Protokoll

Bombe in Berlin-Gesundbrunnen erfolgreich entschärft

| Lesedauer: 17 Minuten

Am Jüdischen Krankenhaus ist nach Stunden eine Weltkriegsbombe entschärft worden. Der Sperrkreis wurde aufgehoben.

  • Eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist am Sonntag in Berlin-Gesundbrunnen entschärft worden.
  • Die Bombe wurde bei Bauarbeiten auf dem Gelände des Jüdischen Krankenhauses an der Iranischen Straße entdeckt.
  • 15.000 Anwohner in einem Umkreis von 500 Metern um die Fundstelle mussten ihre Wohnungen verlassen. Das Jüdische Krankenhaus wurde evakuiert.
  • Die Bombenentschärfung im Protokoll.

Polizei-Feuerwerker Thomas Grabow: Entschärfung ist sehr gut verlaufen

18.37 Uhr: Der leitende Polizei-Feuerwerker Thomas Grabow über den Einsatz:

Polizei erklärt Einsatz für beendet

18.35 Uhr: Die Polizei hat den Einsatz in Gesundbrunnen für beendet erklärt. Die Straßen sind freigegeben. Auch Busse, Straßenbahnen und die U-Bahnen der Linien U8 und U9 verkehren wieder normal.

Verzögerung: Ehepaar in Wohnung im Sperrkreis entdeckt

18.25 Uhr: Die Entschärfung des Blindgängers hatte um 16.19 Uhr begonnen. Nach 40 Minuten sei die Entfernung des ersten Zünders abgeschlossen gewesen, sagte der leitende Polizeifeuerwerker Thomas Grabow. „Weil noch ein Ehepaar in einer Wohnung angetroffen wurde, mussten wir noch einmal für eine halbe Stunde unterbrechen.“ Nachdem die Menschen von Einsatzkräften der Feuerwehr aus dem Sperrkreis gebracht wurden, sei es weiter gegangen. Die Entfernung des zweiten Zünders habe weitere 20 Minuten gedauert. Um 17.39 Uhr war die Bombe entschärft.

Sperrkreis aufgehoben - Anwohner können zurück in ihre Wohnungen

18.12 Uhr: Der entschärfte Blindgänger wird zum Abtransport verladen, twittert die Polizei. Er wird nun zum Sprengplatz Grunewald gebracht. Der Sperrkreis ist aufgehoben, die Straßen werden wieder freigegeben. Anwohner können in ihre Wohnungen zurückkehren.

Bombe in Gesundbrunnen erfolgreich entschärft

18.10 Uhr: In Gesundbrunnen ist die bei Bauarbeiten entdeckte Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg erfolgreich entschärft worden. Der Räumbagger wurde bereits abtransportiert.

Feuerwehr stellt Brandschutz sicher

16.52 Uhr: Einsatzkräfte stellen während der Entschärfung den Brandschutz sicher.

Evakuierung beendet - Entschärfung der Bombe beginnt

16.25 Uhr: Alle Anwohner haben nun ihre Wohnungen verlassen - die Evakuierung dauerte seit dem frühen Morgen. "Die Evakuierung in Gesundbrunnen ist beendet & der Sperrkreis wurde verlassen. Unsere Experten vom LKA beginnen in Kürze mit der Entschärfung der Weltkriegsbombe. Wir melden uns, sobald die Bombe entschärft wurde", twitterte die Polizei.

Polizei muss Anwohner davon überzeugen, ihr Zuhause zu verlassen

16.08 Uhr: Die Entschärfung einer Fliegerbombe hat bis zum späten Sonntagnachmittag noch nicht begonnen. Die Räumung des Sperrgebiets sei noch nicht abgeschlossen, teilte eine Polizeisprecherin kurz vor 16 Uhr mit. Vor allem die Krankentransporte von Menschen mit körperlichen Einschränkungen oder akuten Erkrankungen würden viel Zeit in Anspruch nehmen, so die Polizeisprecherin. Darüber hinaus müsse man immer wieder einzelne Anwohner und Anwohnerinnen davon überzeugen, ihr Zuhause zu verlassen. Die Bombe liegt inmitten eines reinen Wohngebiets, im Sperrkreis leben 15.000 Menschen.

Ursprünglich hatten die Feuerwerker der Berliner Polizei geplant, die Bombe noch im Hellen zu entschärfen. Daraus wird nun aber nichts. Die vorbereitenden Maßnahmen sind immer noch nicht final abgeschlossen, sodass mit der Entschärfung nach wie vor nicht begonnen werden kann. Grund für die Verzögerung sei vor allem, dass es viele Pflegebedürftige gebe, die von Hilfsdiensten aus dem Sperrkreis herausgebracht werden müssen.

Bezirksbürgermeister von Dassel bedankt sich

15.21 Uhr: Die Entschärfung der Bombe hat noch immer nicht begonnen. Mittes Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel bedankt sich derweil bei den Menschen für ihre Geduld.

Bezirksamt: 600 Menschen in Hotel untergebracht

13.06 Uhr: Aus Sicht des Bezirksamts Mitte laufe die Evakuierung im Großen und Ganzen gut, sagte ein Sprecher am Mittag. Der Bezirk stellt selbst eine Notunterkunft bereit. "Es sind zurzeit 600 Menschen in einem Hotel untergebracht und werden dort auch so lang wie es dauert verpflegt." Vor dem Betreten seien alle auf Corona getestet worden.

Weitere Unterkünfte gibt es für Corona-Positive und Menschen, die in Quarantäne sind. Sie seien jeweils separiert voneinander untergebracht worden, so der Sprecher weiter. Es handele sich in beiden Fällen um maximal zehn Personen.

Polizei: Evakuierungsmaßnahmen erst zu 75 Prozent abgeschlossen

12.21 Uhr: Auch nach 12 Uhr mittags dauern die Evakuierungsmaßnahmen an und sind laut eines Polizeisprechers erst zu 75 Prozent abgeschlossen. Auch die Shuttlebusse, die Personen zu den Notunterkünften des Bezirks Mitte bringen sollen, fahren noch. Eigentlich sollte der letzte Transport bereits um 11.30 Uhr starten. Die Entschärfung kann erst beginnen, wenn der Sperrkreis geräumt ist.

Von Dassel: Noch nicht alle Personen aus dem Sperrkreis heraus

11.26 Uhr: Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel zum Stand der Evakuierung: "Noch konnten nicht alle Personen, die wegen Einschränkungen oder einer akuten Erkrankung gesondert transportiert werden müssen, evakuiert werden. Aber wir haben individuelle Listen, die akribisch abgearbeitet werden. Wir vergessen niemanden!"

Evakuierte Häuser werden markiert

10.28 Uhr: Bereits vollständig evakuierte Häuser werden entsprechend mit Sprühkreide markiert. Zahlreiche Straßen - wie die Iranische Straße - sind mittlerweile menschenleer.

Polizisten weisen Anwohnern den Weg aus dem Sperrkreis

10.26 Uhr: Noch immer treffen Beamte der Berliner Polizei Menschen in ihren Wohnungen an und weisen ihnen den Weg aus dem Sperrkreis heraus. Auch auf den Hinterhöfen sehen die Beamten sich um.

Menschen, die ihre Wohnungen nicht selbstständig verlassen können, werden von Helfern weggebracht.

Entschärfer bereiten sich vor

9.53 Uhr: Das Wasserkissen über dem Fundort der Bombe wurde mittlerweile entfernt. Der Blindgänger liegt in drei Metern Tiefe in der Erde und wurde dort mit einer Europalette überdeckt. Mit einem Bagger graben sich die Entschärfer bis zur Palette und arbeiten dann händisch weiter, erklärte Einsatzleiter Thomas Grabow das Prozedere.

Der Sperrkreis leert sich zunehmend

9.30 Uhr: Etwa 15.000 Anwohnerinnen und Anwohner wurden aufgefordert, ihre Wohnungen zu verlassen. Nun leert sich der Sperrkreis zunehmend.

Jüdische Krankenhaus Berlin bereits am Sonnabend evakuiert

8.56 Uhr: Das Jüdische Krankenhaus Berlin (JKB) wurde bereits am Sonnabend vollständig evakuiert, wie eine Sprecherin der Berliner Morgenpost am Sonntagmorgen sagte. „Heute verlassen noch alle Wachleute das Gelände, dann wird es an die Feuerwehr übergeben.“ Die Patienten wurden in andere Krankenhäuser verbracht und würden zum Teil auch dort verbleiben. „Ein kleiner Teil kommt in der kommenden Woche zurück“, so die Sprecherin weiter. Das JKB begann bereits am Mittwoch mit der Evakuierung und nahm keine neuen Patienten mehr auf.

Stephan von Dassel: Viel gute Laune und Zuversicht am Telefon

8.36 Uhr: Wegen der Bombenentschärfung wurde eine Hotline geschaltet. Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel: "Seit 6.30 Uhr in unserer Hotline zur Evakuierung wegen der Bombenentschärfung. Die Weddinger kann offensichtlich nichts erschüttern. Viel gute Laune und Zuversicht am Telefon, "Wird schon klappen und Ihnen alle Marzipankartoffeln dieser Welt" ist bisher mein Lieblingsspruch."

Betroffenen steht für Rückfragen die Bürgerhotline des Bezirksamtes Mitte zur Verfügung: (030) 9018 46 660.

Aushänge in mehreren Sprachen

8.31 Uhr: Mit Aushängen in mehreren Sprachen werden die Anwohnerinnen und Anwohner über die aktuelle Situation informiert.

Kräfte der Malteser unterstützen bei der Evakuierung

8.27 Uhr: Absperrungen Ecke Bad-, Kolonie- und Exerzierstraße: Auch Kräfte der Malteser unterstützen bei der Evakuierung und helfen vor allem Menschen, die ihre Wohnung nicht allein verlassen können.

Polizeisprecherin: 400 Kräfte im Einsatz

8.26 Uhr: Im Gespräch mit der Berliner Morgenpost berichtet die Polizeisprecherin über den Einsatz.

Einschränkungen bei Bus, Tram und U-Bahn

8 Uhr: Während des Einsatzes kommt es zu Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr.

  • Ab 8 Uhr wird der Bus-Betrieb im Sperrkreis eingestellt. Die Endhaltestelle am U-Bahnhof Osloer Straße wird geräumt. Betroffen sind die Buslinien 125, 128, 150, 247 und 255.
  • Ab 8 Uhr halten die Straßenbahnen nicht mehr an den Haltestellen U Osloer Straße und Louise-Schröder-Platz. Mit Beginn der Entschärfung wird der Betrieb zwischen Björnsonstraße und der Endhaltestelle Virchow-Klinikum ab ca. 11 Uhr eingestellt. Betroffen sind die Linien M13 und 50.
  • Die U8 fährt ab ca. 8 Uhr ohne Halt am Bahnhof Osloer Straße durch. Mit Beginn der Entschärfung wird der Betrieb im Sperrkreis eingestellt. Zwischen Gesundbrunnen und Paracelsusbad fahren dann keine Züge.
  • Die U9 endet ab ca. 8 Uhr am Bahnhof Leopoldplatz. Von dort fahren die Züge leer (ohne Halt am Bahnhof Nauener Platz) zum Endbahnhof Osloer Straße. Dort können Fahrgäste in Richtung Süden einsteigen. Der Bahnhof Nauener Platz wird ohne Halt durchfahren und ab 8 Uhr verschlossen. Mit Beginn der Entschärfung wird der Betrieb der U9 zwischen Leopoldplatz und Osloer Straße ab ca. 11 Uhr eingestellt.

Polizei weist darauf hin, dass die Menschen den Sperrkreis verlassen sollen

7.51 Uhr: "Derzeit weisen wir die von der Entschärfung der Weltkriegsbombe betroffenen Menschen in Gesundbrunnen noch einmal persönlich, mit Lautsprechern, auf Social Media und über WarnApps auf das Verlassen des Sperrkreises hin und unterstützen, falls jemand dabei Hilfe braucht", twitterte die Polizei.

Sperrkreis mit Radius von 500 Metern wird eingerichtet

6 Uhr: Um kurz nach sechs Uhr hat die Evakuierung für die Bombenentschärfung begonnen, twitterte das Bezirksamt Mitte. "Bitte begeben Sie sich schnellstmöglich außerhalb des Sperrkreises." Um den Fundort wird ein Sperrkreis mit einem Radius von 500 Metern eingerichtet. Alle Anwohner müssen ihre Wohnungen verlassen.

Betroffen sind alle Anwohner eines Gebiets, das durch folgende Straßen begrenzt wird:

  • Norden: Residenzstraße/Reginhardstraße
  • Osten: Osloer Straße Drontheimer Straße
  • Süden: Reinickendorfer Straße/Nauener Platz
  • Westen: Seestraße/Groninger Straße

Anwohner dieser Hausnummern müssen ihre Wohnungen verlassen

  • Drontheimer Straße: Nr. 31, 32, 32A, 34, 36, 37, 38, 40
  • Exerzierstraße: Nr. 1-34
  • Gottschedstraße: Nr. 7-14, 20-23, 26-43
  • Hansastraße: Nr. 1-9, 11-17
  • Haßlinger Weg: Nr. 14, 16, 18, 20, 22, 24, 26, 27, 28, 30
  • Heinz-Galinski-Straße: 1-18
  • Hochstädter Straße: Nr. 1, 21, 22, 23, 24
  • Iranische Straße: Nr. 2, 3, 3A, 3B, 3C, 3D, 3E, 3F, 3G, 3H, 4, 5, 6, 6A, 8
  • Koloniestraße: Nr. 144, 145, 146, 147, 148, 149, 150, 151
  • Liebenwalder Straße: Nr. 1, 1A, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 57, 58, 59, 60, 61
  • Markstraße: Nr. 20, 21, 22, 23, 24, 25, 25A
  • Martin-Opitz-Straße: Nr. 2, 3, 4, 5, 6, 8, 9, 13, 14, 17, 17A, 17B, 18, 19, 20, 21
  • Osloer Straße: Nr. 36, 37, 42, 76, 77, 78, 80, 83, 83A, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92
  • Oudenarder Straße: Nr. 1, 1A, 1B, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32, 33, 34
  • Reginhardstraße: Nr. 1, 3, 5, 5A, 5B, 5C, 5D, 6, 7, 7A, 7B, 7C, 8, 9, 11, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 20, 22, 28
  • Reinickendorfer Straße: Nr., 48, 48A, 49, 50, 50A, 51, 52, 52A, 52B, 53, 53A, 54, 55, 57, 58, 58A, 58B, 59, 59A, 59B, 60, 60A, 60B, 62, 63, 64, 65, 66, 67, 68, 69, 70, 71, 72, 73, 74
  • Residenzstraße: Nr. 74, 74A, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 84, 85, 89, 90
  • Seestraße: Nr. 73, 74, 80
  • Schulstraße: Nr. 40, 40A, 41, 42, 43, 44, 44A, 45, 45A, 46, 47, 48, 48A, 49, 49A, 50, 50A, 51, 51A, 52, 53, 54, 54A, 54B, 56, 57, 58, 59, 97, 98, 98A, 101, 102, 103, 104
  • Schwedenstraße: Nr. 1, 1A, 2, 3, 3A, 3B, 4, 5, 5A, 9, 9A, 9B, 10, 10A, 11, 11A, 12, 13, 14, 15, 15A, 15B, 16, 17, 18, 18A, 18B, 18C, 19, 20
  • Tromsöer Straße: Nr. 1, 3, 4, 6
  • Uferstraße: Nr. 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 23
  • Ungarnstraße: 99, 99A

Bezirk Mitte stellt mehrere Unterkünfte zur Verfügung

5.41 Uhr: Für alle, die nicht bei Freunden oder Verwandten unterkommen können, stellt der Bezirk Mitte alternative Unterkünfte bereit. Dorthin werden die Menschen mit Shuttlebussen gebracht, die an folgenden Punkten losfahren:

  • Osloer Straße 36/37
  • Seestraße 80
  • Reinickendorfer Straße gegenüber der Hausnummern 71-73

Wer in eine Notunterkunft möchte, muss sich bis spätestens 11.30 Uhr an einem dieser Punkte einfinden.

Die Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, für die Zeit der Evakuierung wichtige persönliche Gegenstände, Medikamente oder Windeln und ähnliches für mindestens zwölf Stunden mitzunehmen. Haustiere sind in den Unterkünften des Bezirks nicht erlaubt. In den Unterkünften gilt die 3G-Regel, Tests werden laut eines Sprechers des Bezirksamts zur Verfügung gestellt. Ferner sei das Gesundheitsamt vor Ort und bei Bedarf würden FFP2-Masken verteilt.

Außerdem wird empfohlen, Fahrzeuge außerhalb des betroffenen Bereichs zu parken, da man sie sonst während der Sperrzeit nicht erreichen kann. Außerdem sind Autofahrerinnen und Autofahrer aufgerufen, den Bereich möglichst weiträumig zu umfahren, da mit der Osloer- und Reinickendorfer Straße auch die zentrale Verkehrsachse der B96 gesperrt ist. Auch Busse, die Trams der Linien M13 und 50 sowie die U-Bahnlinien 8 und 9 fahren in diesem Bereich nicht.

Extra Unterkünfte für Corona-Positive

5.17 Uhr: Das Bezirksamt Mitte hat außerdem eine Telefonnummer für Menschen eingerichtet, für die das Verlassen der eigenen Wohnung besonders schwierig ist. Wer bettlägerig ist oder Menschen im Sperrkreis kennt, die sich nicht allein helfen können, hör- oder sehgeschädigt sind oder der deutschen Sprache nicht mächtig, solle sich (030) 9018 46 660 oder per E-Mail unter bombenfund@ba-mitte.berlin.de melden.

Dorthin können sich auch Pflegeeinrichtung wenden, die Unterstützung brauchen und Menschen, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden oder sich in Quarantäne befinden. Für sie hat der Bezirk gesonderte Unterbringungsmöglichkeiten eingerichtet. Die Hotline ist bis einschließlich Sonnabend von 9 bis 15 Uhr und am Sonntag von 7 bis 18 Uhr erreichbar.

Krankenhaus-Gelände wurde nach weiteren Bomben abgesucht

5.00 Uhr: Die Bombe wurde bereits am 19. November bei Bauarbeiten gefunden. Sie liegt seitdem unter einem Wasserkissen und ist nach Einschätzung des Kampfmittelräumdienstes der Polizei keine Gefahr. Daher wurde sie nicht, wie ursprünglich geplant, bereits Ende November entschärft, sondern das Gelände zunächst nach weiteren Blindgängern abgesucht. Diese hätte man dann gleich mit unschädlich machen können, um dem JKB später eine weitere Evakuierung zu ersparen, sagte Polizeisprecherin. „Wir haben aber nichts gefunden.“

Polizei erlässt Allgemeinverfügung

4.35 Uhr: Die Berliner Polizei hat für Sonntag eine Allgemeinverfügung erlassen, die auf den Abschnitten 12, 17 und 18 sowie im Internet einsehbar ist. Sie verbietet allen, außer den Kräften des Kampfmittelräumdienstes, sich während der Entschärfung im Sperrkreis aufzuhalten. Wer dem nicht nachkommt, muss mit Zwangsmitteln rechnen.

Denn wer sich während der Entschärfung im Kreis von 500 Metern um die Bombe aufhält, begibt sich „Lebensgefahr“, wie es in der Verfügung heißt. Unkontrollierte Explosionen könnten nicht ausgeschlossen werden, die sich wiederum auf umliegende Gebäude auswirken könnten. „Durch die Detonation hervorgerufene Beeinträchtigungen der Integrität angrenzender Gebäude birgt für in den Gebäuden befindliche Personen hohe Gefahren für schwere Verletzungen bis hin zum Tode.“

Außerdem könnten Metallsplitter und auch Teile des Bodens herumfliegen, abprallen und so „unkontrolliert Schäden hervorrufen“, heißt es in der Verfügung weiter. Sie könnten Menschen treffen,„selbst wenn sich zwischen ihnen und dem Ort der Detonation noch Hindernisse oder Gebäude befinden“. Die Allgemeinverfügung gilt am Sonntag von sechs bis zunächst um 23.59 Uhr, wird jedoch früher aufgehoben, sobald die Bombe entschärft ist.

Im Zweiten Weltkrieg warfen US-amerikanische und britische Flugzeuge insgesamt 45.517 Tonnen Bomben über Berlin ab, von denen schätzungsweise fünf bis 20 Prozent nicht explodierten. Die insbesondere in den Nachkriegsjahren und in Ostberlin bis 1990 keine Statistiken geführt wurden, ist unklar, wie viel davon entschärft wurde. Nach Hochrechnungen des Kampfmittelräumdienstes der Berliner Polizei liegen noch 4000 bis 4600 Blindgänger in der Erde der Hauptstadt.

( JP )