Corona-Pandemie

Senat beschließt 2G plus - FFP2-Maskenpflicht im Nahverkehr

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Isolierung oder Quarantäne? Zwei Begriffe für eine ähnliche Maßnahme

Isolierung oder Quarantäne? Zwei Begriffe für eine ähnliche Maßnahme

Wenn jemand wegen Corona zu Hause bleiben muss, dann ist zwischen Quarantäne und Isolation zu unterscheiden. In Quarantäne müssen sich all jene begeben, bei denen der Verdacht auf eine Corona-Infektion besteht. Eine Isolierung ist eine behördlich angeordnete Maßnahme für Menschen mit positivem PCR-Test.

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Angesichts der starken Ausbreitung der besonders ansteckenden Virus-Variante Omikron gibt es verschärfte Corona-Regeln in Berlin.

Berlin. Neue Corona-Regeln in Berlin: Ab Samstag, 15. Januar 2022, muss in U-Bahn, S-Bahn, Bus und Straßenbahn wieder verpflichtend eine FFP2-Maske getragen werden. Damit auch Obdachlose, Geflüchtete oder andere Bedürftige dieser Pflicht nachkommen können, verteilt die Senatssozialverwaltung über die Bezirksämter verteilt 1,4 Millionen FFP2-Masken.

Restaurants, Bars und Kneipen sowie Kultur-, Sport- und sonstige Veranstaltungen mit mehr als zehn Teilnehmern sind ab Samstag nur noch für doppelt geimpfte Personen mit negativem Corona-Test oder für Geboosterte mit dritter Impfung (2G plus) geöffnet.

Das seien einfache Regeln, betonte die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD). Wer zweimal geimpft, aber nach einem Impfdurchbruch von Corona genesen ist, gelte nicht als geboostert. Der Genesenen-Status könne erst dann anerkannt werden, wenn er einfach sichtbar in die Corona-Warn-App des Bundes integrierbar sei. Die App werde derzeit umprogrammiert, so Giffey. Das soll bis Ende Februar abgeschlossen sein.

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Corona Regeln Berlin: Senat behält sich 2G plus für Einzelhandel vor

Unverändert bleiben die Regeln etwa für Fitnessstudios und die Vorgaben für den Freizeitsport in Vereinen. Dort gilt 2G plus nicht, es gehe nur um Veranstaltungen, sagte Gesundheitssenatorin Ulrike Gote (Grüne). Allerdings gelten die 2G-plus-Regeln künftig schon ab einer Besucherzahl von zehn Personen, also auch dann, wenn Eltern das Handballspiel einer Schülermannschaft sehen wollen. Kinder unter 14 Jahren zählen nicht mit.

Im Einzelhandel behält sich der Senat eine 2G-plus-Regel als möglichen weiteren Schritt vor. Bis dahin gilt weiterhin: Geimpfte und Genesene dürfen in Geschäften mit einem Sortiment jenseits des täglichen Bedarfs einkaufen. Ungeimpfte müssen draußen bleiben, können sich nur in Supermärkten, Drogerien und anderen Geschäften des Alltags versorgen.

Einzelhändler in kleinen Läden mit weniger als 100 Quadratmeter Fläche müssen ihre Kunden künftig nicht gleich am Eingang nach ihrem Impfnachweis fragen, sondern dürfen das auch im Laufe des Aufenthalts im Geschäft erledigen. Zudem könnten Händler die Kosten für die Kontrolle der Impfpässe etwa durch eigens dafür abgestelltes Personal als Fixkosten im Rahmen der Überbrückungshilfe des Bundes geltend machen.

Quarantäne-Regeln treten in Berlin wohl erst am 22. Januar in Kraft

Die vom Bund-Länder-Gipfel vereinbarten neuen Regeln zu Quarantäne und Isolierung treten in Berlin voraussichtlich erst am 22. Januar in Kraft. Vorher muss diese Woche noch der Bundesrat zustimmen, ehe der Senat die Landesverordnung entsprechend anpassen kann. Sollte der Bundesrat wider Erwarten die Zustimmung verweigern, habe Berlin eigene Pläne für eine verkürzte Quarantäne mit einheitlichen Vorgaben für die bezirklichen Gesundheitsämter in der Schublade, so Senatorin Gote.

Angesichts rasant steigender Infektionszahlen mit Omikron kommen die Gesundheitsämter mehr und mehr unter Druck. Inzwischen gehen zwei Drittel der Infektionen in Berlin auf die Variante zurück. Giffey berichtete, die Hotline des Gesundheitsamtes Neukölln habe an einem Tag 2000 Anrufe verzeichnet. Sie sagte zu, dass die Bezirke ihre befristet eingesetzten Dienstkräfte verlängern, das habe der Senat trotz der mangels gültigem Landesetat geltenden vorläufigen Haushaltswirtschaft verabredet.

Die neuen Corona-Regeln in Berlin im Überblick

  • Im öffentlichen Personennahverkehr gilt für Fahrgäste eine Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske, eine OP-Maske reicht nicht mehr aus
  • In der Gastronomie gilt die 2G-plus-Regel. Der Zutritt ist nur für Geimpfte und Genesene mit tagesaktuellem, negativem Testergebnis oder mit dem Nachweis einer Auffrischungsimpfung („Booster-Impfung“) möglich. Geboosterte benötigen keinen zusätzlichen Test. Auch vollständig Geimpfte, die später von einer Corona-Infektion genesen sind, benötigen einen Test.
  • Veranstaltungen in geschlossenen Räumen mit mehr als zehn Personen dürfen nur unter 2G-plus-Bedingungen stattfinden.
  • Die Rechtsgrundlage für die Einführung flächendeckender (Lolli-)Tests in Kindertagesstätten wird geschaffen.
  • Im Bereich der beruflichen Bildung ist bei jeder Präsenzveranstaltung ein negatives Testergebnis erforderlich.
  • In kleinen Geschäften des Einzelhandels (bis 100 Quadratmeter) muss der 2G-Nachweis unverzüglich nach Betreten und nicht bereits am Eingang kontrolliert werden.
( jof/BM )