Corona-Pandemie

Berliner Eltern fordern mehr Schutz in der Schule

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Nicole Dolif
Studie: FFP2-Masken schützen besser vor Omikron als vor Delta

Studie: FFP2-Masken schützen besser vor Omikron als vor Delta

Eine Studie zeigt einen großen Unterschied wie wirksam FFP2-Masken bei Omikron im Vergleich zu Delta sind.

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Offener Brief an Franziska Giffey: Wechselunterricht und FFP2-Masken sollen Ansteckungen mit Omikron verhindern helfen.

Berlin. Die Berliner Eltern erhöhen den Druck auf die Bildungsverwaltung: Die Elternvertreter aus elf Berliner Bezirken – Friedrichshain-Kreuzberg hat sich enthalten – fordern von der Regierenden Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) und Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse (SPD), in den Schulen die S3-Leitlinie des Robert Koch-Instituts vollständig umzusetzen. Die Kinder hätten ein Recht darauf, so unterrichtet zu werden, dass keine Gefahr für ihre Gesundheit ausgehe.

Die aktuellen Infektionszahlen und die dazugehörige Kommunikation der Bildungsverwaltung sei darauf ausgelegt, die Situation an Schulen zu verharmlosen, so die Bezirkselternausschussvorsitzenden in ihrem Brief. Nach Stand vom 14. Januar gebe es über 6900 gleichzeitig infizierte Schülerinnen und Schüler und fast 800 Fälle beim Schulpersonal sowie 207 geschlossene Lerngruppen. Dennoch stünden 98 Prozent der Schulen in Stufe Grün. Das sei für niemanden mehr nachvollziehbar, so die Eltern in ihrem offenen Brief.

„Wir fordern die umgehende und vollständige Umsetzung dieser Leitlinie“

Für einen sicheren Schulbetrieb aber seien Maßnahmen wichtig, die in der Stufe Grün so nicht umgesetzt würden. Dazu gehören laut S3-Leitlinie die Kohortierung, der Wechselunterricht sowie weitere Maßnahmen im Musik- und Sportunterricht. „Wir fordern die umgehende und vollständige Umsetzung dieser Leitlinie“, so Norman Heise, Bezirkselternausschussvorstand in Marzahn-Hellersdorf und Landeselternsprecher. Außerdem sollten die Schulen ausreichend Masken für alle Schüler und Schülerinnen bereitstellen. Für diejenigen, die dies wollen, sollten auch passende FFP2-Masken bereitstehen. Deren Anschaffung belaste alle Familien finanziell erheblich.

Die Eltern bekräftigen noch einmal ihre Forderung, an den Schulen zur täglichen Testung zurückzukehren – und nicht wie derzeit dreimal wöchentlich zu testen. Die tägliche Testung sei eine wichtige Möglichkeit, Infektionen schnell zu entdecken. Weiter fordern sie, den Schulen mehr Flexibilität zu geben. Sie müssten die Möglichkeit erhalten, unkompliziert flexible Unterrichtsmodelle zu nutzen. Dies biete große Chancen, die unterschiedlichen Bedürfnisse aufeinander abzustimmen.

Als letzten Punkt fordern die Eltern Geld und Personal, um die großen pandemiebedingten psychosozialen Probleme der Schülerinnen und Schüler zu lösen. Das Programm „Stark trotz Corona“ leiste dies nur ansatzweise.


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„Kommunizieren Sie ehrlich die Fakten und schützen Sie unsere Kinder!

Es sei die die Aufgabe der Berliner Politik und der Schulverwaltung, endlich die Voraussetzungen zu schaffen, damit die Kinder körperlich und geistig unversehrt durch diese Pandemie kommen. Dass Kinder selten schwer an Covid-19 erkranken oder gar daran sterben, dürfe kein Grund dafür sein, die Schülerinnen und Schüler dem Risiko einer Ansteckung bewusst auszusetzen und eine Durchseuchung der Schulen in Kauf zu nehmen.

Zumindest würden sie Ehrlichkeit von den Verantwortlichen erwarten, so die Eltern „Kommunizieren Sie ehrlich die Fakten und schützen Sie unsere Kinder! Hören Sie auf, das lähmende und zermürbende Gefühl in der Elternschaft nach zwei Jahren Pandemie weiter auszunutzen! Übernehmen Sie Verantwortung und handeln Sie – für die Bildung und den Gesundheitsschutz der Kinder!“

Martin Klesmann, Sprecher der Bildungsverwaltung, kann die Sorgen der Eltern vor dem Hintergrund des rasant steigenden Infektionsgeschehens gut verstehen. Dennoch verteidigt er das Vorgehen seiner Verwaltung: „Wir sind mit Millionen Tests, dem erprobten Stufenplan und den schnellen Sonderregeln, die die Schulen nutzen können, gut aufgestellt, um den Präsenzunterricht abzusichern.“