Pandemie

Strengere Corona-Regeln in Berlin als im Bund

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Joachim Fahrun

Foto: pa

Die Menschen in Berlin müssen sich erneut auf schärfere Corona-Maßnahmen einstellen. Diese Regeln wurden beschlossen.

Berlin . Der rot-rot-grüne Senat in Berlin hat sich am Freitag auf neue Corona-Maßnahmen verständigt, die zum Teil über das hinausgehen, was am Tag zuvor beim Bund-Länder-Gipfel vereinbart worden war. Das betrifft vor allem die Teilnehmer-Obergrenze bei Großveranstaltungen. Während bundesweit 15.000 Besucher draußen und 5000 in Innenräumen zugelassen sind, sollen in Berlin maximal 5000 Menschen etwa ein Fußballspiel besuchen. In Hallen wie etwa der Mercedes-Arena sollen höchstens 2500 Menschen Konzerte oder Sportevents beiwohnen dürfen. In Kraft tritt die neue Regel nach Angaben des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller (SPD) voraussichtlich am Mittwoch.

Ohne Hygienerahmenkonzepte gelten als Obergrenze 1000 Personen draußen und 200 drinnen. Veranstalter, die für das kommende Wochenende bereits mehr Tickets verkauft haben, müssten sich nun darauf einstellen, dass es „vielleicht nicht mehr in der Größenordnung geht wie geplant“, sagte Müller. Er begründete das schärfere Vorgehen des Senats mit der gewünschten Reduzierung von Kontakten, die eben im Umfeld von Veranstaltungen auch im Personennahverkehr oder „an der Würstchenbude“ stattfänden.

Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte

Für Ungeimpfte wird es nahezu unmöglich, sich legal mit mehreren Menschen zu treffen. Sie dürfen höchstens zwei Personen eines anderen Haushaltes begegnen. Wenn sich eine Gruppe von Geimpften oder Genesenen versammelt und es kommt eine ungeimpfte Person hinzu, müssten auch aus diesem Kreis Menschen die Runde verlassen. Die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen wird auf Bahnsteige ausgeweitet, insgesamt gilt dort weiterhin die 3G-Regel, die von Ungeimpften einen negativen Corona-Test verlangt. 3G gilt auch in allen Dienstgebäuden des Landes Berlin.

Wegen der rechtlichen Unsicherheit hat der Senat darauf verzichtet, Clubs oder Bars zu schließen, weil sie als Betriebe gelten könnten. Allerdings ist das Tanzen dort verboten, sagte Senatskanzleichef Christian Gaebler. Erst wenn eine neue Rechtsgrundlage für Betriebsschließungen geschaffen werde, könne man die Lokale auch schließen.

2G gilt auch in Bibliotheken und Archiven

Weitere Beschränkungen über die in Berlin bereits geltenden 2G- oder 2G-plus-Regeln hinaus wird es in Berlins Einzelhandel, an Kulturorten und in der Gastronomie nicht geben. 2G gilt auch in Bibliotheken und Archiven. Restaurants und Kneipen dürfen unter den bestehenden Sicherheitsvorkehrungen weiterhin Gäste bewirten. Für den Amateursport gilt künftig auch draußen die 3G-Regel, wenn Mindestabstände nicht eingehalten werden können. Weihnachtsmärkte stehen nur noch Geimpften und Genesenen offen, zusätzlich gilt Maskenpflicht.

In Berlin sind die Corona-Inzidenzen seit einigen Tagen auf hohem Niveau stabil bei rund 360. Sie liegen niedriger als im Bundesdurchschnitt. Müller führte das auf den Impffortschritt und die bereits verhängten Maßnahmen zurück: „Sie zeigen Wirkung.“