenpost berichtete, ist auf dem Messegelände eine Notunterkunft für 2500 Geflüchtete geplant. Wann dort erste Menschen untergebracht werden können, ist derzeit noch unklar. „Ich denke aber, das wird jetzt relativ zügig passieren“, sagte der Sprecher.

Potsdam plant weitere Notunterkünfte für Ukraine-Geflüchtete

15.12 Uhr: Die Brandenburger Landeshauptstadt Potsdam will angesichts der steigenden Zahl ankommender Ukraine-Flüchtlinge weitere Notunterkünfte schaffen. „Geografisch haben wir eine ähnliche Situation wie 2015 in München“, sagte die Leiterin des Stabes, Sozialbeigeordnete Brigitte Meier, am Donnerstag mit Blick auf die damalige Flüchtlingssituation. „Also braucht es so schnell wie möglich eine bundesweite Weiterleitung“, forderte sie. Die Bundesregierung halte dies bisher nicht für notwendig.

In der Orangerie der Biosphäre, einer Tropenhalle, sind derzeit 60 Schlafplätze vorhanden, sagte Geschäftsführer Sebastian Leifgen. Möglich sei bei Bedarf eine Kapazität von bis zu 150 Feldbetten. Dort sollen alle in Potsdam ankommenden Flüchtlinge zunächst registriert und dann gegebenenfalls weitergeleitet werden. Derzeit würden weitere Standorte für Notunterkünfte in der Stadt erkundet, sagte Meier. Darunter sei ein Freizeittreff. Wer bleiben wolle und ein Dach über dem Kopf habe, werde in der Innenstadt in einem Aufnahmezentrum registriert.

Senator fordert Geld vom Bund für Unterbringung von Flüchtlingen

14.41 Uhr: Berlins Finanzsenator Daniel Wesener (Grüne) hat eine stärkere Beteiligung des Bundes an den Kosten für Versorgung und Unterbringung der Geflüchteten aus der Ukraine gefordert. „Berlin tut in diesen Tagen alles, um die Not der ukrainischen Geflüchteten zumindest zu lindern. Aber auch wir sind bei der Verteilung der Unterbringung und bei der Finanzierung auf Solidarität angewiesen“, sagte Wesener am Donnerstag. „Der Bund muss endlich klare Zusagen geben, dass er die Länder und Kommunen mit den Kosten für die Versorgung der Kriegsflüchtlinge nicht alleine lässt.“ Er müsse sie vielmehr zu einem wesentlichen Teil übernehmen.

„Besonders betroffene Städte wie Berlin und Frankfurt (Oder) sollten zusätzlich unterstützt werden“, forderte Wesener. „Es ist unsere gemeinsame Verantwortung, die Folgen dieser Tragödie abzumildern.“ Er unterstütze deshalb entsprechende Appelle des Städte- und Gemeindebunds und die Forderung des Deutschen Städtetags nach einem gemeinsamen Flüchtlingsgipfel.

Brandenburg baut Kapazitäten für Erstaufnahme von Flüchtlingen aus

14.35 Uhr: Brandenburg baut wegen der steigenden Zahl von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine die Kapazitäten in den Erstaufnahmeeinrichtungen aus. „Es werden zusätzliche Unterkünfte geschaffen“, sagte ein Sprecher des Innenministeriums am Donnerstag. In der Zentralen Ausländerbehörde in Eisenhüttenstadt und den Standorten Frankfurt (Oder), Doberlug-Kirchhain und Wünsdorf seien seit Beginn des Krieges vor zwei Wochen 1616 Geflüchtete aus der Ukraine gezählt worden, allein am Mittwoch 270. „Wir stellen fest, dass sich die Zugänge erhöhen.“ Innenminister Michael Stübgen (CDU) hatte am Mittwoch gesagt, dass die Erstaufnahme in Eisenhüttenstadt faktisch ausgelastet sei.

Senatorin: Flüchtlingszahlen in Berlin werden weiter steigen

14.14 Uhr: Der Senat rechnet weiter mit steigenden Zahlen von Flüchtlingen aus der Ukraine. „Wir haben es mit einer enormen Zahl zu tun, die steigt und die noch deutlich ansteigen wird, wenn die humanitären Korridore geöffnet sind“, sagte Sozialsenatorin Katja Kipping (Linke) am Donnerstag im Abgeordnetenhaus. 8900 Flüchtlinge seien zuletzt allein am Mittwoch angekommen, viele reisten weiter, viele würden auch bleiben. Der Senat habe zahlreiche Maßnahmen in die Wege geleitet, die Situation am Hauptbahnhof und am Ankunftszentrum in Reinickendorf werde aber auch schwieriger. Die Flüchtlinge kämen schubweise mit Zügen an - Busse kämen die ganzen Nacht an. Der Senat habe nicht nur Unterkünfte, sondern auch Willkommenszelte, Sanitäter, Spielecken, Essen und vieles mehr organisiert und bezahlt.

Brandenburgs Kulturschaffende solidarisieren sich mit der Ukraine

14.12 Uhr: Kulturschaffende in ganz Brandenburg haben den Krieg in der Ukraine verurteilt und Unterstützung angeboten. In einer gemeinsamen Erklärung von mehr als 70 Kultureinrichtungen und Kulturakteuren sowie dem Kulturministerium hieß es am Donnerstag: „Der vom russischen Präsidenten entfesselte Krieg verstößt gegen das Völkerrecht, tötet Unschuldige und verbreitet unendliches Leid. Wir sehen ein Land, das um sein Überleben kämpft und sind in großer Sorge um die Menschen vor Ort. Dieser Krieg ist ein Tabu- und Kulturbruch.“

„Kultur war immer eine Brücke – sie kann und muss es auch in Zukunft
sein“, erklärte Kulturministerin Manja Schüle (SPD). In dieser größten Bedrohung der Welt und der Werte seit dem Zweiten Weltkrieg gehe es darum, zusammenzustehen.

Die Kultureinrichtungen bekräftigten in der Erklärung die Zusammenarbeit mit den ukrainischen Kolleginnen und Kollegen und konkrete Hilfe, „wo immer es möglich ist“. Darunter seien auch Hilfsangebote für Geflüchtete und ihre Familien. „Dafür initiieren wir Projekte und Veranstaltungen, um Spenden zu sammeln“, hieß es von den Unterzeichnenden. Möglichkeiten künstlerischer Betätigung für ukrainische Künstlerinnen und Künstler würden geprüft. Für Geflüchtete soll es kulturelle Angebote in Museen, Theatern, Konzerthäusern, Bibliotheken sowie Musik- und Kunstschulen geben.

Erneute Friedensdemonstration - 100.000 Menschen in Berlin angemeldet

13.09 Uhr: Erneut stehen in Berlin und anderen Städten große Friedensdemonstrationen gegen den Krieg Russlands in der Ukraine an. Sonntagmittag (12 Uhr) wollen Tausende Menschen mit dem Motto „Stoppt den Krieg. Frieden und Solidarität für die Menschen in der Ukraine“ vom Berliner Alexanderplatz zur Straße des 17. Juni laufen. Das Veranstalter-Bündnis meldete bei der Polizei 100.000 Teilnehmer an. Wie viele Menschen tatsächlich kommen werden, ist offen. Demonstrationen sind auch in Hamburg, Frankfurt, Stuttgart und Leipzig geplant.

Das Bündnis aus Gewerkschaften, Kirchen, Initiativen, Umweltschutzorganisationen und Friedensgruppen hatte bereits kurz nach dem Angriff Russlands am 24. Februar eine große Demonstration am 27. Februar initiiert. Mehr als Hunderttausend Menschen gingen in Berlin auf die Straße.

Schienenbrücke soll Hilfsgüter in die Ukraine bringen

12.51 Uhr: Die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) kündigte an, dass die Deutsche Bahn von Berlin aus eine feste Schienenverbindung mit Hilfsgütern für die Ukraine organisieren werde. Das habe Bahn-Vorständin Sigrid Nikutta zugesagt. Die Aktion werde durch „Spenden aus Berlin“ unterstützt. Das ist dann keine Luftbrücke, aber eine Schienenbrücke“, sagte Giffey. Ihre Rede beendete sie mit einem Gruß, den sie von einer ukrainischen Frau gehört habe: „Ich wünsche Ihnen einen friedlichen Himmel“, sagte Giffey mit bebender Stimme und erhielt erstmals Applaus von allen sechs Fraktionen des Abgeordnetenhauses.

Berliner Grüne fordern Flüchtlingsgipfel im Kanzleramt

11.26 Uhr: Grünen-Fraktionschefin Silke Gebel hat dringend einen Flüchtlingsgipfel im Kanzleramt gefordert, um die Verteilung und konkrete Hilfe für die geflüchteten Menschen aus der Ukraine zu verbessern.

Regierungskoalition garantiert Mittel für geflüchtete Ukrainer

11.25 Uhr: Unterbringung, Schule und Integration: SPD-Fraktionschef Raed Saleh hat im Berliner Abgeordnetenhaus zugesichert, dass die Koalition tun wird, was nötig ist, um die ukrainischen Flüchtlinge in der Stadt zu versorgen. „Wir werden alle notwendigen Mittel (...) bereitstellen“, sagte Saleh in seiner Antwort auf die Rede des ukrainischen Botschafters Andrij Melnyk. Lesen Sie hier mehr zur Ukraine-Debatte im Berliner Abgeordnetenhaus:

Ukrainischer Botschafter im Abgeordnetenhaus: "Putin, du bist ein Mörder"

11.21 Uhr: Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk hat im Berliner Abgeordnetenhaus eine emotionale Rede gehalten. Er zeigte Fotos in der Ukraine getöteter Kinder. Deutschland warf er jahrelanges Versagen im Umgang mit Wladimir Putin vor. "Warum wurde er so lange hofiert", fragte Melnyk. "Diese Politik ist krachend gescheitert".

Melnyk bat dringend um deutsche Hilfe. „Wir brauchen einen Versorgungskorridor in die Ukraine, um die Menschen mit Medikamenten und Lebensmitteln zu versorgen“, sagte er. „Wir brauchen eine Berliner Luftbrücke 2.0, nur diesmal auf dem Landweg.“ Der Diplomat bezog sich damit auf die Hilfe der West-Alliierten für Berlin nach dem Zweiten Weltkrieg. Mehr zur Rede des Botschafters lesen Sie hier:

Brandenburger Finanzministerin: Derzeit ausreichend Mittel für Versorgung von Flüchtlingen

11.15 Uhr: Für die Versorgung von Flüchtlingen aus der Ukraine in Brandenburg stehen nach Angaben von Finanzministerin Katrin Lange (SPD) derzeit ausreichende finanzielle Mittel bereit. In diesem Jahr stünden dafür im Haushalt insgesamt knapp 330 Millionen Euro zur Verfügung. Dazu gehörten 233,2 Millionen Euro für Sozialleistungen und Unterbringung, 66,2 Millionen Euro für die Zentrale Ausländerbehörde (ZABH) in Eisenhüttenstadt und 29,4 Millionen Euro für die Unterbringung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen.

Allerdings sei die dramatische Lage durch den Krieg in der Ukraine bei der Aufstellung des Haushalts im vergangenen Jahr noch nicht absehbar gewesen, erklärte Lange. Bereits in der vergangenen Woche habe sie beim Bundesfinanzministerium um Unterstützung gebeten, erklärte die Ministerin.

Gasag bietet vorerst keine Neuverträge für Strom und Gas an

9.45 Uhr: Die Berliner Gasag nimmt wegen stark gestiegener Beschaffungskosten vorerst keine neuen Kunden für Strom und Gas in Laufzeittarifen mehr an. Die Grund- und Ersatzversorgung ist nicht betroffen, wie eine Sprecherin am Donnerstag sagte. „Als Kunde der Gasag gibt es keinen Grund zur Sorge - Ihre Versorgung ist gesichert“, hieß auf der Website.

Der Vertrieb sei jedoch vorerst gestoppt. „Aufgrund der aktuellen Marktsituation und den steigenden Beschaffungspreisen, verstärkt durch den Ukraine-Konflikt, ist es uns aktuell nicht möglich, Ihnen ein Angebot mit fairen Konditionen anzubieten.“

Klitschko-Film: Kinos planen Spendenaktion für Ukraine

8.50 Uhr: Etliche Kinos in Deutschland planen eine Spendenaktion für Menschen in der Ukraine. In mehr als 450 Filmtheatern soll am 20. März der Dokumentarfilm „Klitschko“ über die ukrainischen Brüder gezeigt werden. Die Erlöse der Vorstellungen sollen an die Aktion „Ein Herz für Kinder“ für Kinderhilfsprojekte in der Ukraine gehen, wie der Branchenverband HDF Kino mitteilte. Die Cineplex-Gruppe hat die Aktion zusammen mit dem Majestic Filmverleih gestartet. Alle großen Ketten und viele unabhängige Häuser nehmen ebenfalls teil.

Fridays for Future kündigt Friedens-Demo an

8.47 Uhr: Die Umweltschutzinitiative Fridays for Future Berlin ruft für Freitag, 11.03.2022, zu einer Demonstration gegen den Krieg in der Ukraine und für Klimagerechtigkeit auf. Treffpunkt 13 Uhr am Invalidenpark in Mitte. Von dort aus soll die Demonstration zum Bundeskanzleramt führen.

Reinickendorfer sammeln weiter Hilfsgüter für Ukraine

8.35 Uhr: Die Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) Reinickendorf hat bereits Spenden mit einem Volumen von rund 20 Kubikmeter entgegengenommen. Die nächsten Termine für Spendenannahmen stehen bereits fest. Was wo abgegeben werden kann, lesen Sie hier.

Erster Transporter mit Futtermitteln für Zoo in Kiew unterwegs

8.20 Uhr: Ein Spendenaufruf von Zoo und Tierpark hat einen ersten Erfolg gebracht: Ein Transporter ist mit fast 20.000 Kilogramm Futtermitteln unterwegs und hat sein erstes Etappenziel, den polnischen Zoo Warschau, auf seinem Weg in die Ukraine erreicht. Mehr über die Spendenaktion von Zoo und Tierpark lesen Sie hier.

Ukraine-Krise – Die wichtigsten News zum Krieg

Hauptbahnhof - Polizisten des LKA sorgen für mehr Sicherheit

7.10 Uhr: Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey hat angekündigt, dass die Sicherheit der ankommenden Frauen und Kinder aus der Ukraine verbessert werden soll. Nach Berichten über Menschenhändler und unseriöse Unterbringungsangebote am Berliner Hauptbahnhof werde dort und auch am ZOB eine gemeinsame Leitstelle der Polizei und Feuerwehr eingerichtet. "Das Landeskriminalamt wird hier im Einsatz sein", sagte Giffey.

Botschafter der Ukraine spricht im Berliner Abgeordnetenhaus

6.40 Uhr: Wie kann Berlin den Menschen helfen, die vor dem Krieg in der Ukraine in die deutsche Hauptstadt fliehen? Das ist eine zentrale Frage in der Aktuellen Stunde im Abgeordnetenhaus an diesem Donnerstag (10 Uhr). Dann debattieren die Abgeordneten auf gemeinsamen Antrag aller Fraktionen über den russischen Angriff auf sein Nachbarland und die Folgen. Außerdem kommt ein besonderer Gast in das Landesparlament: Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk wird im Plenarsaal sprechen.

Ärzte in Brandenburg bieten Hilfe für ukrainische Flüchtlinge an

6.31 Uhr: Die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) hat Ärzte und Therapeuten im Land darum gebeten, dass Praxen ihre Fremdsprachenkenntnisse in der digitalen Arzt- und Psychotherapeutensuche auf der Internetseite der KVBB ergänzen oder der Vereinigung mitteilen. „Bitte teilen Sie uns mit, wenn Sie kollegial ambulante Versorgungsangebote speziell für Kriegsflüchtlinge in Brandenburg organisieren oder auch persönlich Spendenaktionen planen“, heißt es in dem Schreiben. Die KVBB will diese Angebote sammeln und auf ihrer Internetseite veröffentlichen.

Wegen der Behandlung geflüchteter Ukrainerinnen und Ukrainer habe es in den vergangenen Tagen viele Nachfragen aus der Ärzteschaft gegeben, so Wehry. Die KVBB hat auf ihrer Internetseite daher Informationen über die ambulante Versorgung von Geflüchteten aus der Ukraine zusammengestellt.

Ukraine-Krieg – Hintergründe und Erklärungen zum Konflikt

Ukraine-News aus Berlin am Mittwoch, 9. März: Ex-THW-Chef Broemme soll Unterbringung von Flüchtlingen koordinieren

22.55 Uhr: Der frühere langjährige Präsident des Technischen Hilfswerks, Albrecht Broemme, soll die Unterbringung ukrainischer Kriegsflüchtlinge in Berlin koordinieren. Das gab die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) am Mittwochabend nach einer Sondersitzung des Senats bekannt. Broemme hatte 2020 schon den Aufbau des Corona-Notkrankenhauses auf dem Messegelände geleitet und danach den Aufbau der Impfzentren der Hauptstadt koordiniert.

Berlin bittet Bundeswehr offiziell um Hilfe

22.05 Uhr: Die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) geht davon aus, dass seit Beginn des Krieges in der Ukraine eine mittlere fünfstellige Zahl von Geflüchteten in Berlin angekommen sind. In den vergangenen drei Tagen seien jeweils mehr als 13.000 Menschen gekommen, am Dienstag waren es mehr als 15.000. „Wir haben in den letzten Tagen einen starken Anstieg des Zuwanderungsgeschehens erlebt“, sagte Giffey.

Sie kündigte an, dass es ein offizielles Amtshilfeersuchen des Landes an die Bundesverteidigungsministerin geben wird, damit die Bundeswehr die Berliner unterstützen kann. „Wir brauchen die Unterstützung vom Bund“, sagte Giffey. Wichtig sei, dass eine weitere Verteilung an andere Bundesländer erfolgen muss. Wenn jeden Tag weitere 1000 Menschen unterzubringen seien, sei das nicht zu leisten.

Container-Dorf am Flughafen Tempelhof wird Notunterkunft - Fünf weitere Standorte geplant

22 Uhr: Berlin prüft neben dem ehemaligen Flughafen Tegel und der Messe Berlin weitere neue große Anlaufstellen in der Stadt. Darunter ist auch das Container-Dorf auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof am Columbiadamm. Dort müssen allerdings die Wasserleitungen neu verlegt werden, sagte die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey. Weitere Standorte für die Unterbringung sollen an der Salvador-Allende-Straße, am Kurt-Schumacher-Damm, an der Zossener Straße, der Rheinpfalz-Allee und der Rennbahnstraße entstehen, sagte Integrationssenatorin Katja Kipping (Linke) nach der Sondersitzung des Senats am Mittwochabend. Informationen zu weiteren großflächigen Unterkünften gab es am Mittwochabend nicht. Nach Informationen der Morgenpost wird auch geplant, in den Messehallen eine „Überlaufreserve“ zu schaffen, wenn sich die Situation weiter zuspitzen sollte.

Das Willkommenszelt am Hauptbahnhof habe die Lage dort entzerrt, sagte Giffey. Aber bei der Vielzahl der Menschen sei das keine Dauerlösung. Darum werde der Flughafen Tegel reaktiviert als Ankunfts- und Verteilzentrum. In den ehemaligen Terminals A und B werden demnach Unterkunftsmöglichkeiten geschaffen. Dort ist neben der Registrierung und der Impfung im benachbarten Impfzentrum auch eine Erstunterbringung für 2500 bis 3000 Personen geplant. Die Trägerschaft übernimmt das Deutsche Rote Kreuz. Die am Berliner Hauptbahnhof oder am Zentralen Omnibus-Bahnhof (ZOB) ankommenden Kriegsflüchtlinge sollen dann per Bus direkt dorthin gebracht werden.

Sozialsenatorin Katja Kipping (Linke) sagte, man befinde sich in einem Wettlauf mit den steigenden Ankunftszahlen. Diese Aufgabe werde über die nächsten Wochen und Monaten gehen. In Tegel würden 150 professionelle Helfer benötigt, ein Aufruf an die Verwaltungsmitarbeiter für einen freiwilligen Einsatz dort laufe. Vom DRK hieß es, man wolle das Zentrum in Tegel schon am Wochenende eröffnen. Man strebe einen Durchlauf von 10.000 Personen an.

Kipping sagte, man habe bereits 1100 Hostelplätze genutzt, zudem gebe es 650 Übernachtungsplätze in Kirchengemeinden, man sei weiter auf der Suche nach Notunterkünften für eine Nacht.

FEZ und Festsaal Kreuzberg werden Notunterkünfte

21.21 Uhr: In Berlin werden wegen des starken Andrangs von Geflüchteten eilig Notunterkünfte errichtet. Seriöse Flüchtlingshelfer suchten am Abend freiwillige Helfer, um sofort Räume im Jugendzentrum FEZ in der Wuhlheide und im Festsaal Kreuzberg, einem Lokal an der Grenze zwischen Treptow und Kreuzberg, zu eröffnen.

Weiter viele Ankünfte am Omnibusbahnhof ZOB

17.12 Uhr: Neben dem Hauptbahnhof bleibt auch der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) ein wichtiger Ankunftsort für Geflüchtete aus der Ukraine in Berlin. Besonders in den Nächten erreichen dort weiterhin zahlreiche Busse die Stadt. So kamen in der Nacht zu Mittwoch, zwischen Mitternacht und sechs Uhr, nach Angaben der Malteser 13 Busse mit rund 400 Flüchtlingen an. In der Nacht zuvor waren es in dieser Zeit sogar circa 18 bis 20 Busse mit etwa 900 Ukrainerinnen und Ukrainern an Bord.

Brandenburg: Ukraine-Flüchtlinge bekommen medizinische Behandlung

17.09 Uhr: Die Geflüchteten aus der Ukraine werden nach Angaben des Brandenburger Gesundheitsministeriums medizinische Hilfe bekommen. Die Bundesregierung wolle, dass sich Deutschland hierbei besonders engagiere, sagte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) am Mittwoch im zuständigen Landtagsausschuss. Die Länder hätten Hilfe zugesagt, auch wenn die Corona-Infektionszahlen stiegen und es auch Personalengpässe gebe. Schwerverletzte, die der Behandlung bedürften, würden aus der Ukraine ausgeflogen.

Die Geflüchteten haben nach dem Asylbewerberleistungsgesetz einen Anspruch auf medizinische Behandlung. Eine elektronische Gesundheitskarte gibt es laut Ministerium, wenn eine förmliche Registrierung stattgefunden hat und die Flüchtlinge einer Stadt oder einem Kreis zugewiesen werden.

Die Johanniter aus Südbrandenburg unterstützen nach eigenen Angaben die Evakuierung schwerkranker ukrainischer Kinder zwischen drei und 16 Jahren. Drei Fachkräfte und eine Sprachmittlerin seien am Mittwoch Richtung Krakau in Polen aufge

brochen. Die ukrainischen Kinder würden von dort zur Weiterbehandlung nach Deutschland gebracht. Alle Familien sollten zunächst in der Cottbuser Messe unterkommen und nach einem Zwischenstopp zur Weiterbehandlung in verschiedene Kliniken gebracht werden. Die Charité Berlin habe die Johanniter-Unfall-Hilfe um Transportunterstützung gebeten.

Mobiles Team am Hauptbahnhof ist Ansprechpartner für Kinderschutz

17.02 Uhr: Im Ankunftszelt für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine am Berliner Hauptbahnhof steht ab sofort ein mobiles Team Kinderschutz/Jugendhilfe zur Verfügung. Das teilte die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie am Mittwoch mit. Es soll Ansprechpartner für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sowie für die Bundespolizei und weitere professionelle Unterstützerinnen und Unterstützer sein. „Das mobile Team koordiniert die Versorgung und Unterbringung von ankommenden unbegleiteten Flüchtlingen und berät auch zu Fragen des Kinderschutzes in Berlin.“

Die Teammitglieder, darunter auch Muttersprachler, werden der Bildungsverwaltung zufolge in Zusammenarbeit mit freien Trägern der Jugendhilfe wie Wildwasser e.V. ausgewählt. Sie seien sozialpädagogisch geschult. Außerdem hat die Senatsverwaltung Flyer mit Informationen zu Jugendhilfe, unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen oder Kinderschutz erstellt - auch auf Englisch, Russisch und Ukrainisch. Und nicht zuletzt hat die Senatsverwaltung nach eigenen Angaben die Betreuung von mehr als 200 Heimkindern aus der Ukraine übernommen.

Das mobile Team - erkennbar an roten Westen - sei zügig und unbürokratisch aufgestellt und an den Hauptbahnhof gebracht worden, sagte Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse (SPD). „Unlauteren Menschen, die die Situation der Geflüchteten ausnutzen wollen, halten wir auf diese Weise ein Stopp-Signal entgegen. Gleichzeitig bieten wir eine Soforthilfe für die Kinder und Jugendlichen nach den höchstverstörenden Erfahrungen in ihrer Heimat und den Strapazen der Flucht.“

Flucht mit dem Auto: Bezirke lassen Ukrainer gratis parken

16.57 Uhr: Sechs Bezirke lassen Ukrainer gratis parken. Zunächst bis Ende Mai gilt eine Duldung von Fahrzeugen mit ukrainischen Kennzeichen in Parkzonen von Pankow, Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg, Tempelhof-Schöneberg, Spandau und Steglitz-Zehlendorf. Man wolle den Geflüchteten „in diesen schweren Zeiten keine zusätzlichen finanziellen Bürden auferlegen“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Bezirke. Einen ausführlichen Artikel lesen Sie hier.

Hotel- und Gastronomiebranche hilft Geflüchteten

16.55 Uhr: Die Hotel- und Gastronomiebranche hat sich zusammengetan, um Geflüchteten aus der Ukraine zu helfen. Holger Berg leitet das Mercure Hotel am Wittenbergplatz. Im Gespräch mit der Morgenpost sagt er, dass sich viele Hotelbetreiber und Gastronomen seit vergangener Woche über eine WhatsApp-Gruppe organisieren und Schlafplätze sowie warme Mahlzeiten für die Menschen anbieten.

Viele hätten nicht so viele Kapazitäten, um ihre Hilfsbereitschaft dem Berliner Senat zu melden – es gelte eine Untergrenze von mindestens 80 Betten – allerdings hätten auch kleinere Hotels Möglichkeiten für das Unterbringen. Berg habe am Freitagabend 16 Plätze angeboten und am Samstagabend die Plätze dann auch belegt. Eine Schwierigkeit sei, dass in dem Hotel normalerweise nur Frühstück angeboten werde. Aber er wolle den Menschen auch mindestens eine warme Mahlzeit geben. Daher arbeite er mit den umliegenden Gastronomen zusammen, die ein Essen gesponsert hätten.

Innenminister Stübgen: Zentrale Erstaufnahme in Eisenhüttenstadt ist ausgelastet

16.21 Uhr: Wegen der zahlreichen Flüchtlinge aus der Ukraine ist die Zentrale Erstaufnahme Brandenburgs in Eisenhüttenstadt nach Angaben von Innenminister Michael Stübgen (CDU) inzwischen „faktisch ausgelastet“. Nachdem die russische Armee in der Ukraine zunächst militärische Ziele angegriffen habe, habe sie dann begonnen, Städte zu bombardieren, sagte Stübgen am Mittwoch im Innenausschuss des Landtags. Dies habe zu einem starken Anwachsen der Zahl der Kriegsflüchtlinge geführt.

Die Flüchtlinge hätten Anspruch auf alle Leistungen des Asylbewerberleistungsgesetzes, betonte Stübgen. Dies beinhalte auch das Recht zum Arbeiten sowie den Zugang zu Bildung und zur Betreuung der Kinder in Kitas. Dafür müssten die Menschen aber auch identifiziert und registriert werden. Dabei sollen die Ausländerbehörden der Kommunen unterstützt werden. Die Registrierung der Flüchtlinge sei auch in Eisenhüttenstadt, in der Außenstelle Wünsdorf und in Schönefeld möglich.

Stübgen dankte den vielen ehrenamtlichen Helfern und auch für die Angebote von privaten Unterkünften. „Anders könnten wir das ja auch gar nicht schaffen“, sagte er. Die Unterstützung für die Flüchtlinge müsse nun aber professionalisiert werden, betonte der Minister. Außerdem sei eine gleichmäßige Verteilung der Flüchtlinge auf alle Bundesländer notwendig.

Städte richten Ankunftsstellen für Flüchtlinge aus Ukraine ein

16.15 Uhr: Die kreisfreien Städte in Brandenburg haben Ankunftsstellen für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine eingerichtet. Die Stadt Potsdam hat in der Orangerie der Biosphäre sowie in der Behlertstraße 3a (Haus M/N) zwei zentrale Anlaufpunkte geschaffen. In der Orangerie stehen für Menschen, die noch keine Unterkunft haben, 150 Schlafplätze für eine Nacht zur Verfügung, wie Sprecherin Juliane Güldner am Mittwoch sagte.

In der Behlertstraße können Geflüchtete, die bereits eine Unterkunft haben, von Donnerstag an vorbeikommen und sich über Angebote zum Wohnen sowie finanzielle Hilfen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz informieren.

In Cottbus ist der Bunte Bahnhof als Ankunftszentrum eingerichtet worden. Das Kulturprojekt liegt direkt neben dem Bahnhof, wo Flüchtlinge mit Zügen oder Bussen ankommen. Die Menschen werden dort beraten, versorgt, eine Kinderspielecke ist eingerichtet. Daneben hat die Stadt ein Zelt aufgebaut. Darin werden Geflüchtete mit Essen versorgt, auch hier werden Beratungen angeboten. Schlafplätze gibt es in der Messehalle. Rund 250 Betten seien dort belegt. Nach Angaben der Stadt können insgesamt 900 bis 1000 Schlafplätze geschaffen werden.

In Frankfurt (Oder) steht die Gemeinschaftsunterkunft in Seefichten bereit. In Brandenburg an der Havel sind Plätze in den Gemeinschaftsunterkünften Flämingstraße und Upstallstraße.

Studentenwerk stellt Unterkünfte für Studierende aus Ukraine bereit

15.28 Uhr: Für geflüchtete Studierende aus der Ukraine, die im Osten und Süden Brandenburgs ankommen, werden Unterkünfte bereit gestellt. Das Studentenwerk Frankfurt (Oder) sei vorbereitet, sagte Sprecher Andreas Gaber am Mittwoch. Bislang gebe es mit Stand Mittwoch noch keine Anfragen. In der Oderstadt stünden für die Europa-Universität Viadrina 100 Plätze zur Verfügung, für die Brandenburgische-Technische Universität Cottbus Senftenberg (BTU) seien es 80 Unterkünfte. „Wir versuchen, jedem zu helfen“, betonte Gaber.

Das Studentenwerk betreut mit Cottbus Und Frankfurt (Oder), Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) und Eberswalde (Barnim) vier Standorte. In Potsdam gebe es derzeit keine Kapazitäten mehr, sagte dagegen die Sprecherin des Studentenwerks Potsdam, Josephine Kujau. „Wir sind bis unters Dach voll.“ Sofern sich freie Plätze auftun, würden diese natürlich auch an ankommende Studierende aus der Ukraine vermittelt. „Wir sind da in enger Absprache mit den Hochschulen“.

Berlin plant 50 Willkommensklassen für ukrainische Jugendliche ab 16

15.05 Uhr: Die Berliner Bildungsverwaltung plant 50 Willkommensklassen für ukrainische Jugendliche, die vor dem Krieg in ihrem Heimatland geflohen sind. „Wir sind dabei, 50 Willkommensklassen allein für ukrainische Jugendliche ab 16 Jahren einzurichten, von denen viele schon einen Beruf lernen“, sagte Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse (SPD) am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. „Die beruflichen Schulen haben gesagt, sie können das sofort einrichten. Das finde ich großartig.“

Zurzeit gibt es nach Angaben der Bildungsverwaltung unabhängig von den ukrainischen Flüchtlingen bereits 540 Willkommmensklassen in Berlin für aktuell 6000 Schülerinnen und Schüler. „Wenn in diesen Klassen noch Plätze frei sind, kann man dort eventuell auch ukrainische Kinder unterbringen“, sagte Busse. „Zusätzlich sind wir gerade in der Abstimmung mit den bezirklichen Schulämtern, um weitere Willkommensklassen einzurichten.“ Einen ausführlichen Artikel lesen Sie hier.

Mehr als 15.000 Geflüchtete kamen am Dienstag in Berlin an

15 Uhr: Am Dienstag sind mehr als 15.000 Flüchtlinge aus der Ukraine in Berlin angekommen, teilte die Senatsverwaltung für Integration auf Twitter mit. Etwa 1400 Menschen hätten der Krisenstab und das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten untergebracht. Bisher seien mehr als 7900 Flüchtlinge mit einer Unterkunft versorgt worden.

Bezirksbürgermeisterin bittet um Unterstützung

14.11 Uhr: Die Bürgermeisterin von Charlottenburg-Wilmersdorf, Kristin Bauch (Grüne), hat in einem offenen Brief um Unterstützung gebeten. "Die Europäische Union, Deutschland, Berlin und unser Bezirk werden mit großem Einsatz alles dafür tun, um die Lage in der Ukraine zu verbessern und vor Ort wie auch den Geflüchteten zu helfen, die sich auf den Weg in die Sicherheit gemacht haben. Ich bitte Sie als Ihre Bezirksbürgermeisterin gemeinsam mit dem gesamten Kollegium um Ihre Unterstützung. Seien Sie mit uns solidarisch und beteiligen Sie sich mit konkreten Spenden oder der Meldung von Unterkünften für die ankommenden Frauen, Kinder und Senior:innen." Und weiter: "Gerade in einem Bezirk, der so stark von ukrainischer und russischer Kultur geprägt ist, bitte ich Sie darum, dass unser gemeinsamer Umgang weiterhin von gegenseitigem Respekt und Toleranz geleitet ist."

Spendenkonten:

  • Ukraine-Hilfe Berlin e.V.; DE24 8306 5408 0004 8722 15
  • Aktion Deutschland Hilft: DE62 3702 0500 0000 1020 30

Situation in der Ukraine in leichter Sprache

13.14 Uhr: Die Organistaion "Selbst-Vertretung Lebenshilfe Berlin" für Menschen mit Handicap bietet in Internet an, über die Situation in der Ukraine in leichter Sprache zu informieren. Dazu findet heute um 16 Uhr auch eine Zoom-Konferenz statt.

Früherer Heimbetreiber gegen neue Notunterkünfte für Geflüchtete

13.07 Uhr: Der Chef eines wichtigen Akteurs in der Berliner Geflüchteten-Hilfe warnt den Senat davor, für die Menschen aus der Ukraine neue Notunterkünfte einzurichten. Michael Elias von der gemeinnützigen GmbH Tamaja sprach sich hingegen dafür aus, über den Weg des Polizeirechts Hotels und Hostels zu beschlagnahmen und die Betreiber zu entschädigen. „Am Ende sind die Gesamtkosten für den Staat sogar niedriger, als wenn neue Notunterkünfte aufgebaut werden“, sagte Elias der Berliner Morgenpost.

Tamaja betreibt derzeit im Auftrag des Landesamtes für Flüchtlingsangelegenheiten das Ankunftszentrum in Reinickendorf. Bekannt wurde das Sozialunternehmen, weil es in der Flüchtlingskrise 2015/16 über viele Monate die in den Hangars des Tempelhofer Flughafens eingerichteten Notunterkünfte betrieben hatte. Es sei weder den Geflüchteten noch den Mitarbeitenden zuzumuten, wieder über womöglich längere Zeit in solchen Massenquartieren zu leben beziehungsweise zu arbeiten. Soziale oder medizinische Betreuung könnten freie Träger auch in Hotels und Hostels gewährleisten.

Berlins insgesamt 115.000 Hotelbetten stehen aktuell zu einem Großteil leer, weil die Touristen trotz abflauender Corona-Lage noch nicht wieder wie früher in die Stadt kommen. Viele Hoteliers haben ihre Häuser bereits freiwillig für die Aufnahme von Geflüchteten geöffnet.

Gesundheitsministerin befürchtet hohes Infektionsrisiko bei Ukraine-Flüchtlingen

12.58 Uhr: Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) sieht bei den Geflüchteten aus der Ukraine ein hohes Risiko an Corona-Infektionen. „Es steht zu befürchten, dass bei dem hohen Infektionsdruck im Moment dann natürlich auch viele positive Tests auftreten werden“, sagte Nonnemacher am Mittwoch im Landtags-Gesundheitsausschuss. In der Ukraine seien nur 37,5 Prozent der Menschen komplett geimpft. Dazu komme die Flucht in teils beengten Zügen, Bussen, Transportern und eine Unterbringung in Massenquartieren. Den Betroffenen solle schnellstmöglich ein Impfangebot unterbreitet werden.

In Brandenburg ist die Sieben-Tage-Inzidenz weiter hoch und pendelt um 1400. Die Ministerin sorgte sich über eine niedrige Impfbereitschaft. In der vergangenen Woche habe es 16.283 Impfungen gegeben. „Das ist ein absoluter Tiefststand in den letzten Monaten.“ Auch die Impfzahlen für Montag und Dienstag seien ausgesprochen verhalten. Der inzwischen gelieferte Impfstoff Nuvaxovid habe keine Trendumkehr gebracht. „Er steht zur Verfügung, wird aber nicht nachgefragt.“ Bis zum Dienstag hatte es 420 Impfungen mit dem Vakzin gegeben. Brandenburg hatte ihn daher für alle freigegeben, nicht nur für das Gesundheitswesen.

Landesamt für Flüchtlinge braucht am dringendsten Busse

12.35 Uhr: Am Ankunftszentrum für Geflüchtete in Reinickendorf ist die Lage weiterhin sehr dynamisch. Man habe am Morgen etwa 1000 Menschen auf dem Gelände gehabt, sagte der Sprecher des Landesamtes für Flüchtlingsangelegenheiten am Mittwoch. Da immer wieder Ukrainer die Unterkünfte verließen, um nach einer Pause weiter zu Verwandten oder Freunden in Deutschland oder anderen Staaten weiter zu reisen, gebe es aber immer wieder freie Betten. So sei das als Notunterkunft dienende Haus 24 auf dem Gelände der früheren Karl-Bonhoefer-Nervenklink annähernd leer gewesen, nachdem am Dienstag fünf Busse Menschen nach Niedersachsen mitgenommen hätten.

Ohnehin sind Transportmittel das, was derzeit am meisten benötigt werde. „Wir brauchen Busse, um die Leute wegzubringen“, sagte der LAF-Sprecher. Manche Landkreise und Kommunen böten zwar Unterkünfte an, verlangten aber teilweise noch einen bürokratischen Vorlauf und hätten keine Vorstellungen, wie Hunderte von Menschen dorthin gelangen sollten, hieß es.

Bisher hätten sich vor allem Bundesländer aus der Berliner Nachbarschaft wie Brandenburg, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt engagiert. Man versuche, den Geflüchteten ohne eigene Beziehungen in Berlin die Vorteile zu vermitteln, wenn sie zunächst in weiter entfernte Gegenden Deutschlands zögen. Wer dort früh ankomme, habe bessere Chancen auf eine qualitativ gute Unterbringung als im überlasteten Berlin.

Messe soll Notquartier für bis zu 2500 Menschen werden

12.27 Uhr: Die Messehalle 26 soll in den nächsten Tagen zu einer Notunterkunft für bis zu 2500 Geflüchtete aus der Ukraine ausgebaut werden. Wie die Morgenpost erfuhr, hat der frühere Chef des Technischen Hilfswerks Albrecht Broemme vom Senat den Auftrag erhalten, entsprechende Kapazitäten zu schaffen. Broemme hatte zuletzt im Auftrag des Landes die Impfzentren aufgebaut. In der Messehalle 26 war bis zum vergangenen Sommer die Corona-Notfallklinik des Landes untergebracht, die aber nie gebraucht wurde.

Nun sollen dort „Überlaufkapazitäten“ entstehen, wenn andere Unterkünfte dem Andrang von Geflüchteten aus der Ukraine nicht mehr aufnehmen können. Auch im früheren Flughafen Tegel, wo der Senat nach Angaben der Regierenden Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) in den nächsten Tagen ein eigenes Ankunftszentrum für Ukrainer eröffnen will, sind zusätzliche Notunterkunfts-Plätze geplant. Um die Unterbringungskapazitäten zu erhöhen, erwägt man in den zuständigen Behörden, künftig geeignete Immobilien gegebenenfalls auch nach dem Allgemeinen Sicherheits- und Ordnungsgesetz (ASOG) zu beschlagnahmen.

Polizei warnt: Weiterhin unseriöse Hilfsangebote an Flüchtlinge

12.20 Uhr: Unseriöse oder kriminelle Hilfs- und Wohnungsangebote an geflüchtete Frauen aus der Ukraine sorgen weiter für erhöhte Aufmerksamkeit der Polizei am Berliner Hauptbahnhof. Auch am Dienstag habe es wieder einzelne Fälle gegeben, bei denen Männer Frauen dubiose Angebote gemacht hätten, sagte eine Sprecherin der Bundespolizei am Mittwoch.

Die zumeist älteren Männer hielten wie die echten Helfer Schilder mit Wohn- und Übernachtungsangeboten für Frauen hoch. Ein Verdacht ergebe sich besonders dann, wenn die Männer ihr Schild nur bei bestimmten Frauen zeigen und unter Umständen zusätzlich noch Geld bieten.

Die Bundespolizei achte seit Tagen sehr auf solche Fälle und werte auch Videoaufnahmen der Kameras im Bahnhof aus, sagte die Sprecherin. Hinweise kämen auch von den Hilfsorganisationen und anderen Helfern. Die Bundespolizei kontrolliere die Verdächtigen, halte eine sogenannte Gefährderansprache ab mit entsprechenden Warnungen und verweise sie aus dem Bahnhof.

Es gehe um den Verdacht des Menschenhandels und der Ausbeutung, für Festnahmen fehlten aber oft entsprechende Beweise. Wichtig sei nun, durch Warnungen und Eingreifen zu verhindern, dass Frauen in Autos dieser Männer steigen.

Am Dienstag hatte die Bundespolizei auf deutsch, russisch und ukrainisch getwittert: „Am Berliner Hbf verhalten sich einige Personen auffällig im Zusammenhang mit der Unterkunftsverteilung an Vertriebene aus der Ukraine. Bitte wenden Sie sich umgehend an die Polizei, wenn Ihnen Geld für eine Unterkunft geboten wird oder Sie Personen beobachten, die dies tun.“ Auch die Berliner Polizei sensibilisierte ihre Polizisten besonders für das Thema.

Brandenburg geht von mehr Flüchtlingen als zunächst geplant aus

11.55 Uhr: Die Brandenburger Landesregierung rechnet mit mehr Geflüchteten aus der Ukraine als die bisher geschätzten 11.000 bis 12.000 Menschen. Man gehe davon aus, dass dies nicht zu halten sein wird, sagte Innenstaatssekretär Uwe Schüler am Mittwoch im Integrationsausschuss des Landtags. Das Land bereite sich nun entsprechend vor. Das Sozialministerium geht von einer deutlich steigenden Zahl aus: „Ich denke, wir nähern uns eher den 20.000“, sagte der Abteilungsleiter für Soziales, Rainer Liesegang. Bis zum Montag hätten die Brandenburger Sozialämter 2000 Menschen aus der Ukraine gemeldet.

In den Erstaufnahmeeinrichtungen wurden im März laut Innenministerium bisher 1330 Menschen aus der Ukraine aufgenommen, am Dienstag 157. Es gebe noch freie Kapazitäten, die aber kleiner würden, sagte Schüler. Brandenburg sei momentan nur ein vorübergehender Aufenthaltsort, sagte der Staatssekretär. Ein Großteil der Vertriebenen habe andere Ziele. „Sie wollen zu Bekannten, Verwandten, nicht nur in Deutschland.“ In Frankfurt (Oder) solle neben den regulären Zügen ein Sonderzug halten, der nach Hannover unterwegs sei, wo eine Weiterleitung der Flüchtlinge erfolgen solle. Alle Bundesländer hätten eine große Aufnahmebereitschaft signalisiert.

Corona-Hotline startet wieder - auch auf Ukrainisch

11.55 Uhr: Das Gesundheitsamt Mitte hat die Corona-Hotline reaktiviert. Ab sofort ist die Hotline werktags von 9 bis 17 Uhr erreichbar.

Aufgrund der besonderen Bedarfssituation für Menschen aus der Ukraine, gibt es zusätzlich eine Hotline für Beratung auf Ukrainisch.

Kontaktnummer Corona-Hotline:

  • 030 9018 41000 (Deutsch)
  • 030 9018 38111 (Ukrainisch)

Kontakt per E-Mail:

Senat rechnet mit noch mal deutlich mehr Geflüchteten

11.44 Uhr: Berlins Integrations- und Sozialsenatorin Katja Kipping (Linke) geht davon aus, dass sich die Flüchtlingssituation in der Stadt noch einmal deutlich verschärfen wird. „Durch die Öffnung der humanitären Korridore aus belagerten Städten rechnen wir mit deutlich höheren Ankunftszahlen in Berlin“, sagte ein Sprecher der Senatorin am Mittwoch der Morgenpost. Dadurch ergebe sich eine „fundamental andere Situation“. Berlin brauche mehr Unterstützung durch die Bundesregierung, um mit den zuletzt bis zu 14.000 Neuankömmlingen pro Tag umzugehen. „Die bisherigen Hilfen des Bundes fangen den Anstieg nicht auf“, so Kippings Sprecher.

Ministerpräsident Woidke: Braunkohle kann Druck von Importen nehmen

11.35 Uhr: Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sieht in der heimischen Braunkohle eine Möglichkeit, die Abhängigkeit von importiertem Öl zu nehmen. „Sie kann aber nicht die Energieversorgung für Deutschland sichern, kann uns nicht vollkommen sorgenfrei machen“, sagte Woidke am Montag im „Deutschlandfunk“.

Bei einem früheren Ausstieg aus der Braunkohle müssten Gaskraftwerke die Lücke füllen. „Wir reden nicht über 2 oder 4, sondern über 50 bis 80“, sagte Woidke. Die zusätzlichen Gaskraftwerke würden jedoch die Abhängigkeit Deutschlands von aus dem Ausland importiertem Gas nochmals zusätzlich erhöhen.

Zu dem Ziel der Ampel-Bundesregierung, den für 2038 vereinbarten Ausstieg aus der Kohleverstromung „idealerweise“ bereits 2030 zu schaffen, sagte Woidke, dass in diesem Jahr noch eine Evaluierung erfolge. Versorgungssicherheit, Preisentwicklung und Strukturentwicklung in den Kohleregionen würden dabei überprüft. „Wir müssen am Ende Entscheidungen treffen, die dafür sorgen, dass Deutschland eine gute und sichere Energieversorgung hat, die möglichst noch preisgünstig ist“, sagte Woidke.

Angesichts des notwendigen schnellen Ausbaus der erneuerbaren Energien plädierte der Ministerpräsident nach dem Vorbild des Verkehrswegebeschleunigungsgesetzes von Anfang der 1990er Jahre für ein ähnliches Gesetz in diesem Bereich. „Mit einer klaren Vereinfachung und Beschleunigung der Verfahrenswege und der juristischen Einspruchsmöglichkeiten“, betonte er. „Wenn das nicht passiert, werden wir in drei Jahren wieder darüber diskutieren.“

Senat berät bei Sondersitzung über den Krieg in der Ukraine

10.36 Uhr: Die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) hat am Mittwochmorgen die Kolleginnen und Kollegen aus dem Berliner Senat für den Abend zu einer Sondersitzung zusammengerufen. Es geht um die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf die Stadt. Zentrales Thema soll dabei sein, wie die Stadt die Ankunft Tausender Kriegsflüchtlinge bewältigen kann.

Wie es aus Senatskreisen hieß, sieht sich Berlin nicht länger in der Lage, den massiven Zustrom von Geflüchteten zu bewältigen. Diese Botschaft in Richtung Bundesregierung und andere Bundesländer solle auch von der Senatssitzung am Abend ausgehen. Am Dienstag seien 14.000 Menschen aus der Ukraine nach Berlin gekommen. Nach Angaben von Senatskanzleichef Severin Fischer wurden 1400 Menschen in Berliner Notunterkünften untergebracht, 800 seien offiziell andere Bundesländer verteilt worden. Wo die übrigen Menschen seien, wisse man demnach nicht, hieß es.

An den Beratungen ab 18.30 Uhr im Roten Rathaus sollen nach Angaben der Senatskanzlei auch Polizeipräsidentin Barbara Slowik, Landesbranddirektor Karsten Homrighausen und der Präsident des Landesamtes für Flüchtlingsangelegenheiten, Alexander Straßmeir, teilnehmen. Ebenfalls dabei sein soll der frühere langjährige Präsident des Technischen Hilfswerks, Albrecht Broemme, der 2020 den Aufbau des Corona-Notkrankenhauses auf dem Messegelände geleitet und danach den Aufbau der Impfzentren koordiniert hat. Offensichtlich plant der Senat, in den Messehallen provisorische Massenunterkünfte für die Geflüchteten einzurichten.

Ukrainer werden nur freiwillig auf andere Bundesländer verteilt

10.28 Uhr: Obwohl das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge damit begonnen hat, geflüchtete Menschen aus der Ukraine aus Berlin in andere Bundesländer zu bringen, kann diese nur auf freiwilliger Basis geschehen. Erstmals finde eine Umverteilung statt, ehe die Menschen überhaupt registriert seien, sagte Senatskanzleichef Severin Fischer (SPD) im Ausschuss für Engagement des Abgeordnetenhauses.

Berlin sei hier auf Hilfe aus anderen Bundesländern angewiesen. Eine reguläre Verteilung der Geflüchteten nach dem Königssteiner Schlüssel, der für Berlin stets knapp fünf Prozent der bundesweiten Zahlen vorsieht, könne erst erfolgen, wenn die Personen offiziell registriert seien. Berlin liege derzeit deutlich über dem vorgesehenen Kontingent.

Dass Ukrainerinnen gegen ihren Willen aus Berlin in Unterkünfte in anderen Bundesländern gebracht würden, konnte Fischer nicht bestätigen, zeigte sich aber offen für entsprechende Hinweise von Abgeordneten. Werde eine geflüchtete Person aber in ein Bundesland gebracht und dort versorgt, müsse sie sich grundsätzlich auch dort aufhalten. „Aber in der Praxis werden wir die Menschen nicht zwingen, dort zu bleiben“, sagte der Sozialdemokrat. Ukrainer hätten wegen der Visumfreiheit anders als etwa Asylbewerber aus anderen Staaten grundsätzlich das Recht, sich frei in Deutschland zu bewegen.

Impfaktion in der ukrainischen Botschaft

10.20 Uhr: Ukrainische Flüchtlinge können sich am Donnerstag ab 17 Uhr in der ukrainischen Botschaft an der Albrechtstraße 26 gegen das Coronavirus impfen lassen. Wie das Bezirksamt Mitte mitteilte, wird der Impfstoff von Biontech verimpft. Es können sich Kinder zwischen 5 bis 11 Jahren, Kinder und Jugendliche zwischen 12 bis 18 Jahren sowie Erwachsene impfen lassen.

Mittes Bezirksstadtrat Christoph Keller: „Gerade als die Welt dachte nach zwei Jahren Pandemie kurz aufatmen zu können, verändert ein Krieg im Herzen Europas das Leben von Millionen von Menschen auf unvorstellbar grausame Weise. Solidarität muss unsere Antwort darauf sein.“

Evangelische Gemeinde Tiergarten sucht Sachspenden

10.08 Uhr: Die Evangelische Gemeinde Tiergarten bietet 40 Feldbetten in der Heilandskirche als temporäre Schlafmöglichkeit für Geflüchtete an, bis diese zu dauerhaften Unterkünften weiterreisen können. Es fehlen jedoch Decken, Bettlaken, Kopfkissen. Handtücher, Hygieneartikel und Lunchpakete. Sachspenden können vor Ort abgegeben werden: Thusnelda-Allee 1, 10555 Berlin

Weiteres Zwangsgeld gegen den Sender "Russia Today"

9.52 Uhr: Die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (MBBA) wird ein weiteres Zwangsgeld gegen den vom russischen Staat finanzierten Sender "Russia Today" verhängen. 40.000 Euro seien von der MBBA angedroht worden, wenn "Russia Today" nicht bis 16. März den Livestream seines Fernsehprogramms im Internet stoppe, sagte Senatskanzlei-Chef Severin Fischer (SPD) am Mittwoch im Medienausschuss des Abgeordnetenhauses.

Die Medienbehörde hatte bereits ein Zwangsgeld von 25.000 Euro gegen "Russia Today" verhängt, weil der Sender sein Programm ohne die gesetzlich vorgeschriebene Lizenz ausgestrahlt hatte. "Russia Today" habe dagegen einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht gestellt, sagte Fischer. Das Verfahren laufe aber gleichwohl weiter.

Der Livestream des Senders sei in den vergangenen Tagen noch über verschiedene Websiten empfangbar gewesen. Fischer machte deutlich, dass es sich bei dem Vorgehen gegen "Russia Today" nicht um „Strafmaßnahmen“ wegen des Ukraine-Krieges handele, sondern um eine Sanktion wegen der fehlenden Lizenz. Im Gegenzug zum Vorgehen gegen "Russia Today" in Deutschland hatte Russland unter anderem das Programm der Deutschen Welle im Land gestoppt.

Berlin hat am Dienstag 1400 Geflüchtete untergebracht

9.45 Uhr: Berlins Behörden haben am Dienstag 1400 Menschen aus der Ukraine in Notunterkünften erstuntergebracht. Das sei eine "sehr hohe Zahl" sagte Senatskanzleichef Severin Fischer im Ausschuss für ehrenamtliches Engagement im Abgeordnetenhaus. Es beginne nun aber die Abnahme von geflüchteten Menschen aus Berlin an andere Bundesländer. Man habe auf diesem Wege 800 Menschen in Erstaufnahmeeinrichtungen anderer Bundesländer verteilen können.

Solidaritätskonzert für Ukraine-Hilfe in Berliner Philharmonie

9.13 Uhr: In der Berliner Philharmonie ist kommende Woche ein Solidaritätskonzert für die Ukraine geplant. Am Dienstag, den 15. März sollen dort unter anderem Tenor Rolando Villazón, Geigerin Lisa Batiashvili und Pianist Kirill Gerstein mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin und dem Rundfunkchor auftreten, wie ein Sprecher des Orchesters am Dienstag bekanntgab. Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) werde sprechen.

„Die namhaften Künstlerinnen und Künstler haben sich zusammengetan, um gemeinsam ein weithin hörbares Zeichen für Frieden und Freiheit zu setzen und gegen den völkerrechtswidrigen Angriff des russischen Regimes auf die Ukraine mit den Mitteln der Musik zu protestieren“, hieß es. Die Ticketeinnahmen sollen an Hilfsbündnisse gehen.

Brandenburgs Wirtschaftsminister: Keine Panik vor Engpässen

8.53 Uhr: Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) sieht die Versorgung auch bei einem kurzfristigen Lieferstopp von Energie aus Russland gesichert. „Es sollte keine Panik vorherrschen“, sagte Steinbach dem Sender RBB. Aus Sicht von Steinbach bestehen ausreichend Energiereserven, um eine Ersatzlogistik zu schaffen. Zwar könne es zu Engpässen kommen, und kurzfristige Unterbrechung seien möglich. Grund zur Panik bestehe aber nicht.

Auch für den Fall, dass die Erdölraffinerie PCK in Schwedt komplett vom Netz gehen müsste, sei vorgesorgt. Die Stadtwerke würden dann die Versorgung komplett auch mit Fernwärme übernehmen. In so einer Situation gebe es eine klare Priorität, so Steinbach: „Wenn wir diese Versorgungssituation haben, ist erstmal die Bevölkerung zu versorgen, und erst in zweiter Linie dann die freie Wirtschaft.“

Der russische Energiekonzern Rosneft hatte im vergangenen Jahr einen Großteil der Erdölraffinerie in der Uckermark übernommen. Die Anlage verarbeitet nach eigenen Angaben jährlich zwölf Millionen Tonnen Rohöl und gehört damit zu den größten Verarbeitungsstandorten in Deutschland. 90 Prozent der Versorgung mit Benzin, Kerosin, Diesel und Heizöl in Berlin und Brandenburg wird von PCK sichergestellt.

Biosphäre in Potsdam wird Flüchtlingsunterkunft

7.10 Uhr: In der Tropenhalle Biosphäre in Potsdam können seit Dienstag bis zu 150 Geflüchtete aus der Ukraine untergebracht. Ab Donnerstag gibt es an der Behlertstraße 3a in Potsdam eine Informationsstelle für Flüchtlinge.

Ankunftszelt geht am Hauptbahnhof in Betrieb

6.45 Uhr: Das Ankunftszelt, das den Namen „Welcome Hall Land Berlin“ trägt und von der Stadtmission organisiert wird, soll heute Mittag am Berliner Hauptbahnhof in Betrieb gehen. Bislang wurden die ankommenden Ukrainerinnen und Ukrainer von etlichen Helfern empfangen, auch zahllose Spenden wurden dort gesammelt – so viele, dass sogar das Lager überfüllt war. „Es war klar, dass wir die Situation unten im Hauptbahnhof entzerren müssen“, sagte Kipping. Einer der Gründe ist auch der Brandschutz in dem Bahnhofsgebäude. Lesen Sie hier mehr dazu:

"Moabit hilft" veröffentlicht Bedarfsliste für Sachspenden

6.39 Uhr: Der Verein "Moabit hilft" hat im Internet eine laufend aktualisierte Liste veröffentlicht, in der Spender nachsehen können, was aktuell für die geflüchteten Menschen aus der Ukraine benötigt wird. Der Verein nimmt ausschließlich die gelisteten Artikel an und bittet dafür um Verständnis.

DRK verteilt Tausende Lunchpakete am Hauptbahnhof

6.30 Uhr: Berliner Ortsgruppen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) sind am Hauptbahnhof aktiv. Dort verteilen sie u.a täglich 10.000 Essenspakete an die geflüchteten Menschen.

Schauspieler Timur Bartels nimmt ukrainisches Ehepaar auf

5.08 Uhr: Schauspieler Timur Bartels (26, „Club der roten Bänder“) hat ein geflüchtetes Ehepaar aus der ukrainischen Hauptstadt Kiew in seinem Berliner Haus aufgenommen. „Wir hatten sehr schöne und emotionale Tage zusammen“, sagte Bartels. Das Paar aus Kiew - beide um die 60 Jahre alt - sei ohne den Sohn, die Schwiegertochter und Enkelin vor dem russischen Angriffskrieg geflohen.

Bartels hatte am Berliner Hauptbahnhof mit vielen anderen Menschen angeboten, Menschen aus der Ukraine aufzunehmen. „Am Anfang war es natürlich etwas angespannt. Sie hatten Angst, mit mir mitzufahren, weil sie nichts von mir wussten. Dazu kam ein Schamgefühl“, erzählte der Schauspieler und Musiker. „Mittlerweile sind sie sehr glücklich und wollen überall helfen: Fenster putzen, Essen kochen. So viel kann ich gar nicht essen.“

Bartels, der von 2015 bis 2017 in der Vox-Erfolgsserie „Club der roten Bänder“ einen herzkranken Jugendlichen gespielt hatte, spricht mit den Geflüchteten mit Hilfe einer Übersetzungs-App. Eine Bekannte aus Polen wolle ihn in den kommenden Tagen unterstützen. „Nicht jeder kann oder muss jemanden aufnehmen. Man muss auch der Typ dafür sein. Das macht natürlich auch Arbeit und kostet Überwindungen“, sagte Bartels. „Aber wenn man Lust darauf hat, bekommt man relativ schnell eine zweite Familie. Man lernt sehr viel, wächst selbst daran und hat das Gefühl, etwas zu tun, das einen Mehrwert für die Gesellschaft hat.“

Ukraine-News aus Berlin am Dienstag, 8. März: Kunstinstitutionen sammeln 250.000 Euro für Ukraine

20.19 Uhr: Bei einer Solidaritätsaktion haben Berliner Kunstinstitutionen nach eigenen Angaben knapp 250 000 Euro für ukrainische Geflüchtete gesammelt. Fast 7000 Akteure haben sich am vergangenen Wochenende an der Veranstaltung unter dem Motto „Our Space to Help“ in der Neuen Nationalgalerie beteiligt, wie die Stiftung Preußischer Kulturbesitz am Dienstag mitteilte. Die Spenden sollen vollständig dem Verein „Be an Angel“ zugute kommen. Dieser unterstütze damit unter anderen in Berlin ankommende Flüchtende und Medikamentenlieferungen nach Kiew und Odessa.

Neues Ankunftszentrum am Flughafen Tegel

18.30 Uhr: Berlin will den Flughafen Tegel als Ankunftszentrum für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine nutzen. Das kündigte die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) am Dienstag an. Die Kapazität des bisherigen Ankunftszentrums in Reinickendorf reiche bei weitem nicht aus, um die aktuellen Herausforderungen bewältigen zu können. In dem früheren Flughafengebäude sollen nach ihren Angaben Strukturen geschaffen werden, um möglichst viele Menschen unterzubringen. Neben Schlafplätzen sei dort eine medizinische Erstversorgung ebenso geplant wie eine Beratung etwa zu aufenthaltsrechtlichen und beruflichen Fragen.

Wann Tegel als Ankunftszentrum genutzt werden kann, war zunächst noch unklar. Derzeit liefen noch Gespräche mit Hilfsorganisationen zur Organisation, so Giffey. Am Sonntag und Montag waren nach Senatsangaben jeweils mehr als 13.000 Menschen nach Berlin gekommen. Der Senat erwartet für die nächsten Tage weiter steigende Flüchtlingszahlen. „Wir gehen davon aus, dass die hohen Zahlen anhalten“, so Giffey.

Brandenburg und Sachsen sprechen mit Polen über Hilfe für Ukraine

18.28 Uhr: Die Länder Brandenburg und Sachsen haben sich mit der angrenzenden Woiwodschaft Lebus in Polen über Hilfe für die Ukraine ausgetauscht. „Brandenburg & Sachsen sind bei der Hilfe für ukrainische Flüchtende besonders gefordert“, schrieb die Staatskanzlei Brandenburg am Dienstag auf Twitter und zeigte dazu ein Bild einer Videokonferenz. Dabei hätten sich die Ministerpräsidenten von Brandenburg und Sachsen, Dietmar Woidke (SPD) und Michael Kretschmer (CDU), mit der Marschallin der Woiwodschaft Lebus, Elżbieta Polak, verständigt. Die Ziele seien: „Menschen schützen, Hilfe für die Ukraine!“ Über weitere Details wurde zunächst nichts bekannt.

Brandenburgs Schulen bereiten sich auf Kinder aus der Ukraine vor

17.58 Uhr: Die Schulen und Kitas in Brandenburg bereiten sich nach Angaben von Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) auf die Aufnahme von Kindern und Jugendlichen aus der Ukraine vor. „Die Kinder und Jugendlichen aus der Ukraine sollen bei uns einen sicheren Ort finden und sich gut aufgehoben fühlen“, teilte Ernst am Dienstag mit. Das Ministerium kündigte bestehende und neue Angebote für die Integration und Betreuung an. In Vorbereitung seien zudem Informationen für Eltern schulpflichtiger Kinder aus der Ukraine auf Ukrainisch und Russisch.

Für geflüchtete Kinder und Jugendliche ruht die Schulpflicht laut Ministerium für mehrere Wochen: Für diejenigen, die in einer Stadt oder in einem Landkreis aufgenommen werden, trete sie nach sechs Wochen in Kraft. Für Kinder und Jugendliche in einer Aufnahmeeinrichtung ruhe sie drei Monate nach der dortigen Unterbringung. An allen Aufnahmestandorten gebe es das Angebot freiwilliger Sprachkurse. Wenn die Kinder an einer Schule noch nicht genug Deutschkenntnisse hätten, erhielten sie zusätzliche Förderung.

Senat: Erneut mehr als 13.000 Geflüchtete in Berlin angekommen

15.42 Uhr: Auf der Flucht vor dem Krieg in der Ukraine sind nach Angaben des Berliner Senats am Montag erneut mehr als 13.000 Menschen nach Berlin gekommen. Der Krisenstab habe 800 Menschen unterbringen können, teilte die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales am Dienstag mit. Insgesamt seien bisher mehr als 6500 Geflohene mit einer Unterkunft versorgt worden. Bereits am Sonntag waren laut Sozialverwaltung mindestens 13.000 Menschen in der Hauptstadt angekommen. Der Senat erwartet für die nächsten Tage noch steigende Zahlen.

Wichtig seien darum größere „Ankunftsstrukturen“, hatte Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey bei einem gemeinsamen Besuch mit Bundesinnenministerin Nancy Faeser (beide SPD) am Montag am Hauptbahnhof betont. Dort und am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) kommen die Kriegsflüchtlinge in der Regel an. Um die bislang provisorische Situation im Bahnhof zu verbessern, ist auf dem Bahnhofsvorplatz ein beheiztes Zelt als „Welcome Hall Berlin“ errichtetet worden. Das neue Willkommens-Areal sollte heutigen Dienstag (17 Uhr) vorgestellt werden. „Wir haben hier die Möglichkeit, aus der Bahnhofssituation herauszukommen“, so Giffey im Vorfeld.

Die Flüchtlinge, die eine Unterkunft brauchen, werden zum Ankunftszentrum in Reinickendorf gebracht. Ein zweites Ankunftszentrum, in dem auch medizinische Erstversorgung möglich sein soll, soll in Kürze eröffnet werden. Viele Menschen kommen auch privat in Berlin unter. Zudem unterstützt der Bund inzwischen Berlin unter anderem bei der Verteilung der Flüchtlinge auf andere Bundesländer.

Helfer nehmen Sachspenden am Flughafen Tempelhof an

15.10 Uhr: Auch am Feiertag werden Sachspenden für aus der Ukraine Geflüchtete an der Sammelstelle am ehemaligen Flughafen Tempelhof von ehrenamtlichen Helfern angenommen. Gebraucht werden Hygieneartikel, Babybedarf, haltbare Lebensmittel, Decken, Schlafsäcke sowie medizinisches Material.

  • Flughafen Tempelhof: Spenden können täglich von 10 bis 22 Uhr am Columbiadamm abgegeben werden (Eingang Parkplatz P3)

Unter www.spendenbruecke-ukraine.de finden Sie weitere Informationen. Dort besteht auch die Möglichkeit, sich als Helfer anzumelden oder mit einer Geldspende das Projekt zu unterstützen.

CDU- und Grünen-Fraktion zurückhaltend bei Willkommensklassen

14.37 Uhr: Die Regierungsfraktionen von CDU und Grünen im Brandenburger Landtag haben sich zurückhaltend zur Einrichtung von Willkommensklassen für Flüchtlingskinder aus der Ukraine geäußert. Dies könne sinnvoll sein, wenn etwa in einer Gemeinschaftsunterkunft viele Kinder aus der Ukraine zusammenkämen, sagte die Grünen-Fraktionschefin Petra Budke. Dabei müsse es um eine gezielte Förderung in Kernfächern wie Deutsch und Mathematik gehen, um den Übergang in Regelklassen zu ermöglichen. „Das muss aber nicht in allen Kommunen gleich geregelt werden“, sagte Budke.

Ähnlich äußerte sich CDU-Fraktionschef Jan Redmann. In einer Übergangszeit sei sicherlich eine gezielte Sprachförderung notwendig, meinte er. „Dauerhaft sind Willkommensklassen für die Integration der Kinder aber nicht förderlich“, betonte Redmann.

Demonstrationen gegen den Krieg in Berlin

12 Uhr: In Berlin sind heute mehrere Demonstrationen angemeldet. Vor der russischen Botschaft Unter den Linden in Mitte demonstrierten seit dem Mittag hunderte Menschen für Frauenrechte und gegen den Krieg in der Ukraine.

Ab dem Nachmittag findet am Brandenburger Tor eine Friedensdemonstration zum World Peace Day statt. Es werden tausende Teilnehmende erwartet. Am Abend wird das Brandenburger Tor wieder in den Farben der Ukraine blau-gelb angeleuchtet.

Erstaufnahme Eisenhüttenstadt rechnet mit deutlich mehr Flüchtlingen

11.55 Uhr: Brandenburg muss sich aus Sicht des Leiters der Zentralen Ausländerbehörde in Eisenhüttenstadt, Olaf Jansen, auf deutlich mehr Flüchtlinge aus der Ukraine als zunächst geschätzt einstellen. „10.000 bis 11.000 Geflüchtete, das war eine erste Schätzung zum Anfang. Mit Blick auf die Entwicklungen in der Ukraine werden es sicher mehr werden, die auch nach Brandenburg kommen werden“, sagte Jansen.

Nach Angaben des brandenburgischen Innenministeriums wurden mit Stand vom Dienstagmorgen 1189 Flüchtlinge in Eisenhüttenstadt registriert. Der Leiter der Zentralen Ausländerbehörde hatte berichtet, es seien dort sogar schon mehr als 1500 Menschen aus der Ukraine angekommen. In Brandenburg kommen die Geflüchteten zunächst per Bahn in Frankfurt (Oder) an. Ein Großteil fährt mit dem Zug weiter nach Berlin.

Sozialsenatorin Kipping: Bund muss Flüchtlingsbusse koordinieren

11.42 Uhr: Berlins Sozialsenatorin Katja Kipping (Linke) hat erneut eine bundesweite Koordinierung der Unterbringung von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine gefordert. „Was wir dringend brauchen ist, dass die Verkehrsströme nicht alle nach Berlin gelenkt werden. Und das wäre die Aufgabe des Bundesverkehrsministers“, sagte Kipping dem Sender RBB. Andere Bundesländer seien sehr kooperativ, Berlin habe sich bilateral mit diesen abgesprochen. „Aber natürlich wäre die bundesweite Koordination Aufgabe des Bundes“, betonte Kipping.

Solidaritätskonzert in der Zionskirche

9.30 Uhr: Am Mittwoch, 9.3., findet in der Zionskirche in Mitte ein Solidaritätskonzert für die Ukraine statt. Das Konzert beginnt um 19 Uhr, der Eintritt beläuft sich auf eine freiwillige Spende. Alle Einnahmen gehen vollständig als humanitäre Hilfe in die Ukraine. Es gilt die 3G-Regel, Reservierungen sind nicht möglich.

Ankunftszelt am Hauptbahnhof wird am Mittwoch eröffnet

9 Uhr: Der Infopunkt am Hauptbahnhof als erste Anlaufstelle für Geflüchtete wird in ein beheiztes Messezelt auf dem Washingtonplatz verlegt. Es soll am Mittwoch seinen Betrieb aufnehmen. Beabsichtigt ist, dort bis zu 1000 Menschen zu versorgen. In dem Zelt soll es Verpflegung für die Geflüchteten geben, aber zum Beispiel auch einen Sanitätsdienst und eine Wohnungsbörse sowie bei Bedarf Tickets für die Weiterfahrt.

Reinickendorf stellt Lastenfahrräder zur Verfügung

8 Uhr: Der Bezirk Reinickendorf stellt am Ankunfstzentrum für Geflüchtete vier Lastenräder zur Verfügung, damit geflüchtete Ukrainer einfacher Gepäck und kleine Kinder transportieren können.

Ukraine-News aus Berlin am Montag, 7. März: Verteilung der Geflüchteten soll besser organisiert werden

20.44 Uhr: Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) sucht nach Möglichkeiten, Flüchtlinge aus der Ukraine möglichst früh auf verschiedene Bundesländer aufzuteilen. Man sei dafür intensiv mit der Bahn und den Ländern im Gespräch, sagte Faeser am Montag nach einem Besuch der Anlaufstelle für Geflüchtete im Berliner Hauptbahnhof. „Wir sitzen tagtäglich mit den Ländern zusammen.“ Es gehe darum, Möglichkeiten für die Flüchtlinge zu schaffen, in der Bundesrepublik unterzukommen, nicht nur in Berlin. „Denn das kann Berlin nicht allein stemmen“, sagte Faeser.

Die Bundespolizei helfe beispielsweise bei der Frage, wie die Geflüchteten bei der Ankunft in Frankfurt/Oder oder bereits in Polen selbst anders verteilt werden könnten. Wichtig sei aber auch eine Verständigung innerhalb Europas. „Bei der Aufteilung müssen wir auch europaweit gucken, wie wir da gerecht und solidarisch miteinander umgehen“, sagte Faeser. „Deswegen fahre ich am Donnerstag gemeinsam mit meinem französischen Innenministerkollegen nach Polen.“ Sie wolle sich dort einen Eindruck von der Situation verschaffen.

Neues Ankunftszentrum soll noch in dieser Woche eröffnen

18.40 Uhr: Das in Berlin geplante neue Ankunftszentrum für schutzsuchende Menschen aus der Ukraine soll in den kommenden Tagen eröffnen. Es werde „aller Voraussicht nach Ende der Woche ans Netz gehen“, sagte Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey am Montag bei einem Besuch der ehrenamtlichen Ankunftshelferinnen und -helfer am Hauptbahnhof. Mehr darüber lesen Sie hier.

Berliner Abgeordnete debattieren über Ukraine-Krieg

17.03 Uhr: Berlins Abgeordnete beschäftigen sich erneut mit dem Krieg in der Ukraine. Das Thema steht während der Aktuellen Stunde bei der Plenarsitzung am Donnerstag auf der Tagesordnung. Darauf verständigten sich am Montag sämtliche Fraktionen des Landesparlaments, wie das Abgeordnetenhaus bekanntgab. Nach Angaben der Pressestelle wird außerdem der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk im Plenarsaal sprechen.

Schon bei der vergangenen Sitzung vor 14 Tagen sprachen die Abgeordneten über den russischen Angriff auf das Nachbarland und erklärten sich solidarisch mit der Ukraine. Diesmal soll es auch darum gehen, dass Berlin immer mehr zum Anlaufpunkt Tausender Kriegsflüchtlinge wird.

Platz für 100 Flüchtlinge im ehemaligen Carossa-Quartier

16.30 Uhr: In einer spontanen Aktion hat das Unternehmen KauriCab Unterkünfte für Geflüchtete in Hakenfelde geschaffen. Mehr darüber lesen Sie hier.

Mehr als 500 Berliner Praxen bieten kostenlose Behandlung an

14.18 Uhr: Mehr als 500 Praxen haben sich auf einen Aufruf der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin gemeldet. Sie bieten an, Geflüchtete aus der Ukraine kostenfrei zu behandeln. Eine Übersicht der Praxen kann hier eingesehen werden.

Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin können viele der Praxen neben Deutsch auch in weiteren Sprachen behandeln. Die Fremdsprachen seien bei jeder Praxis mit angegeben. Die Übersicht richte sich auch an Einrichtungen, die Ärzte oder Psychotherapeuten für Geflüchtete aus der Ukraine benötigen..

Sprecher: Berlin ist für viele Geflüchtete eine Drehscheibe

14.03 Uhr: Der Sprecher der Sozialverwaltung, Stefan Strauß, wies am Montag darauf hin, dass Berlin für viele Geflüchtete eine Drehscheibe sei. „Ein Großteil der Flüchtlinge, die mit dem Zug in Berlin ankommen, fährt anschließend weiter“, sagte Strauß. „Berlin ist eine Station, aber nicht das Ziel.“ Die Zahl der Flüchtlinge sei allerdings insgesamt weiter sehr hoch.

Vom Hauptbahnhof aus haben Flüchtlinge die Möglichkeit, mit dem Bus weiterzufahren, in andere Bundesländer und ins Ausland. „Es gibt einen Wartebereich, wo sich die Leute sammeln können, so dass keiner draußen stehen muss“, sagte eine freiwillige Helferin am Montag. „Wir sagen ihnen Bescheid, haben auch etwas zu essen und trinken für sie.“ Die Busse seien bisher relativ voll gewesen.

Steinmeier: Kinder und Erwachsene aus Ukraine brauchen unsere Hilfe

14.02 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Hilfsbereitschaft der Deutschen für die Flüchtlinge aus der Ukraine gelobt. „Nicht nur die Kinder und Jugendlichen, auch die Erwachsenen, die kommen werden, brauchen unsere Hilfe“, sagte Steinmeier am Montag bei einem Besuch des jüdischen Zentrums Chabad Berlin, das sich um rund 100 geflüchtete Kinder und Jugendliche aus einem Kinderheim in der Ukraine kümmert. „Viele Deutsche helfen und die Hilfsbereitschaft ist auch hier in Berlin ungebrochen“, sagte Steinmeier. Bei dem Zentrum würden viele Menschen Essen vorbeibringen oder Geld spenden.

Verteilung der Geflüchteten auf andere Bundesländer läuft nur zäh

13.55 Uhr: Auf absehbare Zeit ist laut der Regierenden Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) nicht mit einem Abebben des Flüchtlingstroms aus der Ukraine nach Berlin zu rechnen. Die meisten Geflüchteten erreichen per Zug Berlin. Vor dem Hauptbahnhof steht nun ein Zelt für die Ankommenden bereit. Es soll am Dienstag in Betrieb genommen werden. Geflüchtete könnten auch in Hotels unterkommen, so Giffey. Viele Betreiber in Berlin würden Schlafplätze anbieten.

Viele Menschen aus der Ukraine hoffen, dass die Anmeldung in einer anderen deutschen Stadt schneller geht als im überlasteten Berlin. Die Verteilung der Geflüchteten auf andere Bundesländer läuft bisher aber nur schleppend.

Oder-Spree: Seifenspender mit Essigsäure befüllt - Geflüchtetenunterkunft geräumt

13.28 Uhr: Ein mit Essigsäure befüllter Seifenspender hat zur vorübergehenden Räumung einer Geflüchtetenunterkunft in Schöneiche im Landkreis Oder-Spree geführt. Nach Angaben der Polizei erlitt eine Bewohnerin am Sonntagabend starke Atemwegsreizungen und musste in einem Krankenhaus behandelt werden. Die Räumung der Unterkunft war laut Polizei erfolgt, nachdem mehrere der insgesamt 18 Bewohner über Hustenanfälle geklagt hatten. Ein Gefahrguttrupp der Feuerwehr fand den mit Essigsäure befüllten Seifenspender und beseitigte die Gefahrenquelle. Zum Hintergrund wird derzeit noch ermittelt.

Kita ruft zu Spenden auf

13.20 Uhr: Die Kitas des Berliner Trägers Kleiner Fratz rufen zu Sach- und Geldspenden für die Menschen in und aus der Ukraine auf. Gleichzeitg bitten die Initiatoren, keine Kleidung oder Spielzeug zu spenden. Was gebraucht wird und alle weiteren Infos zu der Aktion finden sie auf der Kleiner-Fratz-Homepage.

Erdöl aus Russland wichtigster Import in Brandenburg

12.25 Uhr: Erdöl und Erdgas aus Russland waren 2021 mit einem Wert von 3,8 Milliarden Euro die am meisten importierten Waren in Brandenburg. Dies machte 97,7 Prozent aller Brandenburger Importe aus Russland aus, teilte das Landesamt für Statistik am Montag mit.

In Brandenburg machte nach den Angaben der Anteil der Exporte 2021 in die Ukraine 0,8 Prozent und nach Russland 1,4 Prozent aus. Waren im Wert von 114 Millionen Euro gingen in die Ukraine und für 183 Millionen Euro nach Russland. Die wichtigsten Brandenburger Exportgüter im Vorjahr waren Gummi- und Kunststoffwaren im Wert von 39 Millionen Euro. Waren im Umfang von 160 Millionen Euro kamen aus der Ukraine und von knapp 4 Milliarden Euro aus Russland.

Ukraine-Hilfstransporter auf der A10 verunglückt

12.14 Uhr: Ein mit Hilfsgütern für die Menschen in der Ukraine beladener Lastwagen mit Anhänger ist auf der Autobahn A10 am Dreieck Barnim verunglückt. Der 59 Jahre alte Fahrer habe am Montagmorgen die Kontrolle über das Gespann verloren und sei mit dem Fahrzeug gegen ein Hinweisschild geprallt, berichtete die Polizei. Anschließend fuhr sich der Lastwagen im Randstreifen fest.

Während der Fahrer unverletzt blieb, musste sein 56 Jahre alter Beifahrer mit einer Kopfplatzwunde von Rettungskräften versorgt werden. Der Hilfstransport sei in Schleswig-Holstein gestartet, berichtete ein Polizeisprecher. Der Sachschaden wird von der Polizei auf rund 15.000 Euro geschätzt. Ermittlungen zur Unfallursache wurden aufgenommen.

Humanitäre Hilfe aus der B.-Traven-Gemeinschaftsschule

11.53 Uhr: Die Eltern der B.-Traven-Gemeinschaftsschule (BTG) in Falkenhagener Feld sammeln Hilfsgüter für die humanitäre Hilfe im Ukraine-Krieg und bieten zudem allen an, die Schulsammelstelle im Schulgebäude als Zwischenstation zu nutzen. Die Hilfsgüter werden einmal wöchentlich freitags zur Spandauer Sammelstelle des Zentralverbandes der Ukrainer in Deutschland e.V. gebracht, von wo aus täglich Lkw in Richtung ukrainische Grenze abfahren.

Ab dem 9. März können die Hilfsgüter montags bis freitags von 7 Uhr bis 8.50 Uhr und montags bis donnerstags von 15.30 Uhr bis 16.30 Uhr am Eingang der Grundstufe der BTG, an der Remscheider Straße 2, abgegeben werden. Geldspenden werden nicht angenommen, diese sollen beispielsweise über die „Aktion Deutschland Hilft“ abgewickelt werden. Die Maßnahme an der BTG wurde spontan von Eltern der Schülerinnen und Schüler der Schule initiiert und wird, in Absprache mit der Schulaufsicht, von der Schule unterstützt.

Brandenburger Innenministerium rechnet mit weiteren Flüchtlingen

11.32 Uhr: Brandenburg stellt sich nach Angaben des Innenministeriums auf eine höhere Zahl von ukrainischen Kriegsflüchtlingen ein als bisher angenommen. Bisher war für das Land die Zahl von 10.000 bis 11.000 Betroffenen geschätzt worden. Werden es mehr Flüchtlinge, werden sie aufgenommen und in den Regionen untergebracht, teilte das Innenministeriums am Montag auf Anfrage mit. Hilfe vom Bund sei dafür zugesichert worden. In den Erstaufnahmestellen des Landes waren nach Angaben des Ministerium bis Sonntagnachmittag rund 900 Geflüchtete mit Ukraine-Bezug registriert worden.

DLRG Berlin unterstützt Spenden-Sammelstelle am Flughafen Tempelhof

10.21 Uhr: Die DLRG Berlin unterstützt als Partner die neue Sammelstelle für Sachspenden am Flughafen Tempelhof. Neben ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer zählen dazu auch Fahrzeuge und Räumlichkeiten. Sachspenden wie Hygieneartikel, Babybedarf, haltbare Lebensmittel, Decken, Schlafsäcke, medizinisches Material können in dieser Woche am 10. März von 13-17 Uhr, 11. März 13-17 Uhr, 12. März 12-15 Uhr und 13. März 12-14 Uhr in der Geschäftsstelle der DLRG Reinickendorf, Alt-Heiligensee 39, 13503 Berlin abgegeben werden.

Unter www.spendenbrücke-ukraine.de finden Sie weitere Informationen. Dort besteht auch die Möglichkeit, sich als Helfer anzumelden oder mit einer Geldspende das Projekt zu unterstützen.

Charlottenburg-Wilmersdorf sucht Unterkünfte und bietet Hilfe

10.10 Uhr: Bezirksstadtrat Arne Herz (CDU), Leiter des Koordinierungsstab Flüchtlingsmanagement in Charlottenburg-Wilmersdorf, ruft dazu auf, größere Unterkünfte (ab 50 Plätzen) oder leerstehende Hotels oder Hostels dem Bezirk unter BACW_hilft@charlottenburg-wilmersdorf.de melden.

Momentan seien es vor allem Geldspenden, die benötigt werden, sagte Herz. Partner des Bezirks ist die Ukraine-Hilfe Berlin e.V. Deren Schwerpunkt liegt in der Unterstützung der Menschen in Not, Kriegsopfer und deren Angehörigen, sowie Hilfe für medizinische und pflegerische Einrichtungen in der Ukraine. Sie engagieren sich mit der medizinischen und humanitären Hilfe für die Ukraine. Dazu holen sie bei unterschiedlichen Organisationen Sachspenden ein und leiten diese an geprüfte Kliniken und Feldhospitals in der Ukraine weiter.

Ukrainische Geflüchtete, die nicht in einer Aufnahmeeinrichtung wohnen, können sich bei den Flüchtlingsbürgerämtern anmelden. Das Bürgeramt Charlottenburg-Wilmersdorf am Hohenzollerndamm 177 ist dafür Anlaufpunkt für Geflüchtete, die im Bezirk Spandau oder in Charlottenburg-Wilmersdorf untergekommen sind.

Treptow-Köpenick bittet um Schlafsäcke und Decken

9.25 Uhr: Während an anderen Orten in Berlin aufgrund des hohen Spendenaufkommens mittlerweile von Sachspenden abgeraten wird, sucht das Bezirksamt Treptow-Köpenick weiterhin gut erhaltene und saubere Schlafsäcke, Decken und Einwegbettlaken. Die Spenden können heute noch bis 19 Uhr im Rathaus Köpenick, Rudower Chaussee 4, 12489 Berlin, abgegeben werden.

Senat erwartet auch am Montag 10.000 Ukrainer in Berlin

9.14 Uhr: Auf der Flucht vor dem Krieg in der Ukraine werden nach Erwartung des Senats auch in der neuen Woche Tausende Menschen nach Berlin kommen. „Wir rechnen heute wieder - wie schon in den letzten Tagen - mit schätzungsweise 10.000 Menschen“, sagte die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) dem Tagesspiegel. Berlin könne das nicht alles abfangen, die Hilfe der Bundesregierung sei notwendig. „Es geht jetzt um Stunden - damit wir den Menschen weiter vernünftig helfen können.“

Berlin hatte schon in den vergangenen Tagen Zehntausende Flüchtlinge empfangen. Allein am Samstag waren es mehr als 11.000. Eine Zahl für Sonntag wollte die Sozialverwaltung am Montagvormittag veröffentlichen.

„Es kommen zurzeit so viele Menschen hier an, dass es nicht einmal genügend Busse und Busfahrer gibt, um sie in andere Bundesländer zu verteilen“, sagte Giffey. Nach ihren Angaben sollen Ukraine-Flüchtlinge auch in Hotels unterkommen. Viele Hoteliers böten ihre Betten freiwillig an. „Das wollen wir nutzen.“

Ein zweites Ankunftszentrum neben dem in Reinickendorf steht nach ihren Angaben vor der Betriebsaufnahme. „Der Senat wird kommende Woche ein zweites Ankunftszentrum eröffnen“, kündigte Giffey an.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge wollte nach ihren Angaben am Montag damit beginnen, 900 Menschen mit Busse in andere Bundesländer zu verteilen. Zudem sollten am Montag Mitarbeiter des Amts eintreffen, die helfen, Ukrainer zu registrieren.

Malteser am ZOB bitten: Lieber Geld spenden, als Sachspenden

8.45 Uhr: Der Malteser Hilfsdienst, der die Ankunft von aus der Ukraine Geflüchteten am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) organisiert, bittet darum, von Sachspenden vor Ort abzusehen und lieber Geld zu spenden. Die Koordination der Vielzahl von Sachspenden am ZOB sei nicht möglich, sagte der Abteilungsleiter der Malteser, Fabian Fröhling, dem Sender Inforadio.

Hauptbahnhof überlastet: Neue Sammelstelle für Sachspenden am Flughafen Tempelhof

6.45 Uhr: Sachspenden für aus der Ukraine Geflüchtete sollen nicht mehr am Berliner Hauptbahnhof, sondern am Flughafen Tempelhof abgegeben werden. Die Spendenannahme am Hauptbahnhof sei nicht mehr steuerbar, sagte ein Sprecher der Sozialverwaltung dem "Tagesspiegel". Die neue Sammelstelle wird von der gemeinnützigen Tentaja gGmbH organisdiert. Für die Annahme, Sichtung, Sortierung und Verteilung der Sachspenden werden noch ehrenamtliche Helfer gesucht.

  • Flughafen Tempelhof: Spenden können täglich von 10 bis 22 Uhr am Columbiadamm abgegeben werden (Eingang Parkplatz P3).

Initiative "I love Tegel" schickt Hilfsgüter für Kinder nach Polen

6.35 Uhr: Die Reinickendorfer Initiative "I love Tegel" hat Hilfsgüter für 150 aus der Ukraine geflüchtete Kinder gesammelt. Ein Transporter ist am Sonntag nach Polen gestartet, wo die Kinder ersteinmal untergekommen sind.

Ukraine-Krise – Die wichtigsten News zum Krieg

Ukraine-Krieg – Hintergründe und Erklärungen zum Konflikt

Wir starten ein neues Newsblog. Alle vorangegangenen Nachrichten zur Auswirkung des Ukraine-Krieges auf Berlin finden Sie in diesem Blog.

( BM )