Coronavirus in Berlin

Neue Regeln für Kitas in Berlin

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Nicole Dolif

Foto: Martin Möller / FUNKE Foto Services

In den Berliner Kitas steigt das Infektionsgeschehen dramatisch. Deshalb hat die Bildungsverwaltung die Corona-Regeln verschärft.

Berlin. Corona breitet sich auch in den Berliner Kitas dramatisch schnell aus. Aktuell sind 650 der 2820 Berliner Kitas ganz oder teilweise geschlossen. Die neuen Regeln der Bildungsverwaltung sollen das Infektionsgeschehen eindämmen. Deshalb gelten ab Montag die Testpflicht für Kinder und der eingeschränkte Regelbetrieb mit verkürzten Öffnungszeiten.

„Vor dem Hintergrund dieser dynamischen Entwicklung müssen wir weitergehende Maßnahmen zur Stabilisierung und Aufrechterhaltung des Betreuungsbetriebs ergreifen“, sagt Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse. „Der Schutz unserer Kinder hat höchste Priorität. Wir halten an dem Ziel fest, die Betreuungsangebote für alle Berliner Kinder offen zu halten und den Kitabetrieb unter Wahrung des Gesundheitsschutzes für Kinder und Beschäftigte zu gestalten.“

Kitas in Berlin: Kinder sollen dreimal pro Woche getestet werden

Deshalb sollen die Kinder von Montag an verpflichtend dreimal pro Woche von den Eltern getestet werden. Vorausgesetzt, die Tests kommen pünktlich und können zügig verteilt werden. Man sei im Zeitplan und an diesem Freitag könnten die Jugendämter mit der Verteilung der Tests an die Kitas beginnen, hieß es aus der Senatsverwaltung. Man habe den Kitas im Trägerschreiben allerdings ein wenig Spielraum für die Umsetzung gegeben. In dem Schreiben heißt es, die verpflichtende Testung solle ab dem 24. Januar beginnen, spätestens aber ab dem 31. Januar.

„Das ist auf jeden Fall machbar für die Kitas“, sagt Roland Kern, Vorstand im Dachverband Berliner Kinder- und Schülerläden (Daks). „So kann in den meisten Kitas im Laufe der kommenden Woche mit den Tests begonnen werden.“


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Beim Kita-Eigenbetrieb Südost, der in Neukölln und Treptow-Köpenick 42 Kitas betreibt, sind die Tests sogar bereits in der Geschäftsstelle angekommen. „Sie werden jetzt an die Kitas verteilt und dort für die Eltern gepackt“, sagt Sandra Stahl, pädagogische Geschäftsleitung des Kita-Eigenbetriebs Südost. Sie ist optimistisch, dass die Eltern sich an die neue Regel halten werden und die Tests zu Hause gewissenhaft durchführen. „Es hat ja niemand ein Interesse an einem großen Ausbruch in den Kitas“, sagt sie.

Eingeschränkter Regelbetrieb für mehr Sicherheit

Für mehr Sicherheit soll auch der eingeschränkte Regelbetrieb sorgen, der ebenfalls ab Montag beginnt. Die Kinder werden dann nur noch in festen Gruppen betreut, was in den allermeisten Kitas zu einer Verkürzung der Öffnungszeiten führt und einige Eltern in Schwierigkeiten bringen könnte. „Unsere Kitaleitungen besprechen das gerade mit den Elternvertretern, wie das am besten gehandhabt werden soll“, sagt Stahl. Grundsätzlich begrüßt sie die Regelung und hofft, dass die Betreuung in festen Gruppen zu etwas mehr Ruhe in den Kitas führt und auch die Eltern ein wenig beruhigt.

„Die Lage ist sehr angespannt“, sagt Stahl. „Wir bekommen täglich Notrufe aus unseren Kitas. Der Krankenstand bei den Erzieherinnen und Erziehern ist hoch und alle Seiten sind nach der langen Pandemiezeit einfach erschöpft.“