Rechtsextremismus

U-Ausschuss zur rechtsextremen Anschlagsserie in Neukölln

dpa
Das Auto des Linke-Politiker Ferat Kocak stand am 1. Februar 2018 in Flammen. Die Generalstaatsanwaltschaft hat nun Anklage gegen die Neonazis Sebastian T. und Tilo P erhoben

Das Auto des Linke-Politiker Ferat Kocak stand am 1. Februar 2018 in Flammen. Die Generalstaatsanwaltschaft hat nun Anklage gegen die Neonazis Sebastian T. und Tilo P erhoben

Foto: Ferat Kocak

Das Landeskriminalamt rechnet der Anschlagsserie in Berlin-Neukölln mehr als 70 Taten zwischen Juni 2016 und März 2019 zu.

Berlin. Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss im Berliner Abgeordnetenhaus soll die rechtsextreme Anschlagsserie in Neukölln, ihre Hintergründe und mögliche Fehler bei den Ermittlungen aufarbeiten. Darauf verständigten sich SPD, Grüne und Linke bei ihren Koalitionsverhandlungen.

Ein solcher Ausschuss sei ein wichtiger Beitrag, um Vertrauen in die Sicherheitsbehörden auch gerade in Teilen der migrantischen Bevölkerung wieder herzustellen, sagte die Linken-Vorsitzende Katina Schubert am Donnerstag. Er solle daher sehr schnell im Parlament eingesetzt werden und seine Arbeit beginnen.

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Das Landeskriminalamt (LKA) rechnet der Anschlagsserie mehr als 70 Taten zwischen Juni 2016 und März 2019 zu, darunter mindestens 14 Brandstiftungen und 35 Sachbeschädigungen. Opfer waren Menschen, die sich gegen Rechtsextremismus engagierten. Gegen zwei Hauptverdächtige wurde vor geraumer Zeit Anklage wegen schwerer Brandstiftung, Sachbeschädigungen und Bedrohungen erhoben - nach langwierigen und zunächst über Jahre wenig erfolgreichen Ermittlungen.

Zwei vom Senat eingesetzte Sonderermittler hatten im Mai festgestellt, dass Polizei und Staatsanwaltschaft bei den Ermittlungen Fehler gemacht hätten. Auch die Kommunikation mit den Opfern der Anschläge sei nicht optimal gewesen. Allerdings seien Taten wie Brandanschläge auf Autos sehr schwierig aufzuklären, weil es oft weder Zeugen noch Spuren gebe.

( dpa )