Wetter

Glätte in Berlin und Brandenburg führt zu vielen Unfällen

| Lesedauer: 7 Minuten
Der Wetterdienst warnt vor glatten Straßen in Berlin und Brandenburg.

Der Wetterdienst warnt vor glatten Straßen in Berlin und Brandenburg.

Foto: picture alliance / dpa

Auf den Straßen in Berlin und Brandenburg war es am Freitag sehr glatt. Es kam zu zahlreichen Unfällen. Die VIZ warnte.

Berlin. Der Schneefall von Donnerstagabend hat in Berlin und Brandenburg für glatte Straßen gesorgt. Es kam zu vielen Unfällen. Mit Beginn des Berufsverkehrs sei es am Freitagmorgen im Stadtgebiet verglichen mit anderen Tagen vermehrt zu Unfällen gekommen, sagte ein Sprecher der Berliner Polizei. Das Geschehen habe sich später aber wieder normalisiert. Zumeist sei es bei Blechschäden geblieben.

"Bitte vorsichtig fahren, mehr Zeit einplanen und, wenn möglich, lieber die Öffis nehmen!", hatte die Verkehrsinformationszentrale (VIZ) am Morgen gewarnt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte zuvor eine Warnung vor Glätte und Frost bis zu minus sechs Grad herausgegeben.

Glätte in Berlin und Brandenburg: Staus nach Unfällen

  • Die Mitarbeiter der Berliner Stadtreinigung (BSR) waren im Einsatz, um die Straßen abzustumpfen. Jedoch kam es laut VIZ zu vielen Kollisionen. Auf der Stadtautobahn A100 gab es in Richtung Wedding vor der Anschlusstelle Detmolder Straße einen Crash. Insgesamt sollen sieben Fahrzeuge involviert gewesen sein, eine Person wurde leicht verletzt. Über zwei Stunden bis acht Uhr war die Autobahn in nördlicher Richtung zumindest in Teilen gesperrt, was zu erheblichen Staus im Berufsverkehr führte.
  • Auch auf dem südlichen Berliner Ring (A10) in Richtung Frankfurt/Oder gab es einen Unfall. Ein Lkw war in eine Schutzplanke gefahren, wie die Polizeidirektion Süd mitteilte. Es entstand ein Schaden von 10.000 Euro. Wegen der Bergungsarbeiten waren zwischen Genshagen und Rangsdorf zwischenzeitlich zwei Spuren gesperrt. Es gab einen kilometerlangen Stau. Autofahrer mussten fast zwei Stunden mehr Zeit einplanen.

Glätte und Unfälle in Berlin - Buslinie wegen Eisglätte zwischenzeitlich eingestellt

  • In Wedding krachte es auf der Transvaalstraße. Die Straße war zwischen Afrikanische Straße und Dohnagestell in beiden Richtungen gesperrt. In Kreuzberg war die Kreuzung Markgrafenstraße/Charlottenstraße/Rudi-Dutschke-Straße in beiden Richtungen wegen Straßenglätte gesperrt.
  • Auf der Nonnendammallee zwischen Ferdinand-Friedensburg-Platz und Rohrdamm in Haselhorst und Siemensstadt war es laut VIZ in beiden Richtungen besonders glatt.
  • Wegen der Glätte wurde die Bus-Linie 218 zwischenzeitlich zwischen Wannseebadweg und S Messe Nord/ICC eingestellt. Die Havelchaussee wurde wegen Eisglätte gesperrt.

Glätte auf Autobahnen: Unfälle auf A13 und A115

  • Auf der A13 Richtung Dresden kollidierte ein Auto bei Ruhland mit einer Schutzplanke. Die leicht verletzte Fahrerin sei ins Krankenhaus gebracht worden.
  • Auf der A115 wurde eine Ersthelferin von einem Kleinbus erfasst. Die Frau wollte helfen bei einem Unfall mit einem Auto, das sich überschlagen hatte. Sie hielt mit ihrem Fahrzeug auf dem Standstreifen zwischen Potsdam-Babelsberg und AS Kleinmachnow und stieg aus. Der Kleinbus konnte offenbar nicht mehr auf der glatten Fahrbahn bremsen, wie die Polizeidirektion West mitteilte. Die Frau wurde zwischen Bus und Auto eingeklemmt. Sie kam schwer verletzt ins Krankenhaus.
  • Am Freitagmorgen ereigneten sich auf den Straßen der Landkreise Uckermark, Barnim, Märkisch-Oderland und Oder-Spree sowie der kreisfreien Stadt Frankfurt (Oder) 28 Unfälle mit vier Verletzten. Die Polizeidirektion Nord meldete elf Unfälle aus dem Landkreis Oberhavel. Menschen seien dabei nicht verletzt worden.

Bereits am Donnerstagabend gab es Glätte-Unfälle in Berlin und Brandenburg

Bereits am Donnerstag kam es in der Region streckenweise zu Glätte durch überfrierende Nässe. Wegen der Glätte gab es in Berlin in der Zeit von 18 bis 21 Uhr rund 60 Zusammenstöße, berichtete das RBB-Inforadio unter Berufung auf die Polizei.

  • Am Donnerstagabend kam es gegen 19.15 Uhr an der Kreuzung Janusz-Korczak-Straße / Kurt-Weill-Platz in Marzahn-Hellersdorf zu einem Unfall zwischen einem Nissan und einem Audi. Ersten Informationen von vor Ort zufolge fuhr ein Nissan-Fahrer auf der Janusz-Korczak-Straße in Richtung Senftenberger Straße. Dieser sei mit erhöhter Geschwindigkeit trotz des starken Schneefalls um die Kurve gefahren und seitlich in den Audi gekracht. Die Audi-Fahrer stand unter Schock, musste aber nicht ärztlich behandelt werden.
  • Etwa zehn Minuten später kam es an der Kreuzung Landsberger Chaussee / Zossener Straße in Hellersdorf zu einem Auffahrunfall. Nach Angaben der Polizei wurde niemand verletzt. An allen Autos entstand Sachschaden in unbekannter Höhe.

Teltow-Fläming: Lastwagen und Feuerwehr-Fahrzeug verunglücken

  • Bei zwei Unfällen kurz hintereinander wurden am Donnerstagabend bei Merzdorf (Landkreis Teltow-Fläming) mehrere Feuerwehrleute nach Polizeiangaben verletzt. Zunächst hatte sich demnach ein Lkw auf der Straße gedreht und war verunglückt. Ein zweiter Lastwagen wurde in den Unfall verwickelt und hatte Spiegelschäden, wie der Sprecher des Lagezentrums sagte. Bei der Anfahrt zu diesen Lkws sei das Feuerwehrfahrzeug auf „spiegelglatter“ Straße ins Schleudern geraten und habe sich überschlagen. Nach ersten Angaben wurden dabei drei Insassen verletzt. Einer von ihnen sei im Hubschrauber in eine Klinik gekommen, so der Sprecher. Die Bundesstraße musste für mehrere Stunden voll gesperrt werden. Es entstand ein Schaden von mehreren 100.000 Euros.
  • In vielen Teilen Brandenburgs kam es zu Unfällen wegen glatter Straßen. So meldete die Polizeidirektion Ost allein am Donnerstagabend 15 Verkehrsunfälle, bei zwei Unfällen wurden auch Menschen verletzt. Auf der A11 geriet ein Sattelzug zwischen den Anschlüssen Gramzow und Kreuz Uckermark ins Schleudern. Zwei Autos wurden in dem Zusammenhang beschädigt. Ein Mann musste ins Krankenhaus.

Auch am Donnerstagmorgen gab es wegen der Glätte viele Unfälle in Brandenburg. Eine Bilanz lesen Sie hier.

Die Vorhersage des DWD im Detail

  • Freitag, den 21. Januar: Gegen Abend von Nordwesten Bewölkungsaufzug, südostwärts ausweitend. Meist trocken, am Abend in der Prignitz etwas Regen. Höchsttemperatur zwischen 1 und 3 Grad. Schwacher bis mäßiger West- bis Nordwestwind. In der Nacht zum Sonnabend zunehmend bedeckt, gebietsweise Regen, anfangs auch Schneeregen oder nasser Schnee, örtlich gefrierender Regen oder Sprühregen. Im Bereich der Oder meist niederschlagsfrei. Tiefstwerte von Nordwest nach Südost zwischen +2 und -1 Grad, im Verlauf Milderung. Schwacher Wind aus West bis Nordwest.
  • Sonnabend, den 22. Januar: Am Sonnabend viele Wolken, gebietsweise Sprühregen. Höchstwerte 3 bis 6 Grad. Schwacher Wind aus West bis Nordwest. In der Nacht zum Sonntag überwiegend bedeckt, teils neblig-trüb. Gelegentlich Sprühregen. Tiefsttemperatur 5 bis 1 Grad. Schwachwindig.
  • Sonntag, den 23. Januar: Am Sonntag bedeckt und gelegentlich etwas Regen oder Sprühregen. Temperaturanstieg auf 5 bis 8 Grad. Schwacher Wind aus West bis Nordwest. In der Nacht zum Montag kaum Wetteränderung. Tiefsttemperatur 5 bis 2 Grad. Schwacher Wind um West.
  • Das Wetter in Berlin - immer aktuell
( BM/JP/psi/dpa )