Pandemie-Folgen

Omikron trifft BVG: Bus-Angebot wird reduziert

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Wieler: Auch durch Omikron mehr Tote und Hospitalisierungen

Wieler: Auch durch Omikron mehr Tote und Hospitalisierungen

Der Chef des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, hat davor gewarnt, die Gefährlichkeit der Omikron-Variante des Coronavirus zu unterschätzen.

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Ab kommenden Mittwoch werden die Takte auf zehn Linien ausgedünnt. Bereits ab Sonnabend gilt wieder die FFP2-Maskenpflicht.

Berlin. Die Berlin überrollende Omikron-Welle trifft nun auch die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, muss ab dem kommenden Mittwoch das Angebot im Busbereich reduziert werden. Hintergrund ist, dass sich „seit wenigen Tagen“ steigende Krankmeldungen und Quarantänezahlen bemerkbar machen, hieß es. Betroffen sind von den Kürzungen im Fahrplan zehn Buslinien: die Metrobusse M27, M43, M44 und M46, die Expressbusse X11, X21 und X83 sowie die Linien 100, 181 und 245. Sie fahren in weniger dichten Takten als gewohnt.

Mit den Änderungen werde die Gesamtleistung im Busbereich an Werktagen um 3,2 Prozent reduziert, teilte das Unternehmen mit. Zur Vorstellung: 2020 sind die Busse der BVG insgesamt 92,1 Millionen Kilometer im Fahrgastbetrieb gefahren. Das entspricht – Unterschiede zwischen Werktagen, Wochenenden oder Feiertagen nicht einberechnet – mehr als 250.000 Kilometern am Tag, von denen nun mehrere Tausend wegfallen. Dafür werde man aber größtmögliche Fahrzeuge einsetzen, um so mehr Kapazitäten zu schaffen, sagte BVG-Sprecher Jannes Schwentu.

Kürzungen gibt es der BVG zufolge auf Strecken, wo abschnittsweise mehrere Linien parallel fahren, sodass ein solider Takt erhalten bleibe. Zugleich habe man darauf geachtet, Linien auszuwählen, auf denen pandemiebedingt zuletzt ohnehin weniger Fahrgäste unterwegs waren. Insgesamt bewegte sich die Fahrgastnachfrage bei der BVG zuletzt bei etwa 75 Prozent des Vor-Corona-Niveaus.

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Ab Sonnabend wieder FFP2-Maskenpflicht

Wie das Unternehmen weiter ankündigte, soll voraussichtlich ab dem 24. Januar ein zweites Maßnahmenpaket in Kraft treten. Details dazu befänden sich aber noch in der Abstimmung. Ob dann auch U-Bahn- oder Straßenbahn-Linien von Kürzungen betroffen sind, steht Schwentu zufolge noch nicht fest.

Bereits ab diesem Sonnabend gilt im öffentlichen Nahverkehr in Berlin wieder eine FFP2-Maskenpflicht. Zwischenzeitlich, seit Einführung der bundesweiten 3G-Regel Ende November, hatten in Bussen und Bahnen medizinische Masken ausgereicht, das ist nun mit Blick auf die weiter rasant steigenden Infektionszahlen vorbei. Brandenburg hat die FFP2-Maskenpflicht für Busse und Bahnen am Freitag beschlossen. Dort soll die Regelung am Montag in Kraft treten.

500 Sicherheits- und Servicekräfte im Einsatz

Die BVG sei darauf vorbereitet, sagte Schwentu – Informationen in Ansagen, Laufzeilen und Apps werden aktualisiert. Ähnlich sieht es bei der S-Bahn aus, wie eine Sprecherin mitteilte. „In den Neubaureihen 483/484 ist das Aufspielen der Ansagen technisch zentral möglich, sodass diese ab morgen aktualisiert sind“, sagte sie. „Die Züge unserer älteren Baureihen müssen einzeln bespielt werden, sodass hier sukzessive die neuen Ansagen ausgespielt werden.“

Der S-Bahn zufolge sind täglich bis zu 500 Sicherheits- und Servicekräfte im Verkehrsgebiet im Einsatz. „Die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske und die Einhaltung der 3G-Regeln wird in den nächsten Wochen verstärkt kontrolliert“, so die Sprecherin. Es gebe aber eine „Phase der Kulanz“, in der die Fahrgäste auf die Tragepflicht der FFP2-Maske noch einmal hingewiesen und nicht direkt von der Fahrt ausgeschlossen werden. Für Mitarbeitende bei S-Bahn und BVG wie Fahrkartenkontrolleure und Sicherheitskräfte reicht dagegen auch künftig eine medizinische Maske. Als Grund verweist die S-Bahn darauf, dass die Tragedauer von FFP2-Masken arbeitsrechtlich begrenzt sei.