Prozesse

Vater mit Beil erschlagen? Sohn schweigt im Mordprozess

dpa
Eingang des Kriminalgerichts Moabit, in dem das Langericht Berlin ansässig ist.

Eingang des Kriminalgerichts Moabit, in dem das Langericht Berlin ansässig ist.

Foto: dpa

Berlin. Er soll seinen Vater in der gemeinsamen Wohnung mit einem Beil umgebracht haben: Gegen einen 40-Jährigen hat am Berliner Landgericht der Prozess wegen Mordes begonnen. Der Angeklagte soll seinen 73 Jahre alten Vater zwischen Mitte April und Mitte Mai dieses Jahres angegriffen haben, um ihn zu töten. Der Verteidiger erklärte zu Beginn der Verhandlung am Freitag, sein Mandant werde schweigen.

Die Staatsanwaltschaft geht vom Mordmerkmal der Heimtücke aus. Der 40-jährige Deutsche habe dem Opfer mit dem Beil mindestens vier wuchtige Hiebe gegen den Hinterkopf versetzt, heißt es in der Anklage. Der Vater sei arg- und wehrlos gewesen. Der Senior sei wenig später in der Wohnung im Stadtteil Schöneberg an den Folgen eines massiven Schädel-Hirn-Traumas verstorben.

Die Leiche wurde am 20. Mai entdeckt. Weil aus der Wohnung ein auffälliger Geruch drang, hätten Nachbarn die Polizei alarmiert, hieß es am Rande der Verhandlung. Der Sohn wurde Anfang Juni festgenommen. Er befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Der Mordprozess wird am 30. November fortgesetzt.

Der 40-Jährige ist vielfach wegen Gewaltdelikten vorbestraft. 2014 musste er sich wegen der Tötung eines 80-jährigen Berlin-Besuchers verantworten. Der Senior war im Sommer 2000 erschlagen worden. Eine an der Leiche sichergestellte Spur führte mehr als 13 Jahre später zum Verdacht gegen den Angeklagten. Er war zur Tatzeit 19 Jahre alt. Eine Jugendstrafkammer des Berliner Landgerichts verurteilte ihn wegen Totschlags zu fünf Jahren Haft. Die Strafe verbüßte er laut Justizangaben bis September 2018.

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( dpa )