Urteil

Lebenslange Haft für Lehrer in Kannibalismus-Prozess

Der Angeklagte Stefan R. zu Prozessbeginn am 10. August hinter seinen Verteidigerinnen.

Der Angeklagte Stefan R. zu Prozessbeginn am 10. August hinter seinen Verteidigerinnen.

Foto: Paul Zinken / dpa

Im Prozess um den Kannibalenmord von Berlin hat das Landgericht am Freitag sein Urteil gesprochen.

Das Berliner Landgericht hat einen 42-Jährigen wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Richter sahen es am Freitag als erwiesen an, dass der Lehrer im September 2020 einen 43 Jahre alten Monteur tötete, „um seine Kannibalismus-Fantasien auszuleben“. Der Vorsitzende Richter Matthias Schertz sprach in der Urteilsbegründung von Mord und Störung der Totenruhe. „Es ist menschenverachtend, was Sie getan haben“, so der Richter.

Das Gericht sah drei Mordmerkmale als erfüllt an. Zudem stellte es die besondere Schwere der Schuld fest, was eine Haftentlassung nach 15 Jahren nahezu ausschließt. Mit ihrem Urteil folgten die Richter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert. Der Angeklagte hatte die Tat im Prozess bestritten.

Nach der Tötung die Leiche zerteilt und im Wald abgelegt

Die Männer hatten sich über ein Dating-Portal zum Sex in der Wohnung des Lehrers in Berlin-Pankow verabredet. Nach der Tötung des Mannes, habe der 42-Jährige die Leiche zerteilt und die Teile an verschiedenen Orten in Berlin abgelegt.

Der Fall hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Der Angeklagte und der Monteur im Hochleitungsbau sollen sich erst Stunden vor der Tat über das Dating-Portal kennengelernt haben. Spontan kam es dann nach den Ermittlungen zu einem Sex-Date in der Wohnung des Lehrers. Danach fehlte jede Spur von dem Monteur. Wochen später wurden dann Knochenteile gefunden.

Später wurde klar: Es handelt sich um die sterblichen Überreste des Monteurs. Stück für Stück trugen die Ermittler zusammen - bis zu dem verstörenden Verdacht, dass es sich um einen Fall von Kannibalismus handeln könnte.

( AFP/dpa )