Krieg in der Ukraine

Unis in Berlin lassen Kooperationen mit Russland ruhen

| Lesedauer: 3 Minuten
Mo, 28.02.2022, 12.50 Uhr

Hunderttausende Ukrainer sind auf der Flucht. FUNKE-Reporter Jan Jessen berichtet vom Bahnhof Lwiw (Lemberg).

Als Reaktion auf den Angriff auf die Ukraine werden alle Partnerschaftsaktivitäten ausgesetzt. Hochschulen richten Hilfsfonds ein.

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Berlin. Die Freie Universität (FU) und die Technische Universität (TU) haben ihre wissenschaftlichen Beziehungen zu russischen Forschungseinrichtungen ausgesetzt und lassen alle Kooperationen ruhen. Das haben die beiden Berliner Universitäten als Reaktion auf den Angriff Russlands auf die Ukraine beschlossen. An der Humboldt-Universität werde sich das Präsidium „natürlich angesichts des Dramas und der Notwendigkeit in dieser Woche mit diesem Thema beschäftigen und darüber entscheiden“, heißt es auf Nachfrage der Morgenpost.

Die Freie Universität hat auch die Partnerschaftsaktivitäten temporär eingestellt, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Davon betroffen sind der Studierendenaustausch sowie die Zusammenarbeit mit der Universität St. Petersburg. Das Verbindungsbüro der Freien Universität in Moskau ist vorläufig geschlossen. Russische Studierende und Wissenschaftler können sich aber weiterhin auf Stellen und Studienplätze bewerben. Kurzfristig wurde ein „Notfallfonds Ukraine“ eingerichtet, um ukrainischen Studierenden zu helfen, deren Aufenthalt an der FU beendet ist, die aber nicht in die Heimat zurückkehren können.

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Studenten können nach Berlin zurückkehren

In der Praxis bedeutet das: Studiengänge mit russischen Universitäten ruhen mit sofortiger Wirkung. Studierenden der Freien Universität wird angeboten, nach Berlin zurückzukehren. Auf Wunsch soll es jedoch möglich sein, Studien abzuschließen, finanzielle Ausfälle wird die Hochschule übernehmen. Zudem werden die Inbetriebnahme des im November eröffneten Büros der Universität St. Petersburg, die Forschungskooperationen und finanziellen Transfers, insbesondere die Zusammenarbeit mit dem German Russian Interdisciplinary Science Center ausgesetzt. Auch das Büro der Freien Universität am Moscow State Institute of International Relations in Moskau wird geschlossen. Der Büroleiter soll die in Moskau verbleibenden Universitätsangehören vor Ort betreuen.

„Unsere Maxime war es immer, auch in Krisenzeiten wissenschaftliche Zusammenarbeit fortzuführen und Gesprächskanäle dort offen zu halten, wo andere sie abbrechen“, betonte der Präsident der Freien Universität Günter M. Ziegler. Dies habe immer gegolten, weil es der Freien Universität wichtig sei, „zwischen politischen Interaktionen und akademischem Austausch zu unterscheiden. Wir brechen nun mit unserem Anspruch als Antwort auf den eklatanten Bruch des Völkerrechts durch die Regierung Russlands“, so der Präsident.

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Kein Geld für russische Forschungseinrichtungen

An der Technischen Universität sind von dem Beschluss, alle Kooperationen ruhen zu lassen, unter anderen die Partnerschaft mit der Peter the Great ST. Petersburg Polytechnic University sowie verschiedene Doktorandenprogramme an russischen Universitäten betroffen. Neue Projekte sollen nicht gestartet werden, heißt es in einer Mitteilung der TU. Die derzeitige Einstellung der Forschungskooperationen bedeutet, dass keine Geldleistungen von der Universität an russische Forschungseinrichtungen fließen werden.

Auch die TU bietet Wissenschaftlern und Studierenden aus der Ukraine Hilfe und Unterstützung an. Dafür wird ein Hilfsfonds „Berlin-Ukraine“ eingerichtet. „Die Aggression Russlands, die sich im kriegerischen und völkerrechtswidrigen Angriff der russischen Regierung auf die Ukraine zeigt, ist die Ursache für diesen umfangreichen Schritt“, erklärte der Präsident der TU Berlin Christian Thomsen.

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