Umwelt

Kleingärten neu gedacht: Waldgärten in Neukölln

Jennifer Schulz vom Institut für Umweltwissenschaft und Geographie in Potsdam und Manfred Hopp, Bezirksverband Berlin-Süden der Kleingärtner e.V., stehen auf dem Gelände des zukünftigen Waldgartens im Britzer Garten.

Jennifer Schulz vom Institut für Umweltwissenschaft und Geographie in Potsdam und Manfred Hopp, Bezirksverband Berlin-Süden der Kleingärtner e.V., stehen auf dem Gelände des zukünftigen Waldgartens im Britzer Garten.

Foto: Wolfgang Kumm/dpa

In Neukölln entsteht ein Kleingartenpark, der sich deutlich von einer klassischen Schrebergartenkolonie unterscheiden soll.

Berlin/Kassel. Das Bundeskleingartengesetz wird hier neu interpretiert: Im Berliner Süden entsteht ein Kleingartenpark, der sich deutlich von einer klassischen Schrebergartenkolonie unterscheiden soll. "Ein Waldgarten besteht vorwiegend aus essbaren, mehrjährigen Pflanzen, die sich in mehreren Vegetationsschichten teilweise überlappen, ganz ähnlich der Struktur von Wäldern", erklärt Projektkoordinatorin Jennifer Schulz von der Universität Potsdam.

60 Parzellen, ein gemeinschaftlicher Waldgarten und ein Hektar öffentliches Grün sind geplant. Die Übergabe der Fläche ist im Februar geplant, alle freuen sich", sagt Schulz. Bislang wurde das etwa drei Hektar große Gelände in der Nähe des Buckower Damms von dem fast 70 Hektar großen Park Britzer Garten genutzt. Seit November 2021 habe das Bezirksamt Neukölln die Fläche vorbereitet.

"Wir wollen keinen nagelscherengepflegten Monokulturrasen"

In nur 40 von 60 Parzellen seien Lauben vorgesehen, so Schulz. Auch größere Freiflächen wie man sie aus vielen Kleingärten kennt, seien nicht geplant. "Wir wollen keinen nagelscherengepflegten Monokulturrasen." Die Mitstreiter stünden allesamt hinter den Ideen, hätten sie selbst entwickelt. "Das Bundeskleingartengesetz gibt den Rahmen vor, wir interpretieren ihn neu", sagt Schulz.

Auch in Kassel sollen im Zuge des Projektes zwei gemeinschaftliche Waldgärten entstehen. Die Waldgärten in beiden Städten werden vom Bundesumweltministerium mit rund fünf Millionen Euro gefördert. In Berlin fördert die Umweltverwaltung das Projekt mit 600.000 Euro.

( dpa )