Parteitag

Berliner Mario Czaja neuer CDU-Generalsekretär

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Der frühere Sozialsenator Mario Czaja erhielt 92 Prozent der Stimmen. Unterdessen wertete Wegner die Wahl von Merz als Aufbruch.

Berlin. Der CDU-Parteitag hat den Bundestagsabgeordneten Mario Czaja zum künftigen Generalsekretär gewählt. Auf den 46 Jahre alten Berliner entfielen am Samstag in einer digitalen Abstimmung 875 von 964 abgegebenen Stimmen, 22 Delegierte enthielten sich. Die CDU wertete damit 942 Stimmen als gültig und errechnete daraus eine Zustimmung von 92,89 Prozent. Das Votum muss formal per Briefwahl bestätigt werden. Deren Ergebnis soll am 31. Januar verkündet werden.

Der künftige CDU-Chef Friedrich Merz hatte zuvor für den früheren Berliner Sozialsenator geworben. Czaja sei "ein Großstadtkind" aus dem Ostteil Berlins und habe jetzt einen Wahlkreis gewonnen, den zuvor 30 Jahre lang die Linkspartei gehalten habe.

Mario Czaja: "Wir müssen uns neu ausrichten"

Czaja hob in seiner Bewerbungsrede vor allem soziale Themen wie Renten, Kinderarmut, Wohnungsnot und die Gesundheitsversorgung auf dem Land hervor. "Wir müssen uns neu ausrichten", sagte er mit Blick auf die Niederlage bei der Bundestagswahl. Es gelte, "Leerstellen zu füllen, die vorhanden sind". Man müsse die Vergangenheit aufarbeiten, dann aber auch einen Punkt dahinter setzen. Czaja kündigte neue digitale Instrumente an, um Mitglieder an der Basis einzubeziehen.

Die von Merz als künftige stellvertretende Generalsekretärin präsentierte Bundestagsabgeordnete Christina Stumpp kann aus formalen Gründen erst später auf einem Präsenzparteitag gewählt werden.

Berliner CDU-Chef Wegner: Partei hat ihre besten Tage noch vor sich

Unterdessen hat der Berliner CDU-Landesvorsitzende Kai Wegner die Wahl von Merz zum neuen Bundesvorsitzenden als Signal zum Aufbruch gewertet. „Die CDU ist wieder da“, teilte Wegner am Samstag mit. Zuvor hatten bei einem digitalen Bundesparteitag 915 von 983 Delegierten für Merz gestimmt. „Nach einer Phase der Orientierungslosigkeit gehen wir jetzt mit großer Motivation und Geschlossenheit an die Arbeit“, so Wegner. Er sei überzeugt, dass auf die Aufbruchsstimmung jetzt auch ein echter Aufbruch folgen werde. „Die CDU hat ihre besten Tage noch vor sich.“

Wegner sagte weiter: „Wir müssen das Vertrauen der Menschen zurückgewinnen. Dazu brauchen wir einen klaren Kompass. Wir müssen verdeutlichen, dass solide Finanzen, starke Wirtschaft und ein konsequenter Rechtsstaat die DNA unserer Partei bilden.“ Zugleich müsse die Partei neue Themen, die die Menschen auch bewegten, zu ihrem Markenkern machen - beispielsweise in der Klimapolitik.

Entscheidend werde es sein, Stadt und Land gemeinsam zu denken. „Dafür müssen Bundespartei und CDU/CSU-Fraktion die städtischen Themen noch stärker aufgreifen“, forderte Wegner. „Urbane Themen müssen zu einem Erkennungszeichen der CDU werden.“

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( dpa )