Pferd geschlagen

Ermittlungen gegen Fünfkämpferin Annika Schleu eingestellt

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Nach Olympia-Eklat: Moderner Fünfkampf wohl ohne Reiten

Nach Olympia-Eklat: Moderner Fünfkampf wohl ohne Reiten

Ein verängstigtes Pferd und eine verzweifelte Athletin: Die Bilder von Annika Schleu, die bei den Olympischen Spielen versuchte, das ihr zugeloste Tier mit Gerte und Sporen in den Parcours zurückzubringen, entfachten eine Diskussion um das Springreiten beim Modernen Fünfkampf. Nun soll laut Medienberichten die Disziplin gestrichen und durch eine Radkonkurrenz ersetzt werden.

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Die Berlinerin Annika Schleu hatte bei Olympia in Tokio auf ihr Pferd eingeschlagen. Angespornt wurde sie dabei von ihrer Trainerin.

Potsdam. Nach dem Olympia-Skandal um die Moderne Fünfkämpferin Annika Schleu und Bundestrainerin Kim Raisner hat die Potsdamer Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen wegen Tierquälerei eingestellt. Die Beschuldigten hätten bei den Sommerspielen in Tokio auf das Reitpferd nur kurzfristig eingewirkt und sich in einer physischen und psychischen Ausnahmesituation des olympischen Wettkampfs befunden, hieß es in einer am Dienstag auf der Internetseite der Behörde veröffentlichten Mitteilung. „Dem Turnierpferd wurden zudem keine Verletzungen zugefügt.“

Schleu und Raisner müssen an gemeinnützigen Einrichtung zahlen

Schleu und Raisner müssen einen Geldbetrag zugunsten einer gemeinnützigen Einrichtung zahlen. Zur Höhe wollte die Staatsanwaltschaft aus Gründen des Persönlichkeits- und Datenschutzes keine Angaben machen. Erst wenn die beiden das Geld bezahlt haben, wird das Ermittlungsverfahren eingestellt.

Trainerin spornt Schleu an: „Hau mal richtig drauf!“

Das Schleu zugeloste Pferd hatte bei den Olympischen Spielen im Parcours in Tokio verweigert, Raisner hatte die weinende Berlinerin mit den Worten „Hau mal richtig drauf!“ zum Einsatz der Gerte aufgefordert. Der Deutsche Tierschutzbund hatte nach den Vorkommnissen Strafanzeige gegen Schleu und Trainerin Raisner gestellt. Die Ermittlungen wurden wegen des Wohnorts der Beschuldigten in Potsdam geführt.

„Angesichts der geringen Auswirkungen der Tat und vor dem Hintergrund der fortgesetzten medialen Berichterstattung ist von einer ausreichenden Einwirkung auf die strafrechtlich bisher nicht in Erscheinung getretenen Beschuldigten durch das Ermittlungsverfahren auszugehen“, hieß es weiter. „Deshalb und auch wegen der vorgesehenen künftigen Austragung des Modernen Fünfkampfs ohne Reitsport besteht keine Wiederholungsgefahr.“

„Die Einstellung erfolgte mit Zustimmung unserer Mandantin“, so Raisners Anwalt Simon Bergmann. Es sei mit keinem Schuldeingeständnis verbunden. Ausschlaggebend sei gewesen, dass ein langwieriges Ermittlungs- und Gerichtsverfahren mit Belastungen für alle Beteiligten vermieden werden konnte. Damit entfalle der Schuldvorwurf, so dass sich Raisner weiterhin als unschuldig bezeichnen dürfe.

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