Pandemie

Fünf Prozent der Berliner Polizisten fallen wegen Corona aus

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Bei der Berliner Polizei sind derzeit 840 Kräfte erkrankt, mehr als 400 weitere sind in Quarantäne (Symbolbild).

Bei der Berliner Polizei sind derzeit 840 Kräfte erkrankt, mehr als 400 weitere sind in Quarantäne (Symbolbild).

Foto: Christophe Gateau / dpa

Fast 1300 Polizeibeamte können wegen Corona derzeit nicht arbeiten. Die Polizeigewerkschaft fordert, Bereiche herunterzufahren.

Berlin. Bei der Berliner Polizei fallen aktuell 1266 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wegen Corona aus. Damit hat es in nur zwei Tagen fast 100 weitere Ausfälle in der Behörde gegeben. Das entspreche 4,71 Prozent der gesamten Belegschaft, wie ein Behördensprecher am Donnerstag sagte. Demnach sind 840 Mitarbeiter nachweislich mit Covid-19 infiziert, weitere 426 sind auf Anweisung als Kontaktperson oder vorsorglich in Quarantäne.

„Die Behördenleitung sollte jetzt schon überlegen, welche Bereiche sie herunterfährt“, sagt Benjamin Jendro, Sprecher der Gewerkschaft der Polizei Berlin, und nennt exemplarisch die Streifen im ÖPNV, die Verkehrsüberwachung und die Präventionsarbeit. „Aktuell ist die Polizei handlungsfähig, muss es aber auch in drei Wochen noch sein.“ Rechnet man Urlaube und anderweitige Krankheitsausfälle mit ein, fallen bei der Polizei derzeit mehr als 15 Prozent der Belegschaft aus.

Daher wurde in der vergangenen Woche die sogenannte Pandemiestufe I ausgerufen. Dabei geht es sowohl um den Schutz der Mitarbeitenden als auch um die Bündelung von Maßnahmen und Informationen. Die polizeiinterne Koordinierungsstelle Covid wurde nun erneut zu einem Krisenstab Covid aufgebaut. Dieser bündelt alle gesundheitlichen, organisatorischen, koordinativen und logistischen Fragen der Behörde und trifft alle erforderlichen Maßnahmen. Auswirkungen für die Menschen in Berlin sind laut Polizei nicht spürbar. Ab einer Ausfallquote von 30 Prozent gilt Pandemiestufe II, wobei erste personelle Umschichtungen erfolgen können, ab 50 Prozent Pandemiestufe III.


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Bei der Feuerwehr fallen sogar 7,7 Prozent wegen Corona aus

Auch bei der Feuerwehr steigt die Zahl der Ausfälle kontinuierlich an. Mit Stand von Mittwoch waren insgesamt 462 Kräfte coronabedingt freigestellt – davon 285 nachweislich erkrankt. Bei insgesamt 6000 Beschäftigten der Berufs- und der Freiwilligen Feuerwehr entspricht das 7,7 Prozent.

„Die Ausfälle haben bislang noch keinen Einfluss auf die Funktionsfähigkeit der Berliner Feuerwehr“, sagt ein Sprecher. „Wir monitoren das Infektionsgeschehen jedoch sehr aufmerksam, um jederzeit schnell Anpassungen vornehmen zu können.“

Anders als bei der Polizei gilt bei der Feuerwehr ab dem 15. März eine Impfpflicht. Dienstkräfte müssen darüber hinaus einen Nachweis über eine vollständige Impfung oder Genesung oder ein Attest vorlegen, dass sie entsprechend befreit. Andernfalls sei die Feuerwehr verpflichtet, „dies unter Weitergabe der persönlichen Daten an das zuständige Gesundheitsamt zu melden“, so der Sprecher weiter. Das entscheidet dann über das weitere Vorgehen wie ein Tätigkeits- oder Betretungsverbot der Dienststelle oder eine amtsärztliche Untersuchung.

Die Impfquote bei der Feuerwehr liegt mit Stand von Anfang Januar bei 80 Prozent. Darin nicht enthalten seien diejenigen, die sich eigenständig etwa beim Hausarzt geimpft haben Die Quote sei daher wahrscheinlich höher. „Klar ist, dass wir bei der Feuerwehr ab dem 15. März weder auf 20 noch auf 10 Prozent der Belegschaft verzichten können“, sagt Polizei-Gewerkschaftssprecher Jendro. „Deshalb appellieren wir an alle, bei denen es medizinisch empfohlen wird, sich zu impfen und so sich und andere vor schweren Verläufen zu schützen.“