Unfälle

Nach Unfall mit drei toten Mitfahrern: Anklage erhoben

dpa
Blick auf ein Schild mit der Aufschrift "Staatsanwaltschaft Berlin".

Blick auf ein Schild mit der Aufschrift "Staatsanwaltschaft Berlin".

Foto: dpa

Berlin. Knapp zehn Monate nach einem Raser-Unfall mit drei toten Begleitern hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den 21-jährigen Fahrer des gemieteten Sportwagens erhoben. Der Vorwurf lautet auf verbotenes Kraftfahrzeugrennen mit Todesfolge und Gefährdung des Straßenverkehrs, wie am Donnerstag mitgeteilt wurde.

Der 21-Jährige soll mit dem 450-PS-Auto am Abend des 2. Februars "bei schwierigen Straßen- und Sichtverhältnissen" mindestens 150 Stundenkilometer schnell gefahren sein, unter anderem durch eine Tempo-30-Zone am Treptower Park. Der Fahrer verlor laut Anklage die Kontrolle über das Auto, kam von der Straße ab und prallte frontal gegen einen Baum. Durch die Wucht des Aufpralls wurde das Auto zerrissen und fing an zu brennen. Feuerwehrleute fanden Trümmerteile noch 100 Meter entfernt von der Unfallstelle.

Einer der vier Insassen im Alter zwischen 19 und 21 Jahren wurde aus dem Auto geschleudert und starb am Unfallort an Knochenbrüchen und Organverletzungen. Ein zweiter Mann starb etwas später ebenfalls vor Ort an seinen Verletzungen. Ein dritter Mitfahrer erlitt schwere Brandverletzungen und starb wenige Tage später im Krankenhaus. Der Fahrer wurde nur leicht verletzt.

Rasereien junger Männer mit Luxus-Sportwagen von Autovermietungen sowie andere Autorennen sind in Berlin keine Seltenheit. Von Oktober 2017 bis Oktober 2020 wurden nach früheren Angaben 1500 Strafverfahren - auch gegen Unbekannt - eingeleitet. 300 Raser wurden rechtskräftig verurteilt. Einige Experten plädieren für einen Auto-Stufenführerschein, der für junge Fahranfänger zunächst nur für Wagen mit wenig PS gilt.

© dpa-infocom, dpa:211125-99-142311/2

( dpa )