Verkehr

Kontrolle: "Reichsdeutscher" ohne Kennzeichen unterwegs

dpa
Ein Polizist hält eine Winkerkelle in den Händen.

Ein Polizist hält eine Winkerkelle in den Händen.

Foto: dpa

Spremberg. Bei einer Verkehrskontrolle in Spremberg (Landkreis Spree-Neiße) haben Polizisten einen Mann mit Gewalt aus seinem Auto geholt, der sich selbst als "Reichsdeutscher" bezeichnet und jede Kooperation verweigert haben soll. Die Beamten seien auf den Mann aufmerksam geworden, weil an seinem Auto die erforderlichen Kennzeichen gefehlt hätten, teilte die Polizei am Freitag mit. Bei der Verkehrskontrolle am Donnerstagvormittag habe der Mann sich im Auto eingeschlossen, Scheindokumente eines "Deutschen Reiches" vorgezeigt und die weitere Kommunikation verweigert.

Die Polizisten hätten daraufhin den Mann aus dem Auto gezerrt und dabei auch Pfefferspray eingesetzt, hieß es am Freitag. Rettungskräfte brachten ihn demnach zur Behandlung seiner Augenreizung in ein Krankenhaus. Gegen den 42-Jährigen wird nun wegen Fahrens ohne Haftpflichtversicherung, des Verstoßes gegen die Abgabenordnung sowie wegen Widerstands gegen Polizeibeamte ermittelt.

Für beispielsweise die Rückfrage, ob der Mann der "Reichsbürger"-Szene zuzuordnen sei, war die Polizei zunächst nicht zu erreichen. Sogenannte Reichsbürger leugnen die Existenz der Bundesrepublik Deutschland und lehnen ihr Rechtssystem ab. Das Bundesamt für Verfassungsschutz stuft die Szene als waffenaffin sowie in Teilen als rechtsextrem ein und geht bundesweit von rund 20.000 Anhängern aus.

© dpa-infocom, dpa:220107-99-629046/2

( dpa )