Gesundheit

Kritik vom Berliner Philologenverband an Bildungssenatorin

dpa
Astrid Sabine-Busse (SPD), Berliner Senatorin für Bildung, Jugend und Familie.

Astrid Sabine-Busse (SPD), Berliner Senatorin für Bildung, Jugend und Familie.

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Berlin. Die Aufhebung der Präsenzpflicht an Berliner Schulen stößt beim Philologenverband auf scharfe Kritik. Von heute auf morgen seien die Schulen mit neuen Regelungen konfrontiert worden, heißt es in einem offenen Brief der Vorsitzenden des Landesverbandes, Kathrin Wiencek, an Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse (SPD). Die Entwicklung der Infektionslage sei von Fachleuten vorausgesagt worden und sei damit nicht überraschend gekommen. "Trotzdem endete es wieder in blindem Aktionismus", heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten Schreiben.

"Leider bin ich von Ihrem bisherigen Wirken als Senatorin enttäuscht", so Wiencek. Dabei habe der Verband gehofft, dass mit Busse als erfahrener Praktikerin "endlich ein Weg aus dem Berliner Bildungschaos" gefunden werde. Stattdessen verlagere die Senatorin mit ihrer Entscheidung die Verantwortung auf die Schulleitungen, so dass es keine klaren und verbindlichen Regelungen gebe. Dies könne zu einer Doppelbelastung von Präsenz- und Distanzunterricht für die Lehrer führen.

Bildungssenatorin Busse hatte am Montag mitgeteilt, angesichts steigender Corona-Infektionszahlen könnten Eltern ab sofort bis Ende Februar selbst entscheiden, ob ihr Kind die Schule besucht oder zu Hause arbeitet und lernt. Der Präsenzunterricht bleibe aber die "Regelform". Die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey verteidigte das Vorgehen am Dienstag. Mit Blick auf die Verbreitung der Omikron-Variante gebe es eine neue Situation, sagte die SPD-Politikerin am Dienstag nach der Sitzung des Senats.

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( dpa )