Corona-Zahlen

Rasanter Anstieg der Omikron-Fälle in Berlin

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Jessica Hanack und Jens Anker
Omikron hat Berlin immer stärker im Griff.

Omikron hat Berlin immer stärker im Griff.

Foto: dpa

Die Inzidenz in Berlin ist um mehr als 60 Prozent gestiegen. Auch Giffey spricht sich für schärfere Zutrittsregeln zur Gastronomie aus.

Berlin. Omikron hat Berlin immer stärker im Griff, die Inzidenz steigt rasant an: Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) ist die Zahl der Infektionen im Vergleich zum Wochenbeginn um mehr als 60 Prozent gestiegen. Laut Lagebericht belegt Berlin mit einer Inzidenz von 417 bereits hinter Bremen (714) und Brandenburg (436) Platz drei im Ländervergleich. Am Montag hatte der Wert noch bei 265 gelegen. Mit 545 steht Neukölln auf Rang neun der am meisten belasteten Landkreise, Pankow (536) auf Rang zwölf.

Angesichts der Omikron-Welle beraten die Ministerpräsidenten der Länder und der Bund an diesem Freitag über eine Verschärfung der Einschränkungen und eine Anpassung der Quarantäne-Regeln. Als Konsens gilt, dass die Quarantäne-Zeiten für Kontaktpersonen, die geimpft und geboostert sind, verkürzt werden, wenn ein negativer PCR-Test vorliegt. Ob die Quarantäne auch für Erkrankte verkürzt werden soll, stand dagegen noch nicht fest. Laut einer Beschlussvorlage für den Corona-Gipfel soll der Zugang zu Cafés und Restaurants verschärft werden. Demnach soll ein Besuch in der Gastronomie „bundesweit und inzidenzunabhängig“ für Geimpfte und Genesene „nur noch mit einem tagesaktuellen Test oder mit dem Nachweis einer Auffrischungsimpfung“ möglich sein.

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Bisher kein signifikanter Anstieg der Krankmeldungen

„An diesen Orten können Masken nicht dauerhaft getragen werden, sodass sich die Virus-Variante dort besonders leicht überträgt“, heißt es zur Begründung. Offen ist demnach noch, ab wann die Regelung gelten soll. Als Vorschlag wird der 15. Januar genannt. Auch Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) zeigt sich offen für verschärfte Zutrittsregeln in der Gastronomie. Eine „2G-plus-Regel“ könne für mehr Sicherheit vor Infektionen sorgen, sagte Giffeys Sprecherin Lisa Frerichs am Donnerstag.

Trotz steigender Zahlen ist in Berlin bislang noch kein Anstieg der Krankmeldungen zu registrieren. „Wir beobachten zwar aktuell etwas erhöhte Krankenstände, aber der Betrieb läuft ruhig und weitgehend reibungslos“, hieß es am Donnerstag bei der Deutschen Bahn, die auch die S-Bahn betreibt.

Weniger Krankmeldungen: S-Bahn kann Angebot erhöhen

Bei der Berliner S-Bahn kann das Angebot sogar wieder erhöht werden, nach dem es Anfang Dezember aufgrund vieler Krankmeldungen unter den Lokführern zu Kürzungen im Fahrplan gekommen war. Die Verstärkerzüge auf den Linien S1, S3 und S5 fahren bereits seit dieser Woche wieder. Am kommenden Wochenende soll dann die S85 wieder verkehren, am Wochenende darauf sind planmäßig auch die S26 und S45 wieder unterwegs. Die drei Linien waren zuletzt durch den Personalmangel an Wochenenden ausgefallen.

Sollten die Ministerpräsidenten und der Bund Beschlüsse fassen, ist die Berliner Gesundheitsverwaltung aufgefordert, über das Wochenende eine neue Infektionsschutzverordnung vorzulegen, die dann am Dienstag im Senat beschlossen werden kann. Entwickeln sich die Zahlen weiter rasant nach oben, könnten die neuen Regeln sofort per Notverordnung in Kraft treten. Bislang ist geplant, sie erst zum darauffolgenden Wochenende einzusetzen.

Trotz des Risikos eines schweren Krankheitsverlaufs für Ungeimpfte setzen offenbar immer mehr Berliner auf gefälschte Impfpässe, um die Einschränkungen zu vermeiden. Bis 17. Dezember gingen nach Angaben der Berliner Polizei 1100 Anzeigen wegen des Verdachts falscher Impfnachweise im zuständigen Kommissariat des Landeskriminalamts (LKA) ein. Die Bearbeitung der Anzeigen sei unterschiedlich weit fortgeschritten, hieß es. Bis Anfang November waren im LKA erst 169 Anzeigen eingegangen. Bis Ende November wurden die Anzeigen wegen des Verdachts der Urkundenfälschung aufgenommen. Die Fälschung von amtlichen Ausweisen und Impfnachweisen wird inzwischen schärfer geahndet. Es drohen nun Haftstrafen von bis zu zwei Jahren.