Unternehmertreffen

“HelloBetter“ bietet digitale Therapien auf Rezept an

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Nikolija Korzanovic
„HelloBetter“ bietet digitale Therapien an, die von psychologischen Experten betreut werden.

„HelloBetter“ bietet digitale Therapien an, die von psychologischen Experten betreut werden.

Foto: Kira Hofmann / dpa

Im Unternehmer-Talk von VBKI und Morgenpost stellte der Berliner Gründer Hannes Klöpper die Gesundheitskurs-App „HelloBetter“ vor.

Berlin. Beim ersten digitalen Unternehmertreffen des Vereins Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI) in Kooperation mit der Berliner Morgenpost war der „HelloBetter“-Gründer Hannes Klöpper zu Gast. „HelloBetter“ ist eine digitale Anwendung zur Behandlung von psychischen Erkrankungen. Sie hilft Betroffenen dabei, Verhaltungsmuster anzupassen, um somit das emotionale Empfinden zu verbessern. „Dabei konzentrieren wir uns auf die kognitive Verhaltenstherapie, weil sich diese gut in ein digitales Format übersetzen lässt“, erklärt Hannes Klöpper im Gespräch mit Morgenpost-Wirtschaftsredakteur Dominik Bath.

Die kognitive Verhaltenstherapie ist eine lösungsorientierte Behandlungsmethode, die konkrete Maßnahmen für die Optimierung des Befindens der Patientinnen und Patienten anbietet. Anders als bei der Psychoanalyse, die sich viel mit der Aufarbeitung der Vergangenheit beschäftigt, setzt die Verhaltenstherapie bei aktuellen Problemen an. „Mit den Produkten von ‚HelloBetter‘ lerne ich im Wesentlichen anders mit Problemen und Belastungen durch die angebotenen Produkte umzugehen“, so der Gründer und Gast im Unternehmer-Talk.

Bei den angebotenen Produkten handelt es sich um Kurse, die in verschiedenen Inhaltsetappen aufeinander aufbauen. Wie Klöpper erklärt, werden sich Patientinnen und Patienten in der ersten Phase zunächst ihrer Probleme bewusst und erfahren mehr über ihre psychischen Erkrankungen. Anschließend werden zügig Strategien und Bewältigungsmechanismen für die psychischen Herausforderungen vorgestellt. Während der Kursteilnahme werden die Betroffenen von psychologischen Fachkräften betreut. Diese unterstützen die Patientinnen und Patienten und stehen wegweisend für die Nutzerinnen und Nutzer zur Verfügung.

Durch die Coronavirus-Pandemie ist die Anzahl der Menschen, die an psychischen Belastungen leiden, deutlich gestiegen. Das belegt zum Beispiel eine Studie mit dem Namen „CovSocial-Projekt“, die unter anderem von der Max-Planck-Gesellschaft und Berliner Universitäten unterstützt wurde. Die Teilnehmenden gaben an, sich vor allem zu Zeiten des Lockdowns gestresst, depressiv, einsam und ängstlich gefühlt zu haben. Therapieplätze sind allerdings rar und so können digitale Anwendungen zur Entlastung von Patientinnen und Patienten und dem Gesundheitssystem beitragen.

Digitale Therapie auf Rezept

Mit der Einführung des digitalen Versorgungsgesetzes Ende 2019, können Patientinnen und Patienten die Kurse von „HelloBetter“ auch durch ihre Krankenkasse finanzieren lassen. Die Therapiekurse zur Behandlung von Stress und Burnout, Diabetes und Depression und chronischen Schmerzen sind im Rahmen der digitalen Versorgung zugelassen und können als solche von Ärztinnen und Ärzten verschrieben werden. „Damit ist unser Unternehmen Teil der Regelversorgung im deutschen Gesundheitssystem“, fasst Hannes Klöpper zusammen.

Berlin ist mit 21.000 Unternehmen einer der wichtigsten Standorte der Gesundheitswirtschaft in Deutschland und Europa. Hierzu zählen auch international bekannte Einrichtungen wie die Charité, das Berlin Institute of Health (BIH) und das Deutsche Herzzentrum. Die unternehmerische Bandbreite bietet jungen Firmen vielseitige Entwicklungs- und Kooperationsmöglichkeiten.

Der Verein Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI) veranstaltet jeden Monat den Unternehmertreff, ein Forum, dass Gründerinnen und Gründern und anderen Interessierten eine Austauschplattform bietet. Am 24. Februar wird das Startup „Hydrogen“ zu Gast sein und über die Chancen der Wasserstofftechnik im Zusammenhang mit der Energiewende berichten.