Corona

2G plus in Berlin: Es fehlt an Corona-Teststationen

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Marie Markhoff
Impfstoffforscher: Booster-Impfung senkt Covid-Risiko drastisch

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Leif Erik Sander, Lungenarzt und Impfstoffforscher an der Berliner Charité, hebt die Bedeutung der Corona-Auffrischungsimpfung hervor. Biontech und Moderna seien fast vergleichbar und annähernd gleich gut, sagte der Mediziner in Berlin.

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Im Juni gab es 1600 Corona-Teststellen in Berlin, heute sind es nur noch 530. Es braucht Zeit, die Teststellen wieder hochzufahren.

Berlin. Am Dienstag einigte sich der Senat auf eine Einführung der 2G-Plus-Regelung für Gastronomie, körpernahe Dienstleistungen und Veranstaltungen. Geimpfte und Genesene müssen dafür zum Teil einen negativen Schnelltest vorweisen. Doch in ganz Berlin fehlen Teststationen. Bei der 2G-Plus-Regel hat das „Plus“ je nach Branche unterschiedliche Bedeutungen.

In Restaurants müssen geimpfte und genesene Gäste etwa nur eine Maske tragen, sobald sie ihren Platz verlassen. Körpernahe Dienstleister – Friseure eingeschlossen – haben die Wahl zwischen Maske und Test. Die konkreten 2G-Plus-Regeln im Freizeit- und Kulturbereich wird die Kulturverwaltung festlegen. Für Diskos und Tanzclubs müssen Gäste sich an einer der zurzeit 530 Teststationen in Berlin testen lassen.

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2G plus in Berlin: Im Sommer gab es noch dreimal so viele Teststellen

Vor fünf Monaten gab es davon allerdings noch rund dreimal so viele. Die Zahl der Teststellen lag im Juni bei rund 1600. Dass mit Wiedereinführung der kostenlosen Bürgertests vor knapp zwei Wochen die Nachfrage wieder steigen würde, war zu erwarten. Zwar öffnen nun viele gewerbliche Teststationen erneut. Doch es braucht Zeit, um diese wieder hochzufahren. Auch bei den von Apotheken betriebenen Teststationen habe es eine „erhebliche Marktbereinigung“ gegeben, berichtet Stefan Schmidt, Sprecher des Berliner Apotheker-Vereins.

Grund dafür seien laut Schmidt vermutlich in erster Linie infrastrukturelle Probleme. Zum einen muss die Apotheke entsprechende Räume zur Verfügung haben, um in einem separaten Bereich die Testungen durchführen zu können. Außerdem bedarf es für die Testung geschultes Personal, welches gegebenenfalls zusätzlich eingestellt werden muss. Beides fehle in den meisten Apotheken, wie einige Berliner Apothekerinnen und Apotheker bestätigen. Doch auch die Politik trage ihren Teil zu der aktuellen Situation bei, sagt Stefan Schmidt. Ständig würden bestehende Regelungen geändert und neue Maßnahmen beschlossen.

Auch Corona-Selbsttests werden knapper

In der Quartier Apotheke in der Motzstraße in Schöneberg gibt es noch ein Problem: „Um ein Testergebnis ausstellen zu können, müssen wir an die Corona-Warn-App angeschlossen sein. Das gibt unser technisches System zurzeit nicht her“, sagt ein Angestellter. Die Einrichtung der nötigen Software lohne sich nicht. Dabei wäre ein Ausbau der Testkapazitäten Berlins dringend nötig. Noch dazu werden auch die Selbsttests, bei denen selbstständig ein Abstrich aus der Nase gemacht wird, knapper.

Zwar sind diese für die 2G-Plus-Regelung nicht ausreichend. Jedoch kommen sie häufig in Unternehmen zum Einsatz, denn seit Mittwoch gilt am Arbeitsplatz die 3G-Regel. Mehrere Apotheken berichten von geringen Beständen. Teilweise seien die Tests restlos ausverkauft. Wann Nachschub komme, sei oft unklar. Und dort, wo noch Selbsttests zu bekommen sind, steigen die Preise: Bis zu 36 Euro muss teilweise für ein Fünfer-Set in der Apotheke gezahlt werden.