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Nonnemacher: Prignitz ergreift Maßnahmen nach ASP-Fall in MV

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dpa
Ein Schild mit der Aufschrift "Afrikanische Schweinepest bei Wildschweinen, Pufferzone".

Ein Schild mit der Aufschrift "Afrikanische Schweinepest bei Wildschweinen, Pufferzone".

Foto: dpa

Schwerin/Potsdam. Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) hat sich besorgt über den Fund eines toten, mit Afrikanischer Schweinepest infizierten Wildschweines nahe der Landesgrenze in Mecklenburg-Vorpommern geäußert. Nur rund drei Kilometer vom Landkreis Prignitz, vor allem aber rund 200 Kilometer von der Grenze zu Polen entfernt, mache ihr das große Sorgen, sagte sie am Donnerstag.

Seit einem guten Jahr stemme man sich mit konsequenten und großflächigen Maßnahmen wie Zaunbau, Fallwildsuche und Wildschweinentnahme in den Brandenburger Landkreisen entlang der Grenze gegen den unverminderten Seuchendruck aus Polen, so Nonnemacher weiter. "Nun geht es darum, schnell die Ursache und das Ausmaß des Ausbruchs in Mecklenburg-Vorpommern zu ermitteln."

Im Landkreis sei nun mit einer intensiven Fallwildsuche begonnen worden, sagte Landrat Torsten Uhe. Die vorhandenen Krisenstrukturen seien aktiviert worden. Eine Fallwildsuche sei mit etwa 20 Leuten begonnen worden und werde in den nächsten Tagen verstärkt.

Das Virus der Afrikanischen Schweinepest befällt nur Wild- und Hausschweine und ist für den Menschen ungefährlich. ASP ist nicht auf den Menschen übertragbar - weder durch den Verzehr von Schweinefleisch, noch über direkten Tierkontakt.

Nach dem ersten Fall von Afrikanischer Schweinepest bei einem Wildschwein in Mecklenburg-Vorpommern ziehen die Behörden einen Schutzzaun im Radius von drei Kilometern um den Fundort bei Marnitz (Landkreis Ludwigslust-Parchim). Innerhalb des Zaunes sollen alle Wildschweine erlegt und entsorgt werden, kündigte Till Backhaus (SPD), Landwirtschaftsminister in Mecklenburg-Vorpommern, an.

Der Frischling war im Rahmen einer Drückjagd von Treibern gefunden worden. Das Jungtier sei noch nicht lange tot gewesen. Der Labornachweis über die Infektion mit Afrikanischer Schweinepest liege seit Mittwoch vor, hieß es.

Marnitz liegt unweit der Landesgrenze zu Brandenburg in der Nähe der A24. MV ist das dritte Bundesland nach Brandenburg und Sachsen, in dem die Tierseuche nachgewiesen wurde.

Die Behörden gehen den Angaben nach davon aus, dass es in dem Gebiet 106 Hausschweinbestände mit zusammen 25.000 bis 30.000 Tieren gibt. Erst Anfang vergangener Woche war das gefürchtete Virus, das für Schweine tödlich, für Menschen aber ungefährlich ist, in einem Mastbetrieb in Lalendorf im Landkreis Rostock nachgewiesen worden. Alle rund 4000 Tiere in dem Stall wurden getötet.

© dpa-infocom, dpa:211125-99-141695/3

( dpa )