Immobilien

Landeseigene Gesellschaften begrüßen 30.000 neue Mieter

| Lesedauer: 3 Minuten
Isabell Jürgens
Die Hochhäuser der Thermometer-Siedlung in Lichterfelde Süd gehören jetzt der Howoge.

Die Hochhäuser der Thermometer-Siedlung in Lichterfelde Süd gehören jetzt der Howoge.

Foto: Katrin Lange

Knapp 15.000 Wohnungen von Vonovia und Deutsche Wohnen in Berlin sind seit Jahresbeginn im Bestand kommunaler Unternehmen.

Berlin. 2021 hatte der Berliner Senat im Zuge der Fusion der beiden Immobilienkonzerne Vonovia und Deutsche Wohnen das Angebot zum Kauf von Wohnungsbeständen im gesamten Berliner Stadtgebiet bekommen. Im September 2021 erwarben die drei landeseigenen Unternehmen Howoge, Degewo und Berlinovo schließlich für rund 2,46 Milliarden Euro 14.750 Wohnungen, in denen rund 30.000 Berlinerinnen und Berliner leben. Zum 1. Januar 2022 sind diese Wohneinheiten nun in den Bestand der landeseigenen Gesellschaften übergegangen. Mit 8267 Wohnungen und 233 Gewerbeeinheiten hat die Howoge die meisten Einheiten übernommen.

Wenn Ihnen die Tabelle nicht angezeigt wird, klicken Sie bitte hier.

Wohnungsdeal in Berlin - mehr zum Thema:

Mieter profitieren ab sofort von Kooperationsvereinbarung

„Bezahlbaren Wohnraum langfristig zu sichern und zu erhalten, ist unser gesellschaftlicher Auftrag. Die neuen Mieterinnen und Mieter profitieren von nun an von den Vorteilen eines landeseigenen Vermieters wie der Kooperationsvereinbarung mit dem Berliner Senat. Gleichzeitig übernehmen wir rund 3000 Wohnungen mit einer Sozialbindung. Das sind gute Nachrichten für den Berliner Wohnungsmarkt“, teile Howoge-Geschäftsführer Ulrich Schiller am Dienstag mit.

Mit dem Ankauf erweitere die Howoge ihren Wohnungsbestand auf insgesamt rund 73.500 Wohnungen, so Schiller weiter. Die Howoge sei in ganz Berlin präsent, mit rund 56.000 Wohnungen liegt der Schwerpunkt des Portfolios nach wie vor im Bezirk Lichtenberg. Die von Vonovia und Deutsche Wohnen erworbenen Wohnungen liegen in nahezu allen Berliner Bezirken. Schwerpunkte bilden dabei Friedrichshain-Kreuzberg mit dem Kottbusser Tor, Steglitz-Zehlendorf mit der Thermometer-Siedlung und Neukölln mit der High Deck-Siedlung.

Mieten und wohnen in Berlin - lesen Sie auch:

Ankauf wurde mit Unternehmensanleihe finanziert

Finanziert wurde der Ankauf laut Mitteilung über eine Unternehmensanleihe, die die Howoge im November 2021 platziert hat. „Durch die Inanspruchnahme dieser zusätzlichen Finanzierungsquelle sichern wir uns Spielräume für die weitere Investitionstätigkeit sowie die Wachstumsziele der Howoge für das Land Berlin“, erklärte Thomas Felgenhauer, Geschäftsführer der Howoge. Nichtsdestotrotz sei die Integration eines großen Zukaufs immer eine Herausforderung. Allein die Zahl der Mieter der neuen Bestände – insgesamt rund 15.000 – entspreche der Einwohnerzahl des Berliner Stadtteils Tiergarten.

Gleichzeitig befänden sich die Liegenschaften in einem sehr unterschiedlichen Instandhaltungszustand, von gepflegten Häusern bis zu Gebäuden mit Sanierungsbedarf. Deshalb würden nun zunächst Konzepte erarbeitet, „wie und wann wir die Bestände in unserer Sanierungs- und Klimastrategie berücksichtigen. So können wir zielgerichtet und priorisiert die Umsetzungsphase angehen“, ergänzte Schiller.

Mit dem Besitzübergang verfügten die neuen Mieter über dieselben Rechte, wie die Bestandsmieter der Howoge. So gelten ab sofort alle Regelungen des Wohnraumversorgungsgesetzes, der Kooperationsvereinbarung mit dem Berliner Senat ebenso wie das Angebot des gemeinsamen Wohnungstausch-Portals der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften.