Brauchtum

Abgesagte Weihnachtsmärkte: Schausteller frustriert

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dpa
Glühweintassen hängen an einem Stand auf dem Weihnachtsmarkt am Bassinplatz.

Glühweintassen hängen an einem Stand auf dem Weihnachtsmarkt am Bassinplatz.

Foto: dpa

Potsdam. Brandenburgs Schausteller zeigen sich frustriert über die Absage der Weihnachtsmärkte. "Es war komplett unvorbereitet, damit haben wir nicht gerechnet", sagte Christoph Meyer vom Brandenburgischen Schaustellerverband (BSEV) Sanssouci. "Es gab vorab strenge Vorschriften, die haben wir alle erfüllt." Nun sei schon viel Ware gekauft worden, zum Beispiel Glühwein. "Der ist in 1000-Liter-Fässern abgefüllt, den kann man nicht zurückgeben", so Meyer.

Das brandenburgische Kabinett hatte entschieden, dass bereits geöffnete Weihnachtsmärkte ab Mittwoch wieder schließen müssen, andere Märkte bleiben gleich zu. Hintergrund der Beschlüsse ist die steigende Belastung von Krankenhäusern, die immer mehr Covid-Patienten aufnehmen.

Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) machte am Dienstag Hoffnung auf finanzielle Hilfen für die Veranstalter. Marktkaufleute, Standbetreiber und Schausteller könnten die Überbrückungshilfe III Plus und Neustarthilfe Plus bis 31. Dezember in Anspruch nehmen, kündigte Steinbach an. Derzeit liefen Gespräche mit dem Bund für zielgerichtete Verbesserungen für die Betroffenen.

Der Schaustellerverband dringt auf solche Hilfen. "Wenn keine Hilfen kommen sollten, brauchen wir uns im nächsten Jahr nicht mehr über Weihnachtsmärkte unterhalten, die gibt es dann nämlich nicht mehr", sagte Meyer. "Wir brauchen mindestens die gleichen Hilfen wie im letzten Jahr, wenn nicht sogar mehr." Denn durch die kurzfristige Absage seien die Verluste in diesem Jahr größer. Schließlich seien schon Platzgelder, Personalkosten und Ware bezahlt worden.

Vertreter der Wirtschaft zeigten sich verärgert. "Die kurzfristige und damit unverhältnismäßige Absage der Weihnachtsmärkte zeugt von mangelnder Weitsicht der Politik", kritisierte Carsten Christ, Sprecher der Landesarbeitsarbeitsgemeinschaft der IHKs des Landes. Die dramatisch steigenden Infektionszahlen sowie die Prognosen der Fachleute seien seit Anfang November bekannt. Christ warnte davor, die Lasten wieder bei der Wirtschaft abzuladen.

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( dpa )