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Klimaschützer seilten sich über der A103 ab

| Lesedauer: 11 Minuten

Klimaschützer seilten sich von der Friedenauer Brücke auf die A103 ab. Am Morgen blockierten sie die A100. Die Ereignisse im Blog.

Berlin. Seit dem frühen Freitagmorgen blockierten in Berlin Umweltschützer der Initiative "Aufstand der letzten Generation" unter dem Motto "Essen retten - Leben retten" immer wieder an verschiedenen Orten die Stadtautobahn A100. Es kam zu Behinderungen im Verkehr. Die Polizei löste die Blockaden auf. Es wurden weitere Aktionen angekündigt - unter anderem ein Abseilen auf die A103. Die Ereignisse im Protokoll.

Wir schließen unser Blog

17.30 Uhr: Die Blockade-Aktionen der Klimaschützer sind beeendet. Wir schließen unser Blog. Eine Zusammenfassung des Tages lesen Sie hier.

Bundesweit 50 Menschen in Gewahrsam

16.50 Uhr: Die Organisatoren der Aktion "Letzte Generation" blockierten seit Freitagmorgen neben sechs Orten in Berlin auch Straßen in Hamburg, Frankfurt, Stuttgart und zuletzt in München Autobahnen und Bundesstraßen. "Dabei wurden heute Morgen alleine 50 Menschen festgenommen", heißt es in einer Presseerklärung am Nachmittag. “Wir setzen uns der Wut der Autofahrer aus, denn das ist kein Vergleich zu der Klima-Hölle, die uns erwartet", so die Aktivisten. “Uns bleiben nur zwei bis drei Jahre, um die todbringende Katastrophe abzuwenden. Jetzt ist die Regierung gefordert", erklärte Pressesprecherin Carla Hinrichs, Jurastudentin aus Bremen.

Ankleben auf Straße ist Straftat

16.40 Uhr: Wie Rechtsanwalt Till Bellinghausen vom Deutschen Anwaltverein erklärt, handelt es sich beim Ankleben auf den Straßen - wie am Freitagmorgen geschehen - um Nötigung und damit um eine Straftat. Die Fahrer in der zweiten Reihe könnten sich nach Auffassung von Gerichten weder nach vorne noch nach hinten bewegen und seien damit einem physischen Zwang ausgesetzt. Das Strafmaß sehe für dieses Delikt ein Rahmen von einer Geldstrafe bis hin zu einer Freiheitsstrafe vor, so Bellinghausen. Das Strafmaß könne sich verschieben, wenn die Aktivisten beispielsweise Widerstand gegen die Polizei beim Abtragen leisten oder wenn die Polizei die Aktion als nicht angemeldete Versammlung wertet. Das könne ab drei Personen der Fall sein. Im Ernstfall könne da schnell mindestens eine Bewährungsstrafe auf einen Aktivisten zukommen, so der Rechtsanwalt.

Autobahn und Brücke freigegeben

15.20 Uhr: Die Autobahn A103 und die Friedenauer Brücke sind für den Verkehr wieder freigegeben. Beide waren mehr als eine Stunde gesperrt.

Abseil-Aktion beendet

15.15 Uhr: Die Aktivisten haben ihre Aktion des Abseilens beendet. Die Polizei will die Autobahn demnächst freigeben und hat entsprechend Druck gemacht.

Der Stau auf der Schloßstraße führt inzwischen zu Verspätungen von bis zu 30 Minuten in beide Richtungen.

Offensichtlich nur wenige Zuschauer

14.57 Uhr: In einem Twitter-Account von Aktivisten wird bedauert, dass mehr Polizisten und Pressevertreter bei der Aktion zugegen sind als andere Berliner. Wer vorbeikommt, so wird versprochen, bekäme auch "leckere Linsen-Suppe".

Abseilen hat begonnen

"Autobahnen kann man bauen, Ökosysteme aber nicht"

14.25 Uhr: Prim (Pseudonym) ist eine von zwei Aktivisten, die sich von der Friedenauer Brücke abseilen werden. "Ich bin schon etwas aufgeregt", sagt die junge Frau vor der Aktion, "aber es muss sein". Es könne nicht sein, dass Wälder für Autobahnen abgeholzt würden. "Darauf muss man aufmerksam machen. Es ist noch nicht zu spät." Autobahnen könne man bauen, Ökosysteme aber nicht. Während sie das sagt, bindet sie Seile an die Brücke, um sich abseilen zu können. Damit die Seile nicht in die Beine einschneiden, wird sie auf einem Brett sitzen, eine Art Schaukel.

Mehrfach sei sie schon von Passanten angepöbelt worden, sagt die Aktivistin. Damit kann Prim aber umgehen, versichert sie. Für sie ist es wichtiger, zu demonstrieren. "Und schön, dass mal für eine kurze Zeit niemand auf dem Teilstück der A103 fährt."

Transparente aufgehängt

14.22 Uhr: Die Aktivisten tun ihr Anliegen auf Transparenten kund, die nun an der Brücke hängen. An der Aktion unter dem Motto „Für Klimaschutz & Verkehrswende statt Kriminalisierung von Aktivist*innen“ beteiligten sich nach Angaben der Veranstalter die Organisationen Bund Jugend, Sand im Getriebe, A100 stoppen. Die rund ein Dutzend jungen Menschen zeigten Transparente auf denen etwa stand: „Mit Ach und Krach in die Klimakrise - #bittewenden #A100stoppen“ - sowie „Abhängen ist kein Verbrechen“.

Die Brücke bleibt voraussichtlich bis 18 Uhr gesperrt.

Umgebung: Straßen gesperrt

14.15 Uhr: Zufahrten zur Autobahn und die A103 sind gesperrt.

Auf der Schloßstraße gibt es Stau in beide Richtungen.

Friedenauer Brücke: Verzögerungen beim Start

13.43 Uhr: Die Vorbereitungen für die Kundgebung an der Brücke Friedenau haben mit Verzögerung begonnen. Die Anhänger der Lebensretter bauen Technik auf. Autobahn und Brücke sind immer noch befahrbar.

70 Polizisten im Einsatz

13.31 Uhr: Laut des Pressesprechers der Polizei sind ca. 70 Beamte im Einsatz. Einige Beamte haben bereits vorsorglich Kletterausrüstung angelegt.

A103: Polizei sperrt Autobahnzufahrten Saarstraße

13.20 Uhr: In Friedenau (Steglitz-Zehlendorf) hat die Polizei vorsorglich die Autobahnzufahrten Saarstraße zur A103 gesperrt. Klimaaktivisten haben angekündigt, sich am Nachmittag von der Brücke Friedenau auf die Autobahn abseilen zu wollen. Sollte dies der Fall sein, werde auch die A103 gesperrt, kündigte die Polizei an.

"Fridays For Future" hält Mahnwache am Brandenbuger Tor ab - Verkehrsbehinderungen erwartet

13 Uhr: Die Klimaschutz-Initiative "Fridays For Future" hat für heute zu einer Demonstration in Tiergarten (Mitte) aufgerufen. Am Brandenburger Tor soll eine "Klimamahnwache" abgehalten werden. Autofahrer müssen bis zum Nachmittag mit Verkehrsbehinderungen im Bereich zwischen Großer Stern, Hofjägerallee und Pariser Platz rechnen.

Berliner CDU-Chef Kai Wegner verurteilt A100-Blockaden

12.25 Uhr: Kai Wegner, Chef der Berliner CDU, hat die Blockade-Aktionen der Klimaschützer scharf verurteilt. Auf Twitter schrieb er: "Die Aktivisten der A100 haben heute Menschenleben gefährdet. Die Blockade des Virchow-Klinikums ist eine unmögliche Aktion. (...) Die Akteure müssen zur Verantwortung gezogen werden."

A100 blockiert: Feuerwehr wertet Einsätze aus

12 Uhr: Ein Sprecher der Berliner Feuerwehr bestätigte konkrete Behinderungen von Einsatzfahrten bisher nicht, berichtet der Sender RBB. Demnach wolle die Feuerwehr die Einsätze am Freitagmorgen ersteinmal auswerten. Aufgrund von Staus komme es aber immer zu Behinderungen auch für die Feuerwehr, so der Sprecher.

Demonstranten kleben sich fest

10.45 Uhr: In einem Tweet ist zu sehen, wie ein Polizist den Klebstoff auflöst, mit dem sich ein Demonstrant am Morgen auf der Fahrbahn an der Beusselbrücke in Moabit festgeklebt hat. Die Blockade wurde mittlerweile beendet.

Neue Blockade am Kaiserdamm schnell geräumt

10.20 Uhr: Eine neue Blockade der Klimaaktivisten am Kaiserdamm (Charlottenburg) in Richtung Wedding wurde von der Polizei innerhalb weniger Minuten geräumt, meldete die Verkehrsinfornationszentrale Berlin (VIZ).

Ob es bei den verschieden Blockaden zu Festnahmen kam, ist noch nicht bekannt. Die Polizei stellte Personalien fest.

A100: Weitere Spontanaktionen in Charlottenburg

9 Uhr: Gegen 9 Uhr kommt es zu erneuten Besetzungen der Stadtautobahn, diesmal am Spandauer Damm und am Saatwinkler Damm in Charlottenburg. Die Anschlussstelle Spandauer Damm wurde gesperrt. Der Verkehr staut sich ab Schmargendorf, betroffen ist auch die Avus. Autofahrende müssen deutlich mehr Zeit einplanen.

Notfallzentrum Virchow Klinikum nicht über A100 erreichbar

8.15 Uhr: Der Pressesprecher und organisatorische Leiter des Rettungsdienstes der Berliner Feuerwehr, Rolf Erbe, kritisiert privat auf Twitter das Vorgehen der A100-Demonstranten. "Durch Spontandemo ist das Notfallzentum Virchow Klinikum nicht über die Autobahn erreichbar. Für alle Rettungsfahrzeuge erhebliche Behinderungen und längere Anfahrtzeiten!" Die Klimaaktivisten gefährdeten so Menschenleben.

Staus: Auch der Busverkehr ist betroffen

8.05 Uhr: Bus 106 Der Bus der Linie 106 verkehrte zeitweise nicht zwischen dem U-Bahnhof Seestraße und dem Berliner Großmarkt. Es kam dort auch nach der Aufhebung der Blockaden noch immer zu Verspätungen und Ausfällen.

Polizei löst Blockaden in Moabit auf

8 Uhr: Der Verkehr staut sich zeitweise in den von Blockaden betroffenen Bereichen an der Seestraße in Moabit. Die Polizei löste die Aktionen gegen 8 Uhr auf. Danach normalisierte sich der Verkehr, wie die Verkehrsinformationszentrale Berlin (VIZ) meldete.

Lebensmittel auf A100 gekippt

7.30 Uhr: Die Klimaaktivisten sprachen zwischenzeitlich von insgesamt rund 50 Menschen an verschiedenen Orten auf der A100. Es seien außerdem Lebensmittel auf die Fahrbahn gekippt worden. "Der Verkehr steht massiv", sagte eine Sprecherin der Gruppe.

Blockade am Jakob-Kaiser-Platz

7.30 Uhr: Sechs Klimaaktivisten blockieren die A100 auch am Jakob-Kaiser-Platz in Charlottenburg in Richtung Norden und Süden. Davon haben sich zwei Personen an die Fahrbahn geklebt und zwei angekettet. Die Polizei sperrte die A100 zeitweise ab dem Autobahndreieck Charlottenburg in Richtung Wedding.

Erste Blockaden in Moabit an der Seestraße - Aktivisten kleben sich fest

7.25 Uhr: Von Besetzungen betroffen ist u.a. die Auffahrt Seestraße Anschlussstelle Beusselstraße in Moabit. Im Bereich Seestraße Ecke Sylter Straße stadteinwärts halten sich 18 Demonstranten auf. Vier von ihnen haben sich an der Fahrbahn festgeklebt, wie eine Polizei-Sprecherin der Berliner Morgenpost sagte.

A103 Friedenau: Demonstranten wollen sich von Autobahnbrücke abseilen

Die Gruppierung hat für Freitag in Berlin und bundesweit weitere Aktionen angekündigt. So wollen Autobahngegner am frühen Nachmittag in Friedenau auf ihr Anliegen aufmerksam machen. Die Demonstranten kündigten an, sich um 13.30 Uhr von der Friedenauer Brücke über die A103, den Steglitz-Zubringer, abseilen zu wollen. Unter dem Motto "Für Klimaschutz & Verkehrswende statt Kriminalisierung von Aktivist*innen" ist zudem eine Demonstration geplant. "Brückenterror statt Autowahn, blockieren wir die Autobahn" twitterte die Initiative.

Die Friedenauer Brücke verbindet die Saarstraße mit der Knausstraße, an ihr liegen die Autobahnzufahrten "Saarstraße".

Abseilaktionen an Autobahnen seien kein Verbrechen, Autobahnen schon, twitterte die Gruppe "Gerichte Snacken". Die Autobahn dürfte während der Aktion gesperrt werden. Die Aktion ist bei der polizeilichen Versammlungsbehörde unter dem Motto „Spruchbänder an Autobahnen sind kein Verbrechen“ angezeigt und soll nach Auskunft eines Polizeisprechers mit geplanten 100 Teilnehmenden stattfinden. „Der Versammlungsort ist zunächst auf der Brücke, für die Abseilaktion auf die Autobahn soll es dann auch Sperrungen geben.“

Die Aktivisten hatten seit voriger Woche mehrfach Straßen und Autobahnen blockiert - zuerst in Berlin, am Montag dann auch in Hamburg und Stuttgart. Sie fordern ein Gesetz gegen Lebensmittelverschwendung und eine sofortige Agrarwende, um Klimagase aus der Landwirtschaft zu mindern. Zuletzt hatten in Berlin Klimaschützer die Auffahrt zur A103 in Steglitz und andere Zufahrten zur Stadtautobahn A100 besetzt.

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( BM )