Öffentlicher Nahverkehr

Das ist beim Verlust von Gegenständen zu beachten

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Allein vier Regale sind im Fundbüro der BVG mit Rucksäcken und anderen Taschen gefüllt.

Allein vier Regale sind im Fundbüro der BVG mit Rucksäcken und anderen Taschen gefüllt.

Foto: Maurizio Gambarini / FUNKE Foto Services

Tausende Gegenstände bleiben jährlich in Bussen und Bahnen liegen. Die Berliner Morgenpost gibt Tipps für Sucher und Finder.

Berlin. Von Schlüsseln über Regenschirme bis hin zu Rucksäcken und Smartphones: Tausende Gegenstände werden jährlich in Bussen und Bahnen in Berlin vergessen. Viele Fahrgäste erweisen sich jedoch als ehrlich, sodass ebenfalls Tausende Dinge in dem Fundbüro von Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) und S-Bahn landen. Es lohnt sich also, verloren gegangene Besitztümer nicht direkt aufzugeben, sondern danach zu suchen. Die Berliner Morgenpost gibt Tipps, wie das Wiederfinden gelingen kann.

Was kann ich machen, wenn ich etwas verloren habe?

Zunächst einmal bietet sich die Online-Suche nach dem verlorenen Gegenstand an. Auf der Internetseite der BVG – bvg.de/de/service-und-kontakt/fundbuero – kann eine Verlustmeldung ausgefüllt werden, danach wird die Datenbank durchsucht. Der Suchauftrag kann auch mehrere Wochen aktiv bleiben, sodass Dinge, die später abgegeben werden, ebenfalls erfasst werden. Gibt es einen Treffer, bekommt der Suchende eine E-Mail. Zu beachten ist, dass „Massenfundsachen“ wie Regenschirme oder Schals nicht digital gesucht werden können – hier hilft nur der Gang ins Fundbüro.

Auch die S-Bahn bietet eine solche Online-Fundsuche an. Sie funktioniert bis zu vier Wochen rückwirkend. Wer den vermissten Gegenstand online entdeckt, bekommt eine Fundnummer und kann ihn mit dieser im Fundbüro abholen.

Wie läuft die Abholung ab?

Wichtig ist: Wer etwas vermisst, muss nachweisen können, dass der Gegenstand ihm gehört. Bei einem verlorenen Schlüssel geht das zum Beispiel durch einen Zweitschlüssel oder eine vorhandene Seriennummer. Bei einem Smartphone hilft es, wenn man Unterlagen, etwa vom Kauf des Geräts, oder die sogenannte IMEI-Nummer vorlegen kann. Außerdem sollten Suchende zur Abholung einen Ausweis oder Führerschein mitbringen. Eine Gebühr wird nicht fällig, durch eine Vollmacht kann auch eine andere Person den Gegenstand entgegennehmen.

Was passiert mit Gegenständen, die nicht abgeholt werden?

Die BVG bewahrt Fundsachen maximal sechs Wochen auf. EC- oder Kreditkarten werden danach datenschutzkonform vernichtet, das gilt auch für technische Geräte, die persönliche Daten beinhalten. Schlüssel werden ebenfalls vernichtet, Ausweise an die ausstellenden Behörden zurückgesandt. Für Sachen, die in Bussen und Bahnen oder an Bahnhöfen der BVG gefunden werden, gibt es außerdem regelmäßige Versteigerungen. Normalerweise finden diese vier Mal jährlich statt – nächster Termin ist der 20. Januar.

Wie verhalte ich mich, wenn ich etwas finde?

Finder sind gesetzlich verpflichtet, die Gegenstände unverzüglich abzuliefern. Funde in Bussen und Bahnen der BVG können beim Betriebspersonal, in der Regel dem Fahrer, abgegeben werden. Fundsachen aus S-Bahn-Zügen oder von S-Bahnsteigen nehmen Kundenbetreuer im Zug, der Kundenservice oder weitere Mitarbeiter vor Ort entgegen. Die Deutsche Bahn rät Findern, sich die Abgabe durch den Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin bestätigen zu lassen.

Gibt es weitere Fundbüros in Berlin?

Ja, auch das Land Berlin betreibt ein Zentrales Fundbüro, das sich am Platz der Luftbrücke befindet. Dinge, die auf Bahnhöfen mit Fern- und Regionalverkehr verloren gehen, werden bundesweit durch die DB Station und Service bearbeitet. Für Berlin gibt es eine Fundstelle in Lichtenberg. Dort bleibt ein Gegenstand sieben Tage, danach kommt er ins zentrale Fundbüro nach Wuppertal. Auch die Deutsche Bahn und das Land Berlin bieten eine Online-Suche für vermisste Dinge an. Allerdings: Anders als beim Fundbüro von BVG und S-Bahn fällt in der Regel eine Bearbeitungsgebühr an, um einen Gegenstand zurückzubekommen.