Gesellschaft

Umfrage: Anerkennung für Demokratie in Berlin

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dpa
Dichte Wolken hängen am frühen Morgen über dem Fernsehturm.

Dichte Wolken hängen am frühen Morgen über dem Fernsehturm.

Foto: dpa

Berlin/Leipzig. Die Einwohner Berlins sind etwas weniger anfällig für Verschwörungstheorien als die Menschen im übrigen Deutschland. Trotzdem gibt es einen deutlichen Anteil unter den Berlinern, der eine Verschwörungsmentalität aufweist. Das geht aus der am Donnerstag veröffentlichten Umfrage Berlin-Monitor 2021 der Universität Leipzig zu politischer Kultur in der Hauptstadt hervor.

Grundsätzlich sind die Berliner von der Demokratie überzeugt, nur eine Minderheit befürwortet eine Diktatur. Es sind hier aber auch Diskriminierung, Antisemitismus und soziale Vorurteile vorhanden. Nach 2019 ist das die zweite Umfrage dieser Art. Ihr zufolge glauben immerhin 19 Prozent der befragten Berliner (bundesweit 31 Prozent), die Corona-Krise sei "groß geredet" worden, damit wenige profitierten. 32 Prozent waren der Meinung, die Hintergründe der Pandemie würde nie ans Licht kommen (bundesweit 47 Prozent).

73 Prozent sagen, sie seien mit der Demokratie alles in allem zufrieden (bundesweit 59 Prozent) und 93 Prozent finden, die Demokratie passe am besten zu unserer Gesellschaft. Allerdings wünschen sich 23 Prozent der befragten Berliner "eine einzige starke Partei", die "die Volksgemeinschaft insgesamt verkörpert". Der Wert ist etwas höher als der bundesweite Vergleichswert.

21 Prozent der Berliner denken, die Bundesrepublik sei "durch die vielen Ausländer in einem gefährlichen Maß überfremdet". Ein Anteil von 12 Prozent sehen eine "natürliche Hierarchie zwischen schwarzen und weißen Menschen". Gleichzeitig sagen 89 Prozent: "Ob Schwarz oder Weiß, das macht doch keinen Unterschied."

42 der Befragten gab an, Erfahrungen mit Diskriminierungen gemacht zu haben; vor zwei Jahren waren das noch 57 Prozent. Vor allem ging es um Diskriminierungen wegen des Geschlechts, der Herkunft, der wirtschaftlichen Lage oder einer Behinderung. Wegen Religion (4 Prozent) oder Hautfarbe (3 Prozent) fühlten sich nur wenige diskriminiert.

Nach Einschätzung von Justiz- und Antidiskriminierungssenator Dirk Behrendt (Grüne) zeigen die Ergebnisse des Berlin-Monitors "einmal mehr Licht und Schatten im Zusammenleben unserer Stadt". Neben einer verbreiteten positiven Einstellung zur aktuellen Demokratie gebe es "vorurteilsbelastete und rassistische Einstellungen" gegenüber schwarzen Menschen, "auch wenn die hier gemessene Zustimmung zu problematischen Aussagen dabei geringer als bei ähnlichen Untersuchungen für ganz Deutschland liegt".

© dpa-infocom, dpa:211125-99-140498/2

( dpa )