BVG

Neue U-Bahnen ohne Brandenburger Tor auf den Fenstern

| Lesedauer: 3 Minuten
Die BVG hat die Fensterscheiben ihrer U-Bahnen mit einem transparenten Logo des Brandenburger Tors versehen, damit die Scheiben nicht mehr attraktiv für Kratzereien sind. Die Folie sollen demnächst wegkommen.

Die BVG hat die Fensterscheiben ihrer U-Bahnen mit einem transparenten Logo des Brandenburger Tors versehen, damit die Scheiben nicht mehr attraktiv für Kratzereien sind. Die Folie sollen demnächst wegkommen.

Foto: pa

Seit Jahren werden U-Bahn-Fenster mit einer Folie mit Brandenburger-Tor-Muster beklebt. Das wird künftig anders, kündigt die BVG an.

  • Die Fenster der U-Bahnen in Berlin sind seit Jahren mit einer Folie geschützt.
  • So soll das Zerkratzen der Scheiben verhindert werden.
  • Die Grafiken im Stil des Brandenburger Tors sollen künftig fehlen, kündigte die BVG nun an.

Berlin. Seit Jahren zieren sie die Fenster von Berlins U-Bahn-Zügen und verhindern einen klaren Durchblick: die vielen kleinen Brandenburger Tore, die sich auf den Scheiben befinden. Künftig aber sollen die Grafiken auf den neuen U-Bahnen nicht mehr zu finden sein. „Die Testfahrzeuge der Baureihe J und JK bekommen keine Brandenburger Tore mehr. Da werden wir uns von dem Wahrzeichen auf den Scheiben verabschieden“, sagte Björn Braune, Projektleiter Fahrzeugbeschaffung, beim Fahrgastsprechtag des Interessenverbands Igeb.

Ab diesem Frühjahr werden die neuen Berliner U-Bahnen beim Hersteller Stadler in Pankow produziert, acht Testfahrzeuge sollen voraussichtlich zum Jahreswechsel 2022/2023 ausgeliefert werden. Insgesamt sollen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) bis 2032 maximal 1500 Fahrzeuge für die Klein- wie auch die Großprofillinien – eines ist die Baureihe JK, das andere die Baureihe J – bekommen. Das seit 2008 verwendete Brandenburger-Tor-Muster ist für sie nicht mehr vorgesehen, obwohl die Verwendung einen Grund hatte.

BVG: Brandenburger Tore auf U-Bahn-Fenstern sollten Zerkratzen verhindern

Durch die mit dem Berliner Wahrzeichen bedruckten Folien sollte das Zerkratzen der Scheiben verhindert werden. Der Gedanke: Wenn die Kratzer auf den Fenstern weniger sichtbar sind, vergehe vielleicht die Lust daran, Scheiben zu zerkratzen – ähnlich also, wie bei dem „Wimmelmuster“, das für Sitze verwendet wurde und dafür sorgen sollte, dass diese weniger beschmiert werden. Erstmals wurde 2006 auf die Taktik gesetzt, damals wurden passend zur Fußball-WM Folien mit Fußbällen auf die Scheiben geklebt. Zwei Jahre später stieg man auf das Brandenburger Tor um.

Für die neuen Züge soll in Zukunft eine transparente Kratzschutz-Folie zum Einsatz kommen. „Wir wollen mal ausprobieren, ob das mittlerweile auch reicht“, sagte ein BVG-Sprecher auf Nachfrage. In der Vergangenheit hatte das Muster auf Scheiben auch immer wieder für Kritik gesorgt, auch vom Fahrgastverband Igeb. „Wir fordern eine freie Sicht aus den Fahrzeugen nach draußen“, sagt Igeb-Sprecher Jens Wieseke. Insofern sei es eine erfreuliche Nachricht, wenn die neuen Fahrzeuge einen ungestörten Blick aus den Fenstern böten. Darüber hinaus solle auch bei anderen, notwendigen Folienwechseln auf transparente Folien umstiegen werden, so Wieseke.

Die Brandenburger Tore hatten zu Beginn aber noch aus einem anderen Grund für Irritationen gesorgt: Die Perspektive stimmte nicht, eine Säule war zu kurz, außerdem die Quadriga auf dem Bauwerk nicht richtig dargestellt. Jahre später korrigierte die BVG den grafischen Fehler. Seither zeigen die U-Bahn-Scheiben zumindest ein standfestes Brandenburger Tor.