Corona-Regel

3G in Bussen und Bahnen: Seit heute wird kontrolliert

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Fahrgäste steigen im Hauptbahnhof in eine S-Bahn ein.

Fahrgäste steigen im Hauptbahnhof in eine S-Bahn ein.

Foto: dpa

Seit Mittwoch gilt 3G bei der BVG und S-Bahn. Fahrgäste ohne Nachweis können mit einem Bußgeld von bis zu 2500 Euro belegt werden.

Berlin. Wer ohne 3G-Nachweis Bus oder Bahn fährt, muss seit Mittwoch auch in Berlin und Brandenburg mit einem Verweis aus dem Fahrzeug und einem Bußgeld rechnen. Ob Fahrgäste geimpft, genesen oder getestet (3G) sind, werde stichprobenartig mit der Fahrkartenkontrolle überprüft, hieß es beim Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg. "Es läuft besser als gedacht, die Leute sind gut informiert", sagte ein Sprecher. Nach Kenntnis des Verbunds sei am Mittwoch noch niemand des Busses oder der Bahn verwiesen worden.

"Die Leute haben Verständnis", sagte der Sprecher. "Viele sind auch erleichtert und fühlen sich jetzt sicherer." Dass wegen der 3G-Pflicht weniger Menschen die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, lasse sich nicht beobachten, hieß es. Die Auslastung liege bei 70 bis 80 Prozent. Von Anfang nächster Woche sei ein leichter Rückgang zu erwarten. Das hänge aber damit zusammen, dass das neue Infektionsschutzgesetz Arbeitgeber anhalte, wieder mehr Arbeit zu Hause zu ermöglichen.

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BVG und S-Bahn: Fahrkartenkontrolleure überprüfen 3G-Nachweis

Während große Unternehmen wie die S-Bahn und die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) für die 3G-Überprüfung auf ihre bewährten Fahrkartenkontrolleure zurückgreifen können, muss manches regionale Busunternehmen erst noch Leute dafür einstellen. Denn die Busfahrer sollen die Nachweise nicht kontrollieren, wie es beim VBB hieß.

Fahren ohne 3G-Nachweis ist nach dem Gesetz eine Ordnungswidrigkeit und kann mit einem Bußgeld von bis zu 2500 Euro belegt werden. Wer erwischt wird, muss damit rechnen, dass Kontrolleure die Daten an die Behörden weitergeben. Auch Schwerpunktkontrollen gemeinsam mit der Bundespolizei und Ordnungsämtern seien zu erwarten, hieß es beim VBB.

Fahrgastverband: 3G-Regeln verhindern Daseinsfürsorge des Nahverkehrs

Aus Sicht des Berliner Fahrgastverbands IGEB laufen die seit diesem Mittwoch geltenden 3G-Regeln in Bussen und Bahnen der Daseinsfürsorge des öffentlichen Nahverkehrs zuwider. „Diese gilt etwa auch für Ungeimpfte, die zu einem Impfzentrum gelangen wollen und die da irgendwie hinkommen müssen“, sagte der Sprecher der Interessensgemeinschaft Eisenbahn, Nahverkehr und Fahrgastbelange Berlin, Matthias Gibner, am Mittwoch. „Mit der neuen Regelung schließe ich auch solche Menschen explizit aus.“

Zudem seien die Regeln von der BVG nur schwer durchzusetzen. „Ich weiß nicht, wo die BVG das Personal dafür hernehmen möchte“, sagte Gibner. Schon jetzt würden Fahrkartenkontrollen nur sporadisch durchgeführt. Die Regelung berge darüber hinaus Konfliktpotenzial: „Schon jetzt erleben wir bei ganz normalen Fahrscheinkontrollen, dass Kontrolleure von Fahrgästen beleidigt und angegriffen werden.“ Bei einer so sensiblen Frage wie dem Impfen erhöhe sich diese Gefahr weiter.

( dpa )